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Region Seelze Nachrichten Die Seelzer Goethegirls ziehen Kinder bunt an
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13:26 20.01.2019
Die kleine Leni Blume trägt gern die Kleider, die ihre Mutter genäht hat.
Die kleine Leni Blume trägt gern die Kleider, die ihre Mutter genäht hat. Quelle: Heike Baake
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Seelze

Die Goethegirls sind Nachbarinnen aus der Goethestraße, die nicht nur der gemeinsame Wohnort, sondern vor allem ein gemeinsames Hobby verbindet: das Nähen. Wiebke Blume, Swantje Kamin und Anja Kamin nähen leidenschaftlich gern und am liebsten Kinderkleidung. Heute haben sie ein großes Sortiment – dabei fing alles ganz zufällig an.

Nachdem bekannt wurde, dass ihre schwangere Nachbarin ein Mädchen bekam, fing die 50-jährige Anja Kamin mit ihren Töchtern an zu nähen. Das kam dann bei Freunden und Bekannten so gut an, dass sie weitermachten. Die 31-jährige Wiebke Blume war von den Handarbeiten, die sie zur Geburt ihrer Tochter Leni geschenkt bekam, begeistert und inspiriert. Während sie bis dahin nur ab und zu mal ein Halstuch für ihre Nichten genäht hatte, wurde das Nähen zum intensiven Hobby. Die Nachbarinnen schlossen sich zusammen un nähen als Goethegirls seit mehr als zwei Jahren – manchmal zusammen, aber meistens jeder in seinem eigenen Nähzimmer. „Auf unserer ersten Ausstellung waren wir nur mit Hosen, Tüchern und Mützen für Kinder und mit Hundeleinen und Halsbändern“, erinnert sich Blume. Das Sortiment hätte sich allerdings sehr erweitert, hinzugekommen seien Pullover, T-Shirts, Jacken, Kleider und Röcke, erzählt sie.

Serie: Handgemacht in Seelze

Sie fertigen Hüte, Seife, Babykleidung, Puppen, Geschirr und Taschen: Seelze hat ein erstaunliches Kreativ-Potenzial. In unserer Lokalserie „Handgemacht in Seelze“ stellen wir Menschen vor, die tatsächlich noch mit den Händen arbeiten. Wir zeigen Künstler an der Nähmaschine, an der Stricknadel, in der Werkstatt und an der Töpferscheibe. Sie erklären uns, wie aus einer Idee oder einem Hobby kleine Geschäftsmodelle werden können. ton

Gute Qualität ist wichtig

In Büchern und im Internet suchen die Hobbykünstler nach Schnittmustern, erst danach wird der Stoff gesucht. „Es kann aber auch mal vorkommen, dass ein Stoff ein Jahr liegen bleibt“, erklärt Blume und verrät, dass aus allen Stoffresten letztlich Mützen und Halstücher genäht werden. Um Stoffe einzukaufen, besuchen die Goethegirls Stoffmärkte und verschiedene Stoffhändler. Sogar bis Sachsen-Anhalt sind sie schon gereist. „Wir müssen die Stoffe nicht nur sehen, wir müssen sie auch einfach anfassen und fühlen“, erklärt Anja Kamin. Das Team der Näherinnen legt großen Wert auf gute Qualität und so sind alle angebotenen Produkte aus 95 Prozent Baumwolle und 5 Prozent Elasten. Die bunte farbenfrohe Kinderkleidung wird bislang nur auf Hobbykunstmärkten angeboten. Drei bis fünf Märkte besuchen die drei Frauen im Frühjahr, ab September bis zum Jahresende sind sie alle 14 Tage auf einer Ausstellung. „Kunden, die bei uns einkaufen, rufen auch wieder an und geben eine Bestellung auf“, sagt Blume. Ziel sei es, in Zukunft die Waren aber auch zusätzlich über einen Online-Shop zu verkaufen. Mittlerweile haben die Goethegirls viele Stammkunden, die sie gezielt auf Märkten aufsuchen, um ihre Kinder einzukleiden. Von Größe 56 bis 134 sind die Kleidungsstücke vorrätig, darüber hinaus werden auch Bestellungen in größeren Größen angenommen. „Man kann uns auch für Hausparties buchen, wir bringen Stoffe und Muster mit und nähen dann auf Bestellung“, erklärte Blume.

Info: Wer an den Produkten interessiert ist, kann die Goethegirls auf dem nächsten Kunsthandwerkermarkt in Seelze am Sonntag, 10. März, besuchen oder mit Wiebke Blume unter Telefon 0177 8877878 schon vorher Kontakt aufnehmen.

Von Heike Baake