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Region Ronnenberg Nachrichten Fahrgäste drängen sich in S-Bahn
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17:48 07.11.2013
Von Kerstin Siegmund
Im morgendlichen Berufsverkehr fallen einige S-Bahnen aus. Quelle: Andreas Zimmer
Ronnenberg

Weinende Kinder auf dem Bahnsteig, die auf dem Weg zur Schule nicht in die S-Bahn einsteigen konnten, weil der einzige Waggon total überfüllt war: Diese Beobachtung schildert Jens Janowski aus Weetzen. Der Familienvater spricht von einem Chaos und war nach Ende seiner Nachtschicht selbst betroffen. Im morgendlichen S-Bahnverkehr kam es auf den Strecken Hannover-Springe (Linie 5) und den Linien 1 und 4 zu Zugausfällen. Laut Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis konnten wegen einer Störung im Stellwerk Hainholz einige Waggons das Depot nicht verlassen. Die Bahn musste sich von 5 bis 9 Uhr mit verkürzten Zügen behelfen.

Janowski, Vater von zwei schulpflichtigen Töchtern, die ebenfalls mit der Bahn unterwegs sind, kritisiert, dass die Fahrgäste nicht informiert wurden. „Es gab keine Durchsagen auf den Bahnsteigen und auch kein Personal, das die Situation erklären konnte.“ Zugausfälle und andere Störungen könnten passieren, meint Janowski. „Die Bahn sollte in einer Notsituation Personal abstellen und Informationen geben“, fordert der Familienvater. Laut Meyer-Lovis wurden die Fahrgäste in den Zügen informiert. Personal, dass den Fahrgästen auf dem Bahnsteig weiterhilft, habe die Bahn nicht zur Verfügung, sagte der Sprecher.

Panikattacke in überfüllter Bahn erlitten

Dramatische Situationen haben Fahrgäste am Mittwochmorgen in der S-Bahn erlebt. Auch in den sozialen Netzwerken im Internet tauschen sich die Fahrgäste über ihre Erlebnisse aus.

Unser Leser Joachim Gladus aus Barsinghausen erlitt nach eigenen Angaben eine Panikattacke, als „in Empelde mit Macht und Kraft derart viele Fahrgäste in den Zug drängten.“ Mit Gewalt und in letzter Sekunde habe er den Zug verlassen müssen, um nicht zu kollabieren. „Ich bin dann von Empelde aus mit der Stadtbahn gefahren, was mir 60 Minuten Verspätung am Arbeitsplatz eingebracht hat, aber immerhin auch körperliche Unversehrtheit“, berichtet Gladus.

Schon in Wennigsen sei der Zug überfüllt gewesen, Reisende mussten am Bahnsteig zurückbleiben. Vor Weetzen habe der Fahrer die Fahrgäste gebeten, nach Möglichkeit auszusteigen und spätere Züge zu nehmen, „was aber niemand tat, denn in Weetzen gab es die Durchsage, dass auch die nachfolgende S 5 verkürzt, nur mit einem Waggon, fährt“.

Eine Ronnenberger Großfamilie soll zu einem mahnenden Beispiel für mögliche Folgen von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit werden. Die Stadt Ronnenberg eröffnet am Donnerstag eine Ausstellung über das Schicksal ihrer jüdischen Mitbürger in der Zeit des Naziterrors. Schon vor dem Beginn ist das Interesse an der Schau sehr groß.

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