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Nachrichten SV Weetzen: Beim Boßeln sind auch Makkaroni im Spiel
Region Ronnenberg Nachrichten SV Weetzen: Beim Boßeln sind auch Makkaroni im Spiel
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00:18 28.11.2018
Vor dem Boßeln befinden sich die fast 50 Teilnehmer am Klubhaus noch in der Aufwärmphase. Quelle: Ingo Rodriguez
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Weetzen

Was haben bloß Tennisbälle, Röhrennudeln und Zahnstocher mit dem friesischen Freiluft-Wurfspiel Boßeln zu tun? Genau genommen zunächst einmal gar nichts. Beim alljährlichen Boßelspaß des Sportvereins Weetzen kommen die Teilnehmer der Aktion aber nicht allein mit den Spezialkugeln und dem normalem Regelwerk des beliebten Wettbewerbs aus. Wenn sich Ende November vor dem Klubhaus an der Bröhnstraße Jahr für Jahr etwa 40 bis 50 Dorfbewohner treffen, geht es nicht nur darum, anschließend mit Bollerwagen sowie Proviant und Zielwasser in der Feldmark eine etwa fünf Kilometer lange Strecke zu bewältigen und dabei möglichst wenig Würfe zu benötigen, ohne mit der Boßelkugel von der Strecke abzukommen. Das haben auch jetzt wieder fast 50 Teilnehmer aus dem Verein und dem Dorf sehr amüsiert zur Kenntnis genommen.

Schon vor dem Boßeln ist am Klubheim beim Tennisballwerfen Zielgenauigkeit und Treffsicherheit gefragt. Organisator Thomas Bensch prüft den Ablauf und schaut amüsiert zu. Quelle: Ingo Rodriguez

Vor dem Abmarsch in die Feldmark bat Organisator Thomas Bensch die Mitspieler der verschiedenen Teams gleich schon einmal am Klubheim zum Zielwerfen auf Eimer mit Tennisbällen. „Als Sportler seid Ihr ja jetzt noch in der Glühwein-Aufwärmphase und könnt schon einmal Eure Treffsicherheit einstellen“, sagte Bensch in seiner Begrüßung. Und er betonte: „Die Wurfversuche werden mitgezählt und fließen in die Endauswertung mit ein.“ Beim Boßeln des SV Weetzen geht es nicht nur um einen Wanderpokal. „Der Sieger bekommt auch die Erlöse aus den Antrittsgeldern. Meist spendieren die Sieger dafür eine Runde Schnaps oder spenden den Gewinn für eine Jugendmannschaft“, sagte Bensch.

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Er organisiert den Traditionswettbewerb schon seit etwa 15 Jahren. „Davor hat es mein Onkel Lothar Fromm auch schon fast 20 Jahre gemacht“, sagte Bensch. Er hatte die Organisation von dem bis heute noch amtierenden Vorstandsmitglied 2003 übernommen. Fortgesetzt hat Bensch auch die Tradition des legendären Makkaronispiels. „Bei einem Zwischenstopp müssen jeweils zwei Teammitglieder einander gegenüber stehen und dann versuchen, einen Zahnstocher in eine Röhrennudel einzuführen – beide jeweils nur mit dem Mund“, kündigte Bensch nach dem Auftaktspiel an und gab das Signal zum Abmarsch.

Die Feuerwehrleute haben sich für den traditionellen Boßelspaß sogar eigene Westen mit ihrem Teamnamen bedrucken lassen. Quelle: Ingo Rodriguez

Das Team der Ortsfeuerwehr hatte sich für den Boßelspaß sogar eigene Warnwesten mit ihrem Mannschaftsnamen bedrucken lassen. „Damit sie in der Feldmark nicht verloren gehen“, sagte Bensch augenzwinkernd. Notiz am Rande: Dass es beim SV Weetzen nach dem Boßelspaß noch im Klubheim ein gemeinsames Wurstessen mit weiteren Dorfbewohnern gibt, gehört ebenfalls zur Tradition. Die geballte Brauchtumspflege kam bei dem 30-jährige Debütanten Sven Reich aus Hemmingen gut an. Seine Partnerin aus Weetzen hatte ihn zu dem Spektakel mitgenommen. „Eine spaßige Aktion ist das“, fasste er seine Premiere kurz und knapp zusammen.

Auf Tuchfühlung: Thomas Bensch (Mitte) verfolgt als Punktrichter auch das legendäre Makkaronispiel ganz genau. Quelle: Privat

Von Ingo Rodriguez