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Nachrichten Samenflug der Pappeln nervt
Region Ronnenberg Nachrichten Samenflug der Pappeln nervt
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21:11 06.05.2014
Von Kerstin Siegmund
Streitthema Pappeln in Benthe: Gerald Müller (CDU)
Streitthema Pappeln in Benthe: Gerald Müller (CDU) Quelle: Sigmund
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Ronnenberg

Jedes Jahr aufs Neue beschäftigt sich der Ortsrat mit den Pappeln. Anlass für den Unmut der Anwohner rund um den Wallteich sind sieben Bäume, die im Sommer die sogenannte Pappelwolle abwerfen. Das sind flusenähnliche Fasern, die den Aufenthalt im Freien für einige Menschen unerträglich machen.

Bei einem Ortstermin am Montagabend forderte Gerald Müller (CDU) eine kurzfristige Entscheidung. „Die Leute leiden, und ich will nicht jeden Tag auf das Problem angesprochen werden“, sagte Müller. Der Anwohner Reinhard Köster erwartet ebenfalls, dass die Bäume beseitigt werden. „Wir müssen erhebliche Einschränkungen hinnehmen“, sagte Köster.

Das Problem schien gelöst, als die Stadtverwaltung laut Ortsratsbeschluss im Februar 2012 vier Pappeln am Thorgarten fällen ließ. Das hatten die Anwohner unter anderem mit einer Unterschriftensammlung gefordert. Die Verwaltung legte dem Ortsrat ein Gestaltungskonzept für das Regenrückhaltebecken am Wallteich vor. Dort stehen die sieben Pappeln, deren Samenflug weiter für Ärger sorgt.

Laut Ortsratsbeschluss sollen diese etwa 20 Meter hohen Bäume nach und nach beseitigt werden, wenn sie morsch geworden sind. Vorgesehen sind auch Neuanpflanzungen anderer Baumarten, damit der künstlich angelegte Teich ausreichend Schatten erhält. Ulrich Schmersow, Regionsabgeordneter der Grünen aus Benthe, wies darauf hin, dass „das Gewässer im Sommer umkippt“. Wenn die Bäume fielen, würde es stärker der Sonne ausgesetzt. Er warnte davor, gesunde Bäume zu fällen. Das könnte die Kommune rechtlich in Bedrängnis bringen. Dieses Argument konnte den Juristen Müller nicht überzeugen. Er appellierte eindringlich an seine Ortsratskollegen: „Wir haben 2012 das Problem nicht gelöst.“ Seinen Antrag, sämtliche Pappeln zu fällen, wird der Ortsrat aber erst in der nächsten Sitzung diskutieren. Müller hatte die Antragsfrist nicht beachtet.

Wie ein Kompromiss aussehen könnte, wurde am Montag deutlich. Ein Bürger schlägt einen Rückschnitt auf acht Meter Länge vor. Das würde 70 Prozent des Samenflugs beseitigen. Die Bäume komplett zu entfernen, sei nicht ratsam. „Das Wurzelwerk dient der Uferbefestigung.“

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