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Nachrichten Grüne wollen weitere Steingärten im Stadtgebiet verhindern
Region Ronnenberg Nachrichten Grüne wollen weitere Steingärten im Stadtgebiet verhindern
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18:04 25.06.2019
In einer solchen Steinwüste gibt es für Bienen nichts zu holen.
In einer solchen Steinwüste gibt es für Bienen nichts zu holen. Quelle: DANA
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Ronnenberg

Die Artenvielfalt bei Insekten und speziell bei den für die Bestäubung von Pflanzen wichtigen Bienenarten ist derzeit viel diskutiert. Als Ursache für den Rückgang in den Beständen wird unter anderem der immer kleiner werdende Lebensraum für die Insekten genannt. Dazu gehören auch Gärten und Vorgärten, die nach einem aktuellen Trend oft mit Steinen oder Kies abgedeckt werden. Das ist laut Niedersächsischer Bauordnung (NBauO) eigentlich nicht zulässig, betonen die Ronnenberger Grünen. Sie wollen die dazugehörigen Vorschrift in künftigen Bebauungsplänen der Stadt Ronnenberg deutlicher hervorheben und haben einen entsprechenden Antrag an den Rat gestellt.

„Unbebaute Flächen sind zwingend zu begrünen“

Der Antrag diene „zur ausdrücklichen Klarstellung in den zukünftigen Bebauungsplänen“, heißt es in dem Schriftstück der Grünen. Sie verweisen auf Paragraf 9 Absatz 2 der NBauO. Demnach müssen nicht überbaute Flächen der Baugrundstücke Grünflächen sein. Die nicht baulich genutzten Freiflächen der Baugrundstücke sind zwingend zu begrünen und als unversiegelte Vegetationsflächen gärtnerisch zu gestalten, stellen die Grünen klar. Die Anlage von Kies-, Schotter- oder Steinschüttungen sei genauso unzulässig wie die Einfriedungen mit Gabionen, also mithilfe von Metallkäfigen mauerbar geformter Steinhaufen.

Diese bestehende Vorschrift soll nach Willen der Grünen ausdrücklich in neuen Bebauungsplänen zu Wohn- und Gewerbegebieten „an exponierter Stelle“ deutlich gemacht werden. Außerdem regt die Fraktion an, Ronnenberg solle mit Vorbildfunktion vorangehen und keine Stein- und Schotterflächen auf öffentlichen Anlagen mehr herrichten.

Gifteinsatz und Ressourcenverbrauch schaden der Natur

In den Augen von Andreas Beichler, der den Antrag für seine Fraktion verfasst hat, wirken Steingärten wie eine Vollversiegelung, zumal sie vielfach mit Folien unterlegt sind. Deshalb zielt sein Antrag vor allem auf diese Art der Steingärten ab. „In diesen Gärten wächst nichts mehr, kein Tier findet Unterschlupf, humusreicher Gartenboden wird durch dicke Steinschichten abgedeckt“, sagt er.

Aber nicht nur dadurch würden die Steingärten der biologischen Vielfalt schaden und das Insekten- und Vogelsterben fördern. Vielfach, so Beichler, würde Moosbefall auf solchen Flächen mit Gift beseitigt. Er schreibt den Schottergärten einen unnötigen Ressourcenverbrauch zu, die überflüssigen Transporte schadeten obendrein dem Klima, denn das Steinmaterial stamme oftmals aus China oder Indien.

Rechtliche Folgen sind bei Nichtbeachtung möglich

Nun gelte es, die umweltschädlichen Auswirkungen dieser Modeerscheinung zu verhindern. Mithilfe der Bauleitplanung für Wohn- und Gewerbegebiete soll deshalb dafür gesorgt werden, dass Steingärten nicht mehr errichtet werden dürfen. Beichler sieht die Stadt sogar rechtlich in der Pflicht die Vorgaben aus dem NBauO umzusetzen. Andernfalls müssten dies bei der Ermittlung von Kompensationsflächen berücksichtigt werden.

Bei der Verwaltung der Stadt Ronnenberg werden sich der betreffende Fachbereich am Mittwoch, 26. Juni, inhaltlich mit dem Antrag befassen. Am selben Abend steht das Papier dann erstmals auf der Tagesordnung des Ratssitzung, die um 18 Uhr in der Aula der Marie Curie Schule beginnt.

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Von Uwe Kranz