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Nachrichten Grüner Hahn möchte in Benthe Blühstreifen errichten
Region Ronnenberg Nachrichten Grüner Hahn möchte in Benthe Blühstreifen errichten
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00:18 29.06.2019
An der Hochzeitswiese stellen sich Gerhard Felchner (links) und Rüdiger Rode einen Blühstreifen vor. Quelle: Stephan Hartung
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Benthe

Immer mehr Gruppen, private Initiativen und Vereine haben es sich auf die Fahnen geschrieben, gegen den Rückgang der Artenvielfalt vorzugehen. Vor allem Insekten wurden in den jüngerer Vergangenheit als besonders schützenswert ausgemacht. Vielerorts werden deshalb Blühflächen oder -streifen angelegt, um den Lebensraum von Bienen und anderen Insekten zu erweitern. In Benthe will jetzt der Grüne Hahn, das Umweltmanagement der Landeskirche Hannover, diese Aufgabe übernehmen.

Idee entsteht während eines Vortrags

Die Idee kam den Mitgliedern im vergangenen März. Gisela Wicke, Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe Gehrden-Benthe, referierte an diesem Tag über biologische Vielfalt in Garten, Dorf und Feldflur. „Danach haben wir uns überlegt, dass wir so etwas bei uns in Benthe in die Tat umsetzen wollen“, sagt Gerhard Felchner, Mitglied des Grünen Hahns. Felchner und sechs weitere Mitstreiter bei diesem Projekt sind Mitglieder der Benther Kirchengemeinde.

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Gemeinsam mit Rüdiger Rode zeigt Felchner den Bereich, den sich die freiwilligen Helfer bald vornehmen wollen. Am oberen Ende der Bergstraße in Benthe, am linken Rand der rund 50 Meter langen „Hochzeitswiese“, soll ein Blühstreifen entstehen. „Denn viel mehr als einen Streifen schaffen wir nicht. Um alles zu bewirtschaften, müssten wir 20 Leute sein.“ Daher rechnet er mit einem Beginn frühestens im Herbst. „Im Sommer wäre sonst tägliches Bewässern notwendig, auch das wäre allein für den Blühstreifen nicht zu leisten.“

Blühstreifen auch am Gemeindehaus möglich

Aber um für insektenfreundliche Pflanzen zu sorgen, ist ein Blühstreifen zumindest ein Anfang. „Wir bräuchten Wildpflanzen wie Johanniskraut, Margeriten oder Königskerze“, sagt Felchner. Aber nicht nur die Hochzeitswiese, auf der sich seit dem Jahr 2000 16 Paare nach ihrer goldenen oder grünen Hochzeit mit einem Baum oder Strauch verewigt haben, haben die Naturfreunde vom Grünen Hahn im Blick. Auch an ihrer eigenen Basis, rund um Kirche und Gemeindehaus, „stehen Büsche, aus denen man gut einen Blühstreifen machen kann“, sagt Gerhard Felchner.

An der Hochzeitswiese stellen sich Gerhard Felchner (links) und Rüdiger Rode einen Blühstreifen vor. Quelle: Stephan Hartung

Die Fläche an der Bergstraße gehört der Stadt Ronnenberg, die an der Kirche der Gemeinde. Von daher können die Ehrenamtlichen nicht einfach mit der Arbeit beginnen, die die Artenvielfalt unterstützen soll. Man stehe zwar in Kontakt, noch seien aber entsprechende Gespräche zu führen, sagt Rode. „Wir warten jetzt nur noch auf das Startsignal von Stadt oder Kirchengemeinde. Dann könnten wir sofort loslegen.“

Nächster Vortrag über Schmetterlinge

Der Tatendrang ist den beiden Einwohnern von Benthe anzumerken. Rode lacht. „Wir wollen eben nicht nur Vorträge hören, sondern selbst aktiv sein.“ Dennoch wird es auch weiterhin theoretische Veranstaltungen geben – die nächste am Sonnabend, 6. Juli. Dann ist der Grüne Hahn zu Gast in Benthe bei Ulrich Schmersow. Der umweltpolitische Sprecher der Grünen in der Regionsfraktion zeigt ab 16 Uhr seinen Naturgarten an der Sieben-Trappen-Straße und hält einen Vortrag über Schmetterlinge. Vielleicht kommt den Mitgliedern vom Grünen Hahn danach wieder eine neue Idee.

Von Stephan Hartung