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Region Seelze Nachrichten Ortsbürgermeister muss Kritik einstecken
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00:16 29.01.2017
Von Christina Lange
Das Georg-Büchner-Gymnasium in Letter stößt an seine Kapazitätsgrenzen.
Das Georg-Büchner-Gymnasium in Letter stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Quelle: Patricia Chadde
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Velber

Der Rat hatte angesichts der steigenden Anmeldezahlen am Georg-Büchner-Gymnasium (GBG) beschlossen, dass dort nur noch Seelzer Schüler unterrichtet werden. Die damit einhergehende Änderung der Schulbezirke bewirkte, dass die Stadt Hannover ihrerseits die Kinder aus der Obentrautstadt bei der Schulwahl nun nachrangig zu ihren eigenen behandelt. „Wir möchten erreichen, dass unsere Kinder ein Recht haben, in Hannover zur Schule zu gehen wie es jahrzehntelang der Fall war“, forderte Patricia Krüger in der Ortsratssitzung als Sprecherin der Eltern.

Der Beschluss, der für einen Ausschluss der Kinder aus Hannover gesorgt habe, müsse zurückgenommen werden. Die Formulierung, auf die sich die Ortsratsmitglieder schließlich einigten, sieht eine Bedingung vor. Die Stadt Seelze erkläre sich bereit, ihre Schulbezirke wieder in die ursprüngliche Form zu ändern, wenn die Stadt Hannover im Gegenzug bereit ist, wieder Schüler aus Seelzes Südbereich an ihren Schulen aufzunehmen.

Formuliert als gemeinsamer Antrag von SPD und CDU im Ortsrat Velber wird die zu Papier gebrachte Änderung den Rat der Stadt bald erneut beschäftigen. SPD und Grüne hatten vor der Entscheidung im Juni vergangenen Jahres betont, dass die Ahlemer Schüler das GBG über Gebühr belaste, während die CDU die „historisch gewachsenen Strukturen“ erhalten wollte. Ob sich die damals gefundene Mehrheit von SPD und Grünen weiter hält oder der neue Antrag aus dem Ortsrat der Diskussion eine andere Wendung gibt, wird sich zeigen. Die Eltern indes haben angekündigt, bei den folgenden Sitzungen zum Thema anwesend zu sein. Die Wahlfreiheit der Seelzer Schüler wird am 7. Februar im Ausschuss für Bildung und Freizeit und am 23. Februar dann im Stadtrat Thema sein.

In der Einwohnerfragestunde der Ortsratssitzung zeigten sich die Eltern bestens vorbereitet. Sie konnten ihr Anliegen umfassend begründen und kannten die betreffenden Satzungen und Gesetze aus dem Effeff. Auch Ansprechpartner haben die Eltern bereits ausgemacht und auch Gespräche mit Landesschulbehörde und Region geführt. Ortsbürgermeister Erhard Klein sah sich den Vorwürfen gegenüber, seinerseits nicht den Dialog angestoßen zu haben. „Als unser Ortsbürgermeister müssen sie sich doch für unsere Belange einsetzen“, hieß es von den Eltern. Klein gestand ein, dass er noch nicht auf die Idee gekommen sei, mit Regionspräsident Hauke Jagau über das Thema Schulbezirke zu sprechen. „Wir haben das längst getan. Herr Jagau gab sich uns gegenüber sehr offen“, konterten die Eltern.