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Nachrichten Rat diskutiert über drei Namen für neue IGS
Region Seelze Nachrichten Rat diskutiert über drei Namen für neue IGS
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00:15 28.01.2017
Mit dem Namen der geplanten IGS beschäftigt sich der Rat, der im Forum der Geschwister-Scholl-Schule tagt.
Mit dem Namen der geplanten IGS beschäftigt sich der Rat, der im Forum der Geschwister-Scholl-Schule tagt. Quelle: Thomas Tschörner
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Seelze

Die achtköpfige Planungsgruppe, die das pädagogische Konzept der neuen IGS erarbeitet, hatte sich im Dezember einstimmig für den Schriftsteller Bertolt Brecht als Namensgeber der Schule ausgesprochen. Brecht habe auch erzieherisch gewirkt und sei ein Vorkämpfer für benachteiligte Gruppen gewesen, hatte Regina Schlossarek-Aselmeyer erklärt, Leiterin der Planungsgruppe und Schulleiterin der Humboldtschule sowie kommissarische Schulleiterin der IGS. Niemand solle ausgegrenzt, alle sollten mitgenommen werden. Die neue IGS wird mit voraussichtlich 150 Kindern im nächsten Schuljahr den Betrieb im Schulzentrum Seelze aufnehmen.

Doch es gab in der Stadt auch Kritik an dem Namensvorschlag. Dabei ging es nicht um Brechts literarisches Schaffen, sondern um seine Nähe zum Regime der DDR in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. "Brecht war immer ein Opportunist gewesen", sagt FDP-Fraktionschef Harald Temmler. Dazu sollten Kinder aber nicht erzogen werden. Temmler nennt den Schriftsteller einen Salon-Kommunisten, der stets im Warmen gesessen habe und den Weg des geringsten Widerstands gegangen sei. Die FDP schlage als Namensgeber Kurt Tucholsky für die IGS vor. Tucholsky sei ein begnadeter Beschreiber der Unterschicht und der Mittelschicht gewesen. In seinen Geschichten seien Probleme zudem nie durch Gewalt gelöst worden. Der Schriftsteller sei Mitglied in der SPD und später auch der KPD gewesen, aber kein Kommunist, sagt Temmler.

Die CDU-Fraktion schlägt dagegen den Namen "Integrierte Gesamtschule Seelze" vor. Die in Gründung befindliche IGS sei eine allgemeinbildende Schule ohne besondere fachliche Ausrichtung, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Willms. Typische Namen, die bereits eine Ausrichtung zur Mathematik, den Naturwissenschaften, den Sprachen oder Musik und Kunst hinweisen, seien deshalb nicht sinnvoll. Mit Bertolt Brecht werde vor allem der Lyriker und Dramatiker verbunden. Ein Bezug zu einer Integrierten Gesamtschule ginge daraus nicht unmittelbar hervor. Auch einen direkten Bezug zur Stadt Seelze gebe es nicht. Mit dem Vorschlag der CDU würde das Konzept der Schule unmissverständlich betont, weitere Zusätze seien nicht notwendig. Willms verweist auf andere Gesamtschulen in der Region, bei denen die Namensgebung aus IGS und Stadtteil oder Stadt gängige Praxis sei.

Bürgermeister Detlef Schallhorn verteidigt dagegen den Vorschlag der Planungsgruppe für die IGS. In der Vergangenheit sei es Brauch gewesen, die von den Schulen kommenden Vorschläge zu unterstützen. Die Planungsgruppe habe sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Es gebe zudem diverse Schulen mit dem Namen Brecht. Er werde deshalb im Rat für diesen Vorschlag stimmen.

Die Sitzung des Rates beginnt am Donnerstag, 26. Januar, um 19 Uhr im Forum der Geschwister-Scholl-Schule.

Von Thomas Tschörner