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Nachrichten Ronnenbergs wohl musikalischster Schulleiter geht in den Ruhestand
Region Ronnenberg Nachrichten Ronnenbergs wohl musikalischster Schulleiter geht in den Ruhestand
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15:03 28.06.2019
Letzte Übungsstunde: Schulleiter Thomas Stark begleitet seinen Schülerchor mit der Gitarre. Quelle: Uwe Kranz
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Ronnenberg

Das letzte Lied ist „Klassenkamerad“: Zum Abschluss der Probe singen die Kinder des Ronnenberger Schülerchores noch einmal gemeinsam aus vollem Halse mit. Dann verabschieden sie sich von ihrem Chor- und auch Schulleiter, denn Thomas Stark geht mit Ablauf des Schuljahres am kommenden Mittwoch in den Ruhestand. Nach dem Studium in Duisburg hatte ihn sein Weg über Beirut, Essen und Lübeck nach Ronnenberg geführt, wo er nach fast genau 20 Jahren als Schulleiter seine berufliche Karriere beendet.

„Die Erlebnisse in Beirut haben mich verdreht“

Schon früh in seiner Laufbahn als Lehrer standen seine Werte auf dem Prüfstand, wie Stark erzählt. In der deutschen Schule in Beirut hatten seine Schüler 1977 kurz nach dem Bürgerkrieg mehr Lebenserfahrung als er. Die Erlebnisse, die er in der libanesischen Hauptstadt gemacht hat, „haben mich ganz schön verdreht“, räumt er ein.

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Zurück in Deutschland war er 1981 Mitbegründer der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Essen und baute dort in den folgenden Jahren den Ganztagsbetrieb auf. Anfang der Neunzigerjahre war die Schule auf 1500 Schüler angewachsen. „Sie war schwerfällig geworden. Es bewegte sich nichts mehr“, erzählt Stark, der daraufhin in einer Grundschule in der Lübecker Altstadt wechselte. Rund zehn Jahre später folgte der zweite Wechsel des Bundeslandes – nach Ronnenberg.

„Es war mein Anliegen, an der Schule einen musisch-künstlerischen Zweig einzurichten“, erzählt der Schulleiter, der anfangs mit den Ansichten der etablierten Lehrerinnen in Ronnenberg „ganz schön zu ackern hatte“. Mit vielen gemeinsamen Projekten habe er es aber geschafft, eine Menge Kolleginnen zu motivieren.

Mehrere Hobbies warten auf den Ruheständler

Er habe ein „ambivalentes Verhältnis zu dem Gedanken, in ein paar Tagen aufzuhören“, sagt der Vater von zwei erwachsenen Kindern. „Den Ausbau der Grundschule zur Gesamtschule finde ich superspannend“, verrät er. Allerdings beginnt dieser voraussichtlich erst in vier bis fünf Jahren und kommt für eine Beteiligung des scheidenden Schulleiters zu spät.

Gleich mehrere Hobbies warten auf Stark im Ruhestand: Er sei ein begeisterter Radfahrer, der auch vor mehrtägigen Touren nicht zurückschreckt. „Ich reise auch unheimlich gern“, sagt er. Und dann ist da auch noch sein erstes Enkelkind, das mehr Aufmerksamkeit erfahren soll, ganz zu schweigen von seiner musischen Aderk, die auch privat recht ausgeprägt ist.

„Ich singe in zwei Chören und seit über 50 Jahren“, erzählt Stark, der vor einigen Jahren gemeinsam mit seiner Frau ein Haus in Empelde erworben hat. So unterstützt er beispielsweise als Tenor den Benthr NewKammerChor mit wachsender Begeisterung.

Am Mittwoch, 3. Juli, ab 12 Uhr bei seiner offiziellen Verabschiedung werden andere singen – zum Beispiel Leon Braje. Der über eine Fernsehshow bekannt gewordene Sänger aus Ronnenberg war einst Mitglied im Schulchor von Thomas Stark. Zum Festakt eingeladen sind rund 50 Gäste, darunter Bürgermeisterin Stephanie Harms, Superintendentin Antje Marklein und der frühere Stadtdirektor Bernhard Lippolt.

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Von Uwe Kranz