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Nachrichten Ronnenberg: Kalihalde wird renaturiert
Region Ronnenberg Nachrichten Ronnenberg: Kalihalde wird renaturiert
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14:54 20.08.2018
Die Kalihalde in Ronnenberg reicht bis dicht an die Wohnbebauung heran. Quelle: Uwe Kranz
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Ronnenberg

Das Ergebnis kann sehr positiv ausfallen. Das zeigt das Beispiel des inzwischen sogenannten Waldbergs in Empelde. Dort wurde die frühere Kalihalde mit Bauschutt und Erde so abgedeckt, dass der Berg heute eine Heimat für Kultur- und Sportveranstaltungen und eine wunderbare Aussicht über das Calenberger Land und Hannover bietet. Auch in Ronnenberg soll die dortige Kalihalde einen Ummantelung erhalten, wie jetzt die Landesbergbaubehörde bestätigte. Am vergangenen Donnerstag trafen sich dazu Vertreter von Behörden und Verbänden zu einer Antragskonferenz im Gemeinschaftshaus, um die notwendigen Rahmenbedingungen zu besprechen.

Mit am Tisch saßen unter anderem die Landwirtschaftskammer, der Naturschutzbund (Nabu) und die Jägerschaft, aber auch die Stadt Ronnenberg und die Region Hannover. Gesammelt wurden Interessen der einzelnen Gruppierungen unter anderem zum Umweltschutz als Vorbereitung für einen Antrag der ausführenden Firma. Dabei handelt es sich, wie Bürgermeisterin Stephanie Harms bestätigte, um die Firma Menke Umwelt Service Ronnenberg mit Sitz in Hannover.

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Das weitere Verfahren erläutert Björn Völlmar, Sprecher der Landesbergbaubehörde, wie folgt: Zunächst ist das ausführende Unternehmen gehalten, Gutachten zu den Umwelteinwänden erstellen zu lassen, die am Donnerstag vorgebracht worden sind. Auf dieser Grundlage kann die Firma Menke dann einen Antrag auf Ausführung der Arbeiten stellen. Daran schließt sich ein Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung an, in das auch eine Öffentlichkeitsbeteiligung integriert sein soll. Und erst nach einem abschließenden Erörterungstermin, in dem letzte Einwände abgewogen werden, kann mit den Arbeiten begonnen werden. Auf einen zeitlichen Rahmen für diesen Prozess wollte sich Völlmar indes nicht festlegen.

Keine Sorgen machen müssen sich nach seinen Ausführungen die Anwohner, ob der Zusammensetzung des Abdeckungschicht. Es kommt nur „unkritisches Material zum Einsatz“, sagte Völlmar und zerstreute damit Gerüchte, auch belastete Baustoffe könnten auf der Ronnenberger Halde abgekippt werden. Solche Dinge müssten in den Planungsunterlagen fixiert werden und würden dann spätestens im Planfeststellungsverfahren von den Umweltverbänden angeprangert, erklärt er.

„Ich mache mir eher Gedanken um die Zeit der Arbeiten“, sagt Wolfgang Zehler, Fachbereichsleiter der Stadt Ronnenberg und verweist auf die Kernprobleme des gesamten Projektes. Mit bis zu 50 Lastwagen pro Tag rechnet Bürgermeisterin Harms. Die Führung dieses Transportverkehrs gilt bislang als logistische Herausforderung, zumal Ortslagen nicht zur Anfahrt genutzt werden dürfen, wie Zehler erklärt.

Aber auch der Umgang mit Geräusch- und Staubemissionen ist ein wesentliches Thema, das vor Beginn der Arbeiten geklärt sein muss. Nachtarbeit schloss Völlmar sowohl für die Anfahrt als auch für die Erdarbeiten auf der Halde von vorn herein aus, zumal der Kaliberg in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wohnstraßen wie Magdeburger Straße, Normannische Straße oder Steigerstraße liegt.

Viele Probleme müssen gelöst werden, ehe die eigentliche Planung anfangen kann. Spätestens zu Beginn des Planungsfeststellungsverfahrens, bei dem die Unterlagen öffentlich ausgelegt werden, wird die Öffentlichkeit über die Presse informiert, verspricht Völlmar.

Von Uwe Kranz