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Nachrichten Rettungswesten an Kirchtürmen: Christen setzen Zeichen für Bootsflüchtlinge
Region Ronnenberg Nachrichten Rettungswesten an Kirchtürmen: Christen setzen Zeichen für Bootsflüchtlinge
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00:17 09.06.2019
Vertreter der beteiligten Kirchengemeinden nehmen Rettungswesten von Ronnenberg aus mit zu ihren Kirchen. Quelle: privat
Ronnenberg

Es ist ein starkes Zeichen, das christliche Kirchengemeinden in diesen Tagen im Stadtgebiet Ronnenbergs und in Wettbergen setzen. An ihren Kirchentürmen hängen in den nächsten Wochen orangefarbene Rettungswesten. Damit machen die Gemeinden auf die Not der Menschen aufmerksam, die über die Meere flüchten müssen und auf diesem Weg oft ertrinken.

Christen aus der Region Ronnenberg halten eine Mahnwache ab

Während der wöchentlichen Friedensandacht hielten die Gemeinden aus der Region Ronnenberg am Dienstagabend eine Mahnwache ab. Dabei wurde während einer Schweigeminute eine Rettungsweste am Turm der Ronnenberger Michaeliskirche emporgezogen. „Wir sind hier zusammengekommen, um uns daran zu erinnern, dass Menschen so verzweifelt sind, dass die Flucht ihre einzige Zukunft ist“, sagte Pastorin Rebecca Brückner in der Andacht vor der Kirche. „Wir sind hier, weil wir den hundertfachen Tod im Mittelmeer als Christinnen und Christen nicht einfach hinnehmen können.“

Die Pastorin sprach von 300 Toten in diesem Jahr und Tausenden in den zurückliegenden Jahren. Die Gemeinden setzten nun ein Zeichen für diejenigen, die in Not das Meer überqueren, die dort ertrunken sind und diejenigen, die um sie trauern. Diese Menschen sollen nicht vergessen werden. Gleichzeitig ist die Aktion ein Zeichen der Solidarität mit allen privaten Seenotrettern, deren Arbeit von verschiedenen nationalen Regierungen erschwert und kriminalisiert werde, sagte Brückner vor der Andacht.

Weitere Westen werden zu Pfingsten aufgehängt

Die Gemeinden aus dem Kirchenkreis Ronnenberg folgen dem Vorbild aus hannoverschen Kirchengemeinden und aus dem Nachbarkirchenkreis Laatzen-Springe. In Hannover initiierte Marina Röthlinger vom Aktionsbündnis Seebrücke Hannover die Aktion, wiederum nach einer Idee aus Dessau. Auch sie nahm an der Andacht teil und warb für das Bündnis, das auf die Situation der Menschen in Seenot aufmerksam macht und das unter anderem dafür wirbt, dass sich Kommunen zu Sicheren Häfen erklären. Diese Kommunen sind bereit, Flüchtlinge, die aus Seenot gerettet werden, zusätzlich zu dem zugeteilten Kontingent weiterer Geflüchteter aufzunehmen.

Zu Pfingsten werden weitere Rettungswesten an den Kirchen in Egestorf, Langreder und Kirchdorf befestigt.

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Von Uwe Kranz

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