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Region Ronnenberg Nachrichten Verein hilft Eltern von Frühchen und Sternenkindern
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00:20 22.06.2019
Mit kleinen Dingen wollen die Vereinsmitglieder betroffene Eltern unterstützen. Quelle: Patrick Schiller
Linderte

Die Überschrift der Einladung wirkte eher nüchtern, die Veranstaltung selbst vereinte viele Emotionen: Der Förderverein Sternenzauber und Frühchenwunder hatte zu einem regionalen Kreativtreffen ins Linderter Dorfgemeinschaftshaus gebeten. Doch daraus wurde nicht nur ein Arbeitseinsatz, bei dem eifrig genäht, gebastelt, gestrickt und gehäkelt wurde. Vor allem sprachen die Mitglieder der Gruppe intensiv miteinander. Denn viele von ihnen eint das traurige Schicksal, selbst ein Kind verloren zu haben.

Manche Kleidungsstücke kann man nicht einfach kaufen

Manchmal endet eine Schwangerschaft abrupt, das Kind kommt viel zu früh auf die Welt. Manche dieser Kinder schaffen den Schritt ins Leben, manche aber sterben schon vor oder während der Geburt oder bald danach. Den Eltern von Frühchen oder Sternenkindern möchten die Mitglieder des Vereins Sternenzauber und Frühchenwunder beiseitestehen – mit kleinen Dingen.

Für Frühchen fehle es in vielen Kliniken an der passenden Kleidung, sagt Stephanie Heuer, regionale Ansprechpartnerin des Fördervereins. „Dann braucht man halt Strampler in Größe 38. Aber die kann man nicht einfach kaufen.“ Hier setze Sternenzauber und Frühchenwunder mit seiner Arbeit an.

In Handarbeit fertigen die Mitglieder Einschlagdecken, winzige Mützen, aber auch Erinnerungsstücke an. Für Eltern von Sternenkindern gestalten sie auf Wunsch Erinnerungsboxen: Sternenpost, wie die bunten Kisten hier genannt werden. Sie sind liebevoll gefüllt mit Engelsflügeln, bemalten Kerzen, Schlüsselanhängern und ganz individuellen Erinnerungsstücken.

Das Angebot des Vereins ist kostenlos

Das Angebot des Vereins ist vielfältig und kostenlos. „Jeder kann trauern. Egal, ob man sein Kind nach der Geburt, in der 23. Schwangerschaftswoche oder in der sechsten verloren hat“, sagt Heuer. Das Thema sei in Deutschland allerdings noch immer tabuisiert. Im Freundeskreis heiße es dann: „Probiert es halt noch mal, dann klappt es.“ „Denkste!“, sagt Heuer. Oft träten Eltern an den Verein heran, die bereits wiederholt Fehlgeburten erlitten hätten.

Bis 2013 wurden tot geborene Kinder mit einem Gewicht unter 500 Gramm rechtlich nicht als Menschen anerkannt. Eltern hätten ihre verstorbenen Kinder in den allermeisten Fällen in einer kalten Nierenschale erhalten, erzählt Heuer. Am 31. Januar 2013 beschloss der Deutsche Bundestag dann einstimmig ein Gesetz, wonach Eltern ihre Sternenkinder beim Standesamt mit Vornamen und Geburtsdatum registrieren lassen und es auch beerdigen können. Um den Sternenkindern etwas Würde für ihre kurze Lebenszeit zu schenken, nähen die Ehrenamtlichen im Linderter Dorfgemeinschaftshaus Kleidungsstücke, Tücher und Taschen in diversen Mini-größen.

Etwas Buntes für ungewisses Zeiten

Gleichermaßen unterstützen die Vereinsmitglieder Krankenhäuser und betroffene Eltern mit selbst genähter Kleidung und Decken für Frühgeburten, die noch in Brutkästen liegen müssen. Die Zeit der Ungewissheit in den Kliniken sollen für die Eltern damit etwas bunter gestaltet werden.

Betroffene Eltern können sich auf der Facebookseite von Sternenzauber und Frühchenwunder oder über die Internetseite sternenzauber-fruehchenwunder.de an den Förderverein wenden. Dabei spiele es keine Rolle, ob der Verlust akut sei oder bereits länger zurück läge, sagt Heuer.

Unterstützer brauchen Unterstützung

Im Förderverein Sternenzauber  und  Frühchenwunder sind neue Mitglieder jederzeit willkommen. Geldspenden können auf das Konto, IBAN: DE79 3305 0000 0000 8418 82, BIC: WUPSDE33XXX oder per Paypal unter der Adresse sternen.wunder@gmx.de überwiesen werden. Ebenso willkommen sind Stoff- und Materialspenden. Informationen hierzu sind unter der E-Mail-Adresse Info@sternenzauber-fruehchenwunder.de erhältlich.

Von Patrick Schiller

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