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Region Seelze Nachrichten Warum Arthur Mattheis für den Box-Sport lebt
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14:33 31.07.2019
Im Alter von neun Jahren fing Arthur Mattheis mit dem Boxen an. Quelle: Heike Baake
Seelze

Gerade erst liegt die Organisation der Niedersachsenmeisterschaft hinter ihm, aber ausruhen kommt für Arthur Mattheis (57) nicht infrage. Als Vorsitzender des Box-Sport-Klubs (BSK) Hannover-Seelze hat er immer alle Hände voll zu tun. Boxen liegt ihm am Herzen. Bereits im Alter von neun Jahren begeisterte er sich für den Box-Sport. Sieben Jahre später fing er an, Kindergruppen zu trainieren. „Ich arbeitete damals erst einmal mit Siebenjährigen“, erzählt der Vorsitzende.

Die Erinnerungen an sein erstes Boxtraining gehört mit zu vielen anderen Ereignissen seiner Jugend in Kirgisistan. Seine hilfsbereiten und sehr sozialen Eltern hat er dort als Kind immer unterstützen müssen. „Das war für alle selbstverständlich“, erzählt Mattheis und erklärt, dass er damals schon in seinen Gedanken ziemlich erwachsen gewesen sei und stets konkrete Ziele vor Augen hatte. Nach seiner Berufsausbildung ging der junge Sportler zum Militär und trainierte dort dreimal täglich im Sportbataillon. „Das war echt brutal, aber man war natürlich top-fit und leistungsstark“, erinnert sich Mattheis. Auch später, während seines Studiums als Diplom-Sportlehrer, blieb er dem Box-Sport treu und arbeitete parallel als Boxtrainer.

Großen Traum verwirklicht

Seit 1988 lebt Mattheis in Deutschland. „Ich war von Anfang an von der Freundlichkeit der Seelzer angetan, jeder wollte uns helfen“, erinnert er sich an die damalige Anfangszeit in der neuen Heimat. Das habe ihn beeindruckt, erzählt er, und ihm das Gefühl vermittelt, dass Seelze genau die richtige Stadt für ihn sei. Hier wollte er leben und seine Ziele verwirklichen: Boxtrainer werden, einen eigenen Verein gründen und Erfolge haben. „Ich hatte kein Glück, ich habe mir einfach alles hart erarbeitet“, erklärt er. Nur fünf Jahre nach seiner Ankunft gründete Mattheis den BSK Seelze-Hannover, der heute mehr als 300 Mitglieder hat. Mattheis, der selbst erfolgreicher Wettkämpfer war, bildete in all den Jahren unzählige Boxer und Trainer aus.

Als Vorsitzender des Sport-Klubs ist er für die komplette Organisation zuständig. Wettkämpfe werden von ihm und seinen Helfern mit einem hohen Zeitaufwand vorbereitet und ausgerichtet. Mit seinen Sportlern hat der BSK zahlreiche Auszeichnungen nach Seelze geholt: Deutsche Meistertitel und Bundesligatitel gehören dazu. 25 verschiedene Nationalitäten sind im BSK aktiv. Die Fäden hält Mattheis in der Hand, sorgt für einen reibungslosen Ablauf und hat die finanzielle Seite stets im Blick. „Die Miete für die Halle muss gezahlt werden und der Verein muss gesund bleiben“, erklärt der Vorsitzende. Das, so ergänzt er, gehöre zu seinen vorrangigen Zielen. Mattheis ist es wichtig, die Kinder von der Straße zu holen und sie für den Box-Sport zu begeistern. Auch am Telefon ist er für Interessenten jederzeit zu erreichen, beantwortet zeitnah jede Anfrage, die seinen elektronischen E-Mail-Briefkasten erreicht. Dankbar sei er für die Unterstützung seiner wundervollen Familie, erzählt er, und für die Arbeit des zweiten Vorsitzenden.

Mit dem Herzen dabei

Heute ist Mattheis nur noch zweimal wöchentlich in der Boxhalle. „Früher war ich jeden Tag nach der Arbeit dort und bin erst um 22.30 Uhr nach Hause gekommen“, verrät er. Das hätte nicht nur an den Trainingszeiten gelegen, sondern auch an den Gesprächen, die sich nach dem Training ergaben. Seine ehrenamtliche Tätigkeit liegt ihm sehr am Herzen. „Es braucht Menschen, die den Jugendlichen helfen, einen Weg zu finden“, sagt er und denkt dabei an die sportliche Fairness im Vereinsleben und die vielen Umarmungen nach Wettkämpfen. Das, so sagt er, verändere ihr Bewusstsein und letztendlich würden sie nach einem intensiven Training nur noch erschöpft nach Hause wollen. Dabei denkt Mattheis auch heute noch an seine Jugend in Kirgisistan zurück. Da habe ihm auch sein damaliger Trainer zu seinen persönlichen Zielen und Wünschen verholfen, erinnert er sich.

Box-Klub mit Zukunft

Nicht nur ehrenamtlich, auch beruflich setzt sich Mattheis für die Jugend ein. Bei der Stadt Seelze ist der diplomierte Sportpädagoge im Team Jugendarbeit tätig. „Ich bin Richtung Streetwork tätig und bin für Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren zuständig“, erklärt er. Auf Bolzplätzen oder Grünanlagen kommt er mit ihnen ins Gespräch und bietet ihnen unter anderem Mitternachtssport, Tischtennisturniere, Basketballturniere und BMX-Fahrten an. „Ich habe dieses Leben als Jugendlicher gelebt, die Probleme sind mir bekannt“, erklärt er und ergänzt, dass er dadurch wisse, wie wichtig eine Beschäftigung für junge Menschen sei.

Seine ehrenamtliche Tätigkeit mache ihn sehr zufrieden – seine Familie mache ihn dagegen sehr glücklich, erzählt der Vorsitzende. Mit dem Box-Club hat Mattheis ein Fundament geschaffen, das in Zukunft auch bleiben soll. „Dazu habe ich drei junge Menschen im Verein ausgebildet, die es in meinem Sinn später einmal weiterführen könnten“, sagt er. Dass es in Seelze so viele ehrenamtlich aktive Bürger gibt, findet Mattheis sehr positiv und vor allem auch sehr wichtig. „Sonst wären unsere Straßen nicht mehr so sicher“, erklärt er, denn die Jugend, die derzeit in Sportvereinen aktiv sei, hätten dann unendlich viel Langweile.

Serie Ehrenamt in Seelze

Sie arbeiten ehrenamtlich in Vereinsvorständen, engagieren sich in Arbeitskreisen und Ortsvereinen, unterstützen Selbsthilfegruppen und sind in Kirchen aktiv. Sie investieren Zeit, bringen sich mit ihrer Arbeitskraft, Kreativität und Motivation ein, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Für sie ist ihr unentgeltlicher Einsatz selbstverständlich. In unserer Lokalserie „Ehrenamt in Seelze“ stellen wir Menschen vor, die sich mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für das Gemeinwohl einbringen. Sie berichten von ihren Erfahrungen, Aufgaben und Erfolgserlebnissen.

Von Heike Baake

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