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Region Ronnenberg Nachrichten Die Kirche einmal mit Kinderaugen sehen
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13:31 03.10.2018
Kirchenmusikerin Carina Zutz erklärt den Kindern die Funktionsweise der Kirchenorgel. Quelle: Ingo Rodriguez
Ronnenberg

Die Michaeliskirche ist wie viele andere Gotteshäuser auch in Kreuzform errichtet worden? Und die Kirchenorgel ist genau genommen ein Blasinstrument, das die Töne zwar über Tastendrücke aber mithilfe von Luft erzeugt? Und sie besteht aus insgesamt 1162 Orgelpfeifen, die sich manchmal anhören wie Tiergeräusche? Diese und andere erstaunliche Dinge haben am Sonntag rund 50 Kinder und ihre Eltern bei einem Rundgang in dem Ronnenberger Gotteshaus erfahren. Die Welt aus der Perspektive von Kindern sehen – und auch so erklären: Genau das hat die Fernsehserie „Die Sendung mit der Maus“ bekannt gemacht. Genau darum geht es deshalb auch am bundesweiten Türöffner-Tag der Produktion des Westdeutschen Rundfunks. Seit Jahren schon gewähren anlässlich dieser Aktion Unternehmen, Einrichtungen und Organisationen in ganz Deutschland einen kindgerechten Blick hinter die Kulissen.

Kirchenführerin Antje Haeseler (hinten rechts) verrät den Kindern Besonderheiten über den Altarraum und das Taufbecken. Quelle: Ingo Rodriguez

„Ich habe die Sendung früher selbst geschaut und fand es toll, wie anschaulich komplizierte Dinge erklärt werden“, sagte die Kirchenmusikerin Carina Zutz bei der Ankunft der ersten Besuchergruppe. Deshalb habe sie gemeinsam mit Kirchenführerin Antje Haeseler nun bereits zum zweiten Mal angeboten, die Michaeliskirche zu erkunden. Insgesamt hatten sich zu den Orgel- und Kirchenführungen drei Gruppen mit jeweils rund 15 Kindern angemeldet. Es war der zehnjährige Luca aus Wennigser Mark, dem Zutz zum Auftakt vor der Kirche den großen Schlüssel für das mächtige Eingangsportal in die Hand drückte. Immerhin galt es, das Veranstaltungsmotto bildhaft zu unterstreichen. „Türen auf“, hieß es dann zu Beginn der Führung.

Der zehnjährige Luca darf für die erste Besuchergruppe das schwere Eingangsportal der Michaeliskirche öffnen. Quelle: Ingo Rodriguez

Dass bei dem Kircheninstrument ein Motor Luft in die Orgel pumpt, um Töne zu erzeugen, hatten auch nicht alle der Erwachsenen vorher gewusst. „Früher gab es noch alte Gebläsebalken, mit denen Helfer Luftdruck erzeugten“, sagte Kirchenführerin Haeseler, während die Organistin einige Klänge intonierte und um Vergleiche mit Tiergeräuschen bat. „Das könnte ein Blauwal sein“, sagte ein Junge aus der Gruppe.

Dass eine Orgel ein Blasinstrument ist, davon konnten sich die Kinder dann bei einem Selbstversuch überzeugen. Musikerin Zutz vom Kirchenkreis Ronnenberg hatte alte Orgelpfeifen mit Mundstücken ausgestattet. Dann stellte sie fünf Kinder mit unterschiedlich langen Exemplaren in eine bestimmte Reihenfolge und ließ sie nacheinander eine vorgegebene Anzahl von Tönen blasen. „Alle meine Entchen“, hatte ein kleines Mädchen schnell die Melodie erkannt.

Kirchenmusikerin Carina Zutz lässt die Kinder auf alten Orgelpfeifen Töne erzeugen. Quelle: Ingo Rodriguez

Lydia Gralmann war mit ihrem sechsjährigen Sohn Maksim extra wegen der Orgelführung aus Hildesheim angereist. „Wir haben auf der Maus-Internetseite diese Führung in der Auflistung gefunden und wollten dabei sein, weil mein Sohn Klavier spielt“, sagte Gralmann. Dann ging es für die Besucher von der Orgelempore hinunter in den Altarraum. Dort hatte Haeseler Kissen ausgelegt, um den Kindern im Sitzkreis wissenswertes über das im zwölften Jahrhundert errichtete Gotteshaus zu verraten. „Damals wurden viele Altarbilder angebracht, weil nur wenige Menschen lesen konnten“, sagte Haeseler. Mutter Stefanie Löwenstein aus Wennigser Mark offenbarte beim Abschied einen regelrechten Maus-Tourismus.„Wir fahren jetzt noch zu einem anderen Türöffner-Angebot in der Nähe weiter.“

Kirchenführerin Antje Haeseler (hinten) verrät den Kindern Besonderheiten über den Altarraum und das Taufbecken. Quelle: Ingo Rodriguez

Von Ingo Rodriguez

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