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Nachrichten Stadtrat einig gegen Haldenabdeckung
Region Ronnenberg Nachrichten Stadtrat einig gegen Haldenabdeckung
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10:17 13.12.2018
Die Kalihalde befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung in Ronnenberg. Quelle: Uwe Kranz
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Ronnenberg

Eine spontane Änderung der Tagesordnung machte es am Mittwochabend möglich, dass sich der Rat der Stadt in öffentlicher Sitzung gemeinschaftlich gegen die geplante Abdeckung der Kalihalde aussprechen konnte. Im Namen aller Fraktionen verlas Jens Williges (Grüne) eine Resulution, mit dem klaren Ziel, dass der Antragsteller seinen Antrag zurückzieht, bevor er viel Geld für die Gutachter ausgibt, wie es der Fraktionsvorsitzende ausführte.

Mit rund 30 Zuhörer war die Aula der Marie Curie Schule gut besetzt. Viele davon waren augenscheinlich wegen des Themas Kalihalde erschienen. Anders als in anderen Sitzungen gab es für viele Reden und Beschlüsse Applaus, den lautesten für die Resolution gegen die Renaturierung der Halde.

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Bereits in der Einleitung der Resolution legte sich der Rat klar fest: „Der Rat der Stadt Ronnenberg teilt die Befürchtungen, die die Einwohnerinnen und Einwohner des Stadtteils Ronnenberg auf der Informationsveranstaltung am 29.11. geäußert haben.“ Auf der Veranstaltung mit über 400 Einwohnerinnen und Einwohner habe sich eindrucksvoll gezeigt, dass die Ronnenberger die geplante Abdeckung der Kalihalde mit Bauschutt nicht wollen, heißt es weiter. Rudi Heim bezeichnete dies später als „die größte Protestaktion in der Geschichte Ronnenbergs“.

Die Ummantelung der Kalihalde werde unbestritten über einen sehr langen Zeitraum erhebliche Belastungen für die Einwohner mit sich bringen, insbesondere bezüglich Staub, Lärm, Erschütterung und Verkehr, führte Williges weiter aus. „Alle bislang erkennbaren und zu berücksichtigenden Belange sind mit kaum oder nicht zu lösenden Problemen belastet.“

Die Einigkeit der Ronnenberger gegen das Projekt wird in dem folgenden Appell der Resolution deutlich: „Der Rat fordert die Firma Menke Umwelt Service Ronnenberg GmbH Co. KG, sowie die sie unterstützende Firma E. und B. GmbH auf, ihr Vorhaben der Abdeckung und Rekultivierung der Kalirückstandshalde Ronnenbergs nicht gegen den Willen der Ronnenberger Einwohnerinnen und Einwohner , nicht gegen den Willen des gesamten Rates der Stadt Ronnenberg, nicht gegen den Willen aller im Rat vertretenen Parteien und nicht gegen die Empfehlung der Stadtverwaltung durchzusetzen.“ Politiker aller Parteien forderten daher die daher die Firma Menke auf, ihre Planungen umgehend zu stoppen und nicht weiter zu verfolgen.

Vor dem Gemeinschaftshaus und während der Veranstaltung am 29. November protestierten Bürger aller Altersklassen gegen die Haldenabdeckung. Quelle: Ingo Rodriguez

Nachfolgend äußerten Politiker von SPD, AfD und FDP ihre Zustimmung zu dem Papier. „Alle ziehen an einem Strang“, stellte Jörg Garbe (CDU) zusammenfassend fest, ehe die Resolution ohne Gegenstimme und Enthaltung beschlossen wurde.

Diese Geschlossenheit im Rat passe wunderbar in die Weihnachtszeit, erklärte die Ratsvorsitzende Karin Reinelt. „Bei einem so wichtigen Thema waren wir uns noch nie so einig.“ Diese Einigkeit und den Schulterschluss mit den Einwohnern können die Ratsmitglieder bereits am Sonntag, 16. Dezember, untermauern. Für diesen Termin hat die Bürgerinitiative „Bauschuttdeponie – Nein Danke!“ zu einer Lichterkette zwischen den Friedhöfen in Ronnenberg und Weetzen eingeladen.

Von Uwe Kranz