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Region Seelze Nachrichten Jäger erinnern an Leinenpflicht für Hunde
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15:54 07.11.2018
Rehböcke setzen sich ab, die Ricken bereiten sich auf die nächste Geburt vor.
Rehböcke setzen sich ab, die Ricken bereiten sich auf die nächste Geburt vor. Quelle: Patricia Chadde
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Seelze

   Der Hegering Kirchwehren erinnert Spaziergänger und Hundehalter an die Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit. Um Hase, Reh, Rebhuhn, Fasan und Kiebitz gute Aufzuchtbedingungen zu bieten, sind Hunde seit dem 1. April an der Leine zu führen.

„Neben Hundehaltern bitten wir aber auch alle anderen Menschen um besondere Rücksichtnahme“, sagt Henning Ludowig. Die rund 100 Mitglieder des Hegerings Kirchwehren bitten eindringlich, Spazierwege nicht zu verlassen. Auch wenn Vögel und Säugetiere viele Tricks und Kniffe entwickelt haben, um ihren Nachwuchs zu schützen, wird er dennoch von Raubtieren oder querfeldein laufenden Spaziergängern hochgescheucht. „Mein Bruder säte vor kurzem Rüben, als er einen Junghasen aufschreckte. Binnen weniger Minuten hatten Krähen das kleine Fellbündel entdeckt und totgehackt“, berichtet Henning Ludowig. „Rücksicht verbessert die Überlebensrate deutlich“, so Ludowig.

Ist das Rehwild winters noch in Gruppen unterwegs, vereinzeln sich die Tiere jetzt: Die Ricke bereitet sich auf die Geburt des Kitzes im Mai vor und sucht nach einem geschützten Ort. „Ich musste mal mit ansehen, wie eine hochschwangere Ricke von Hunden gehetzt wurde – das war richtig fies, das trächtige Reh hatte keine Chance“, erinnert sich Henning Ludowig und bittet nachdrücklich, der Leinenpflicht nachzukommen.

In den Revieren des Hegeringes sei die Hasenpopulation zwar stabil, aber auf sehr niedrigem Niveau. Alle Gründe konnten die Jäger noch nicht herausfinden. Aber einwandernde Tierarten wie der Waschbären bereitet ihnen große Sorgen. Die vermehrungsfreudigen Tiere stellen das ganze Revier auf den Kopf. Sie plündern die Gelege von Bodenbrütern wie Fasan und Rebhuhn, frühstücken den Hasennachwuchs, gefährden aber auch Bussard und Rotmilan. „Waschbären können auf Bäume klettern. Die räumen auch höher gelegene Horste im großen Stil ab“, ärgert sich Ludowig.

Der Hegering bietet allen Interessierten an, sie über die regionale Wildtierwelt zu informieren. „Wenn wir mit dem Infomobil der Landesjägerschaft kommen, sind die Besucher immer fasziniert“, sagt Ludowig. „Wenn Kindergärten oder Schulklassen interessiert sind, einfach Bescheid sagen. Wir kommen gerne.“ Für einen Termin mit dem Infomobil ist der Vorsitzende des Hegerings, Heinrich Volker, unter Telefon (05137) 3414 zu erreichen, Stellvertreter Henning Ludowig hat (05137) 91889 und (0171) 3855717.

Natürlich geht es den Jägern nicht nur ums Wild. Sie haben auch die Folgen im Blick zu behalten und deshalb zum Beispiel reihenweise blaue Reflektoren am Straßenrand angebracht. „Dadurch konnte die Zahl der Wildunfälle deutlich gesenkt werden“, sagt Ludowig.

Von Patricia Chadde