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Region Ronnenberg Nachrichten Nachwuchs-Casting bei der DRK-Rettungshundestaffel
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16:26 19.08.2019
Daniela Frieße (links) mit Schäferhund Don und Marc Isenberg mit Labrador Max haben beim Hunde-Casting ihr Können unter Beweis gestellt. Quelle: Finn Bachmann
Empelde

Sie helfen Vermissten und Verlaufenen in der Not: Die Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes hat schon vielfach Leben gerettet. Nachwuchs zu finden, gestaltete sich für die Ehrenamtlichen in den vergangenen Jahren zunehmend schwer. Mit einem Hunde-Casting, bei dem Interessierte sich mit ihrem Hund an unterschiedlichen Aufgaben versuchen konnten, stellten sie ihre Arbeit am Sonntag in Empelde der Öffentlichkeit vor.

Von der hohen Anzahl der erschienenen Bewerber ist Hundeführerin Michaela Komoll überrascht. „Wir haben viele Anmeldungen, das hat heute ein bisschen den Rahmen gesprengt“, sagt sie. Die Interessenten, die keinen Platz mehr ergattern konnten, werden in den nächsten Wochen zu zusätzlichen Terminen eingeladen.

Michaela Komoll (links) und Anna-Kathrin Petersen freuen sich über die hohe Teilnehmerzahl. Quelle: Finn Bachmann

Daniela Frieße hat sich mit Schäferhund Don bei den Helfern vom DRK beworben. Obwohl die Organisatoren keine perfekte Leistung erwarteten, sei sie etwas aufgeregt gewesen. „Ich habe schon länger überlegt, was ich Sinnvolles für mich und den Hund tun kann“, sagt sie. Sie kann sich gut vorstellen, das DRK-Team in Zukunft zu unterstützen. „Ich finde es toll, dass man als Privatperson die Chance hat, anderen zu helfen“, sagt sie.

Hunde werden auf ihre Reaktion getestet

Anna-Kathrin Petersen ist seit 2017 dabei. Sie habe vor allem etwas gesucht, was ihr und ihrem Hund gleichermaßen Spaß macht. „Hier kann man effektiv Menschen helfen“, sagt sie. Heute wirbt sie selbst um Verstärkung der Gruppe. „Wir wollen zeigen, was man mit den Hunden Sinnvolles machen kann, um Nachwuchs zu motivieren“, sagt Petersen. Ehrgeiz ist für sie das wichtigste. „Es ist kein Schönwettersport, wir sind bei jedem Wetter draußen“, erklärt sie. Dabei seien für Hund und Mensch natürlich auch Gefahren, etwa durch herunterfallende Äste und starken Wind, nicht immer auszuschließen. „Man muss das mit Herz und Seele machen“, fasst sie zusammen.

Eine gute Ausbildung sei wichtig, nicht nur der Hund, sondern auch der Mensch müsse den Einsatz erst erlernen, sagt Petersen. „Es gibt viele Dinge, die der Hundeführer zum Beispiel auch zur Orientierung im Gelände können muss.“ Beim Hunde-Casting werde vor allem die Eignung des Tieres getestet. „Wir haben hier zum Beispiel eine Person, die schreit und sich zu Boden fallen lässt. So können wir gucken, wie die Hunde reagieren“, erklärt sie. Darüberhinaus kommt es überwiegend darauf an, ob das Tier menschenfreundlich und entsprechend erzogen ist. Alles anderen können sich Halter und Hund während der Ausbildung aneignen.

Große Belastung im Dienst der Hundestaffel

Einfach sei der Job der Lebensretter derweil nicht. „Wir hoffen, dass von den 24 Angemeldeten mindestens zwei bei uns bleiben“, sagt Hundeführerin Michaela Komoll. Denn die Belastung im Dienst der Hundestaffel sei hoch. Jede Woche treffen sich die Einsatzkräfte an zwei Tagen zu insgesamt 15 gemeinsamen Übungsstunden. Wer neu dazu kommt, muss zudem eine sanitätsdienstliche Ausbildung, die mit rund 70 Stunden noch einmal sechs Wochenenden ausfüllt, absolvieren. „Das ist sehr viel Zeit, viele kommen da mit falschen Erwartungen“, sagt Komoll, „Unsere Arbeit hat einen sehr ernsthaften Hintergrund – es geht um Menschenleben. Das darf man nicht vergessen.“ Abgewiesen wird aber niemand, dessen Hund die Aufnahmekriterien erfüllt. Wer die Belastungen auf sich nehmen möchte, darf schon bald die Übungsstunden besuchen.

Hunde spüren vermissten Radfahrer auf

Das Aufgabengebiet der Rettungshunde sei vielfältig, betont Komoll. „2002 waren wir bei einem Flugzeugabsturz in der Weser. Wir mussten die Opfer im Wasser orten, was durch Ebbe und Flut schwierig war“, erklärt sie. Sogar die schweizerische Staatsanwaltschaft habe die Ehrenamtlichen schon um Mithilfe gebeten. „Wir konnten mit den Hunden Beweismittel finden“, sagt Komoll. So sei die Schuld eines Gewaltverbrechers nachgewiesen worden. Die jüngste Erfolgsmeldung ist aber erst wenige Wochen alt: Gemeinsam mit den Hunden der Johanniter Unfallhilfe konnte in Negenborn ein vermisster Radfahrer gefunden werden.

Ein eingespieltes Team: Mindestens zweimal pro Woche treffen sich die Hundeführer zu gemeinsamen Übungen und Ausbildungsstunden. Quelle: Finn Bachmann

Auch Techniker und andere Spezialisten sind willkommen

Auch über das Casting hinaus wirbt Hundeführerin Komoll für eine Mitgliedschaft im Deutschen Roten Kreuz. „Das ist in jedem Fall lohnenswert, selbst, wenn der Dienst mit dem Hund nicht klappt, kann man andere Wege gehen“, sagt sie. Engagierte aus den Bereichen Technik, Sicherheit, Wasserrettung und Sanitätsdienst seien ebenso willkommen wie angehende Hundeführer.

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