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Nachrichten 17 Millionen Euro für neue Kitas
Region Ronnenberg Nachrichten 17 Millionen Euro für neue Kitas
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12:51 21.08.2018
Der Bau einer kirchlichen Kita in Ronnenberg kann die Unterversorgung nur vorübergehend ausgleichen. Quelle: Uwe Kranz
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Ronnenberg

Das mussten die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Jugend, Sport, Soziales, Senioren, Gleichstellung und Integration erstmal sacken lassen: In einer öffentlichen Sitzung am Montag stellte der Fachbereich die erwarteten Bedarfszahlen für Kitas und Schulen vor. Dazu zeigte das Team um Fachbereichsleiter Torsten Kölle mögliche Lösungen auf. Fazit: Es könnte sehr teuer werden für die Stadt Ronnenberg.

Aus der Auflistung der Zahlen ergab sich im Bereich der Kindertagesstätten in allen Stadtteilen mit Ausnahme von Benthe für den Betrachtungszeitraum bis 2023 eine deutliche Unterversorgung. Dem will die Stadt mit Neubauten in Empelde am Seegrasweg (bereits geplant) und an der Hansastraße, in Ronnenberg im Ohefeld, in Linderte und in Weetzen begegnen. Sollten alle Projekte umgesetzt werden beliefen sich die Gesamtkosten auf rund 17 Millionen Euro, so der Vortrag. Der tatsächlichen Bedarf müsste allerdings jedes Jahr aufs Neue kontrolliert werden so Kölle. Anders als bei den Schülerzahlen sei man bei Krippen auf Prognosen angewiesen, da diese Kinder zum Teil noch nicht geboren seien.

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Für die Lösungsvorschläge konzentrierte sich die Behörde auf „zur Verfügung stehende stadteigene Flächen“ bei der Standortsuche. Der Erste Stadtrat verwies darauf, dass die Prognose nach dem Motto erstellt wurde „Wenn sonst nichts passiert“. Eine Erschließung der ehemaligen Zuckerfabrik in Weetzen als Baugebiet könnte zum Beispiel die Lage vor Ort noch einmal verschärfen. Zudem verwies er auf die Folgen für den Stellenplan der Verwaltung. „Das können sehr schnell 50 neue Mitarbeiter in unterschiedlichen Bereichen der Verwaltung werden“, sagte er.

Wie stark die Stadt möglicherweise von Personal- und Bauplanung betroffen sein wird, hänge auch davon ab, ob alle neuen Einrichtungen unter städtischer Trägerschaft bleiben. Einen entsprechenden Beschluss hatte der Rat erst vor den Sommerferien gefasst. Beim Bau neuer Einrichtungen müsse ihrer Meinung nach darüber wieder neu diskutiert werden. Die vorgetragenen Zahlen nehmen die Ausschussmitglieder nun aber zunächst mit zur Beratung in den Fraktionen.

Freibad bietet Grund zur Freude

Die Besucherzahlen im Freibad Empelde sind in diesem Jahr bislang „für unsere Verhältnisse exorbitant gut“, wie Erster Stadtrat Torsten Kölle während der Ausschusssitzung feststellte. Bis zum Stichtag 13. August wurden insgesamt 41.725 Schwimmer, darunter 32.550 zahlende Gäste, registriert. In der Statistik der nichtzahlenden Besucher werden Mitglieder von Rettungsdiensten gezählt, die in Empelde freien Eintritt genießen, und Dauerkarteninhaber ab dem zweiten Besuch. Im gesamten Jahr 2017 kamen lediglich 10.900 Badegäste. Kölles Fachbereich stellte vor allem „eine immer größer werdende Gruppe von Frühschwimmern“ fest. Auch der verbilligte Mondscheintarif ab 17 Uhr wird stark frequentiert, erklärte er. 6237 Spätschwimmer haben demnach das Kassenhäuschen passiert. Darüber können wir uns einfach nur freuen“, sagte Kölle. Bürgermeisterin Stephanie Harms ergänzte: „Das Wetter ist für das Schwimmbad die beste Werbung.“ uwe

Dort werden auch die Schülerzahlen diskutiert werden müssen, auch wenn Kölle an dieser Stelle weniger problematische Zahlen zu Protokoll gab. So sei Benthe weit entfernt von einer Erweiterung auf zwei Züge, und das Schüleraufkommen in Empelde können mit dem in der Planung befindlichen Bau der Grundschule Auf dem Hagen gut aufgefangen werden. Allerdings seien Unterversorgungen an den Standorten in Weetzen und Ronnenberg zu erwarten.

In Weetzen sei das Problem auf einfache Weise lösbar, erklärte Kölle. Kurzfristig könne der Hort in die ehemalige Gaststätte Lüerßen ausgelagert und somit Platz für Klassenräume geschaffen werden. Bei einem Bedarf zur Erweiterung der Schule stünden angrenzende Flächen zur Verfügung.

Anders in Ronnenberg: Hier gibt es für die Grundschule im Ortszentrum keine Möglichkeiten zur Erweiterung. Erwartet wird allerdings, dass der Bedarf bis 2023 drei Züge deutlich überschreitet. Die Lösungen sind teilweise komplex: Infrage käme eine Erweiterung an einem zweiten Standort. Damit sei aber kein Betrieb möglich, „den man vernünftig führen kann“, meinte Kölle, der als zweite Möglichkeit die „Empelder Lösung“ aufzeigte: Den Rückbau der bestehenden Grundschule auf zwei Züge mit mehr Raum für die dortigen Schüler und den Bau einer zweiten eigenständigen Grundschule.

Als Idee schlug Kölle die Verlagerung der Marie Curie Schule nach Empelde vor, verbunden mit baulichen Maßnahmen am dortigen KGS-Standort. Die Räume in Ronnenberg könnten dann zusammen mit dem neueren Trakt der Grundschule für die Klassen 1 bis 4 verwendet werden. Der historische Bereich der Grundschule wäre dann sogar frei für vielfältige Verwendungen für Verwaltung und Allgemeinheit. Für die Veränderungen in der Schullandschaft hatte die Verwaltung noch keine Kostenschätzungen parat.

Von Uwe Kranz