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Nachrichten Grünflächenkonzeption überzeugt Ortsräte
Region Ronnenberg Nachrichten Grünflächenkonzeption überzeugt Ortsräte
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00:21 24.09.2018
Die Bauhofmitarbeiter müssen regelmäßig auf ihren Touren durch das Stadtgebiet auch zunehmend auf Grünflächen Müll einsammeln. Quelle: Ingo Rodriguez
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Ronnenberg

Die Gremien der Stadt befassen sich in diesen Tagen intensiv damit, wie die Pflege der öffentlichen Grünflächen in der Zukunft bewältigt werden kann. Die Verwaltung hatte dazu vor der Sommerpause einen viele Seiten umfassenden Sachstandbericht zur Aufgabenlage des stätischen Bauhofes vorgelegt aus der inzwischen eine Beschlussvorlage zur Fortschreibung der 2015 erstmals aufgelegten Grünflächenkonzeption entwickelt wurde.

Wichtigster Punkt des Papiers: Die Stadt soll fünf neue Stellen schaffen, um die bestehenden Standards der Grünflächenpflege wieder zu erreichen und für die Zukunft garantieren zu können. Derzeit kommt der Bauhof mit der Arbeit nicht nach. In den ersten Beratungen in den Ortsräten Weetzen und Benthe erhielt die Vorlage eine einstimmige beziehungsweise mehrheitliche Unterstützung. Lediglich der Benther FDP-Politiker Holger Grabe stimmte dagegen. Seine Partei befürworte eher die Vergabe der betreffenden Aufgaben an Privatfirmen.

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Von allen Seiten Lob gab es dagegen für die detaillierte Ausarbeitung der neuen Grünflächenkonzeption. Die Lage sei „sehr realisitsch“ dargestellt, meinte Lisa Maack (Grüne) in Benthe. Es gehöre zudem einiges für eine Behörde dazu, einzuräumen, das man die Arbeit nicht schaffe“, sagte sie.

In Weetzen schluckten die Ortsratsmitglieder vor allem aufgrund des großen Personalbedarfs und Kosten von jährlich rund 230.000 Euro, räumten die Notwendigkeit aber ein. „Klar kostet das viel Geld“, sagte Thomas Bensch, der für die SPD auch im Stadtrat vertreten ist. „Aber jeder möchte es doch auch vor seiner Haustür sauber haben.“

Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler hatte die zusätzlichen Stellen zuvor ausführlich erklärt. „Wir haben festgestellt, dass es Punkte gibt, die vor drei Jahren noch keine besondere Rolle gespielt haben“, sagt er. Dazu zählte er vor allem viele Sonderaufträge, wie die Beseitigung von wilden Müllhalden. Das Verhalten der Bürger im Bezug auf den Müll habe sich deutlich verschlechtert, erklärt er. Auch hätten Baumkontrollen stark zugenommen, nachdem es in Hannover einen tödlichen Unfall in einem öffentlichen Park gegeben hatte. „Die Gärtner kommen nicht mehr zu ihrer eigentlichen Arbeit“, stellte er fest.

Weitere Punkte seien unter anderem höhere Standards bei der Sportplatzpflege und die manuelle Straßenreinigung. Zwei Landschaftgärtner und drei Werker sollten deshalb eingestellt werden, um „neuen und bisherigen Aufgaben gewachsen zu sein“.

Im Weetzer Ortsrat wurde in diesem Zusammenhang die Arbeit von sechs ehrenamtlichen Grünpaten gelobt, die sich um Beete und Rabatten im Ort kümmerten. Sie würden den städtischen Bauhof an dieser Stelle entlasten. Dieses Urteil untermauerte Zehler: „Es ist wunderbar, dass dieser Einsatz unterstützt wird. Aber darauf kann man leider kein Konzept stützen.“ Die Fortdauer des Einsatzes Freiwilliger sei eben nicht auf Dauer sicher.

Das bestätigen auch die Entwicklungen in Benthe, wo bis vor wenigen Monaten ein Förderverein und das so genannte Seniorenteam an vielen Stellen des Ortes die Pflege von Grünflächen übernommen hatten. Nach Auflösung dieser beiden Gruppierungen von Benther Bürgern im Seniorenalter steht der Ort jetzt vor der Frage nach einer Nachfolgelösung.

Weitere Diskussionen zur Grünflächenkonzeption stehen auf den Tagesordnungen der Ortsräte in Ihme-Roloven am Montag, 24. September, und Linderte am Dienstag, 25. September.

Von Uwe Kranz