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Region Seelze Nachrichten Helfer sammeln Müll in mehreren Seelzer Stadtteilen
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00:17 03.04.2019
In Gümmer sammeln die Helfer Müll vom Straßenrand oder aus Gräben. Quelle: Ann-Christin Weber
Gümmer/Lohnde/Letter

Leere Flaschen, Zigarettenkippen, Autoreifen und sogar Haushaltsgeräte: In Gebüschen und Gräben verbirgt sich allerlei Müll. Das mussten auch Freiwillige aus Gümmer, Lohnde und Letter feststellen. Mit dem Müllgreifer in der einen und einem pinken Müllsack in der anderen Hand sind sie am Sonnabend durch die Orte gezogen und haben dem Müll den Kampf angesagt.

„Das ist Gleichgültigkeit“

Matthias Stockmann aus Gümmer kennt die schlimmen Ecken und weiß, wo er suchen muss. Besonders außerhalb der Ortschaft an der Landstraße ließe sich Müll unbemerkt wegschmeißen. „Kurz anhalten und zack, raus damit über die Leitplanke“, sagt Stockmann. Warum Menschen so etwas machen, kann sich Frank Schwarz, Ortsratsmitglied und Organisator des diesjährigen Lohnder Sauberkeitstags, nur so erklären: „Das ist schlichtweg Gleichgültigkeit. Hauptsache weg damit und was danach kommt, ist demjenigen egal.“ Möglichkeiten Müll abzugeben gäbe es in Seelze immerhin genug, sagt Schwarz.

Helfer wie Nicole Albrecht aus Gümmer ärgert der wilde Unrat. „Wieso muss man seinen Müll hierhin karren, obwohl ein paar Meter weiter der Wertstoffhof ist?“ Ihr siebenjähriger Sohn Henry findet wenig später sogar einen weggeworfenen Koffer neben einem Feldweg. Der kurioseste Fund des Sauberkeitstags in Gümmer ist allerdings ein Kühlschrank. In Lohnde ist vor allem der Bereich in der Nähe des Wertstoffhofs vermüllt. Dort finden die Helfer an diesem Tag mitunter Sofas und anderen Sperrmüll auf einem Grünstreifen. „Das können wir nicht aufsammeln“, sagt Schwarz. „Dafür sind andere Kräfte erforderlich.“

So viele Helfer wie noch nie

Auch in Letter reichen die Säcke für manchen Müll nicht aus, etwa für einen Einkaufswagen oder den Wäscheständer. Insgesamt machen hier mehr als 50 Helfer beim Sauberkeitstag mit. So viele waren es laut Ortsbürgermeister Rolf Hackbarth noch nie. Denn neben der Jugendfeuerwehr leistet in diesem Jahr auch die Schützengesellschaft tatkräftige Unterstützung. Bei der gemeinsamen Müllsuche an Orten wie dem Wiesenweg oder am Leinestadion fällt den Helfern eines ganz besonders auf: „Es fehlt an Mülleimern“, sagt Sabine Ruhkopf von der Schützengesellschaft. „Besonders am Gymnasium liegen viele Hundekotbeutel.“ Laut Angaben der Organisatoren sei es in diesem Jahr im Vergleich zu 2018 insgesamt weniger Müll.

Einige hundert Meter weiter in der Gerhart-Hauptmann-Straße befreit der Verein Letter-Fit den dortigen Spielplatz nicht nur von Müll, sondern verschönerte diesen zugleich. Gemeinsam mit zehn Kindern aus der Nachbarschaft pflanzen sie Stiefmütterchen und Primeln in die umliegenden Beete. „Die Kinder sollen sehen, dass man etwas für seinen Ort tun kann“, sagt Jörn Herrmann von Letter-Fit.

Auch in Gümmer kommen viele Kinder den erwachsenen Helfern zu Hilfe. „Für die Kleinen ist das wie Ostereier suchen“, sagt Gümmers Ortsbürgermeister Christian Schomburg. Wer das bunteste Stück Müll findet, bei dem sei die Freude groß. Doch noch mehr Spaß mache die Fahrt mit dem Trecker, der die zwanzig Helfer aus Gümmer zu den Müllecken bringt. Eines hätte allerdings besser laufen können. „Ich war baff, dass es so wenig Helfer sind“, sagt Nicole Albrecht, „Immerhin hat die Aktion über Whats-App die Runde gemacht.“

Am Ende des Tages ist die Ausbeute an Müll groß: In Gümmer werden 15 Säcke mit Müll gesammelt, in Lohnde 14 und in Letter circa 30 Säcke.

Von Ann-Christin Weber

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