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Region Seelze Nachrichten Darum liebt Bestatter Martin Stahl seinen Beruf
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16:20 14.09.2018
Martin Stahl hilft Angehörigen im Trauerfall. Quelle: Sandra Remmer
Letter

Die Mittagssonne taucht den Friedhof in Letter in ein friedliches Licht. Der Gang durch die Gräberreihen wirkt beruhigend. Vor der Kapelle erwartet Bestatter Martin Stahl Besucher, die anlässlich der Friedhofswoche etwas über die Bestattungskultur und das Berufsbild des Bestatters –das im Fachjargon Bestattungsfachwirt heißt – erfahren möchten. Wenn ein Angehöriger stirbt, müssen eine Menge Formalitäten erledigt und vieles organisiert werden, bevor der Verstorbene ein würdevolles Begräbnis erhält. Stahl weiß um die Sorgen, die Angehörige in diesem Moment beschäftigen. Den Menschen in dieser Situation beizustehen und zu unterstützen ist seine Intention.

Viele Lebensgeschichten gehört

„Oft höre ich den Satz, Bestatter wäre nicht mein Beruf. Das kann ich nicht verstehen. Den Menschen in so einer schwierigen Situation zu helfen, Formalitäten zu erledigen, ihnen Dinge abzunehmen und hinterher sagen zu können, jetzt ist es gut – das ist das Schöne an diesem Beruf“, sagt Stahl. Viele Lebensgeschichten hat er im Laufe seines Berufslebens gehört. „Ich könnte ein Buch schreiben“, erzählt Stahl. Und auch obwohl der Bestatter über viel Berufserfahrung verfügt und selber in einem Haushalt von Bestattern aufgewachsen ist, spürt er eine gewisse Aufregung wenn es darum geht, einen Toten abzuholen. „Es ist selten geworden, dass jemand zuhause stirbt“, sagt Stahl. Die meisten Menschen sterben im Pflegeheim, Krankenhaus oder Hospiz. Als sehr wichtig für die Angehörigen erachtet er das Abschiednehmen, bei dem der Verstorbene aufgebahrt wird. Das sei besonders auch für Kinder wichtig. „So begreifen sie den Tod zu begreifen und können ihn verarbeiten“, sagt Stahl.

Kein geschützter Beruf

Da der Beruf des Bestatters kein gesetzlich geschützter Begriff ist, gibt es leider auch viele Scharlatane. „Da werden Beerdigungen zu Dumpingpreisen angeboten“, ärgert sich Stahl. Oftmals endete das vermeintliche Schnäppchen dann mit einer bösen Überraschung. Denn zur echten Ausbildung als Bestatter oder Fachwirt für das Bestatterwesen, die mit Prüfungen vor der Handwerkskammer abschließen, gehören auch Inhalte von Erbrecht, Trauerpsychologie und Bestattungsrecht. Veränderungen bemerkt Stahl auch bei der Art der Bestattung. „Die Bereitschaft, große Summen in ein Begräbnis zu investieren, nimmt ab. Während die Aufbahrungen vor einigen Jahren oft sehr pompös ausgefallen sind, setzen heute die meisten auf eine eher abgespeckte Variante.“

Von Sandra Remmer

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