Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten DLRG-Jugendteams hospitieren bei Rettern an der Ostsee
Region Ronnenberg Nachrichten DLRG-Jugendteams hospitieren bei Rettern an der Ostsee
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:41 20.08.2019
Run-swim-run: Mit dem beliebten Spiel trainieren die Teilnehmer auch gleich ihre Fitness. Quelle: privat
Empelde

Mehr als 45.000 Rettungsschwimmer der DLRG wachen jährlich fast drei Millionen Stunden über die Sicherheit der Badegäste und Wassersportler in Deutschland – rund 63.000 Personen sind zusätzlich ehrenamtlich in der Ausbildung tätig. Um sich auf spätere Einsätze vorzubereiten, haben 26 Jugendliche der Ortsgruppen Empelde und Gehrden während der Sommerferien beim Zentralen Wasserrettungsdienst Küste in Scharbeutz hospitiert.

Jeweils für eine Woche haben die Jungen und Mädchen die 38 offiziellen Wachgänger unterstützt. Der Alltag war allerdings etwas für Hartgesottene. Neben den Unterkünften der Wachgänger waren zwei Mannschaftszelte für die Gäste aufgebaut. In dieser Behausung müssen sie Wind und Wetter, Hitze und Gewitter trotzen. Außerdem war um 7.45 Uhr bereits die Nacht vorbei.

Vom Balkon aus haben die Retter die beste Aussicht. Quelle: privat

Der Dienst beginnt quasi schon während des Frühstücks. Innerhalb der parallel abgehaltenen Wachbesprechung werden die Besonderheiten des Tages angesprochen, die Bootsbesatzungen und die Turmbelegung bestimmt. „Mittlerweile sorgt die DLRG in der Lübecker Bucht von Timmendorf über Scharbeutz, Haffkrug bis nach Sierksdorf mit 24 bewachten Türmen und Wachstationen für die Sicherheit“, erklärt Udo Winzek, Technischer Leiter der DLRG in Empelde.

In ihrer weithin sichtbaren Einsatzkleidung rückt die gesamte Mannschaft danach aus. Im gepackten, wasserdichten Rucksäcken befindet sich auch das selbst gerichtete Lunchpaket für den Einsatztag. Um 10 Uhr sind alle Türme mit zwei Wachpersonen besetzt, die Boote und Fahrzeuge einsatzklar und die Küste gesichert.

Badegäste unterschätzen oft die Gefahren

Leider gingen die Einsätze nicht immer glimpflich aus. Zwei Todesopfer waren im Aufsichtsbereich kurz vor der Ankunft des Jugendeinsatz-Teams aus Empelde und Gehrden zu beklagen gewesen. „Leider unterschätzen immer wieder Badegäste die Gefahren der Ostsee, insbesondere bei auflandigem Starkwind und hohem Wellengang“, beklagt Winzek. Selbst die roten Flaggen, mit denen die DLRG die Badezone sperrt, hielten unvernünftige Personen nicht davon ab, ins Meer zu springen.

Damit im Notfall die Rettung gelingt, sind eine gute Ausbildung und regelmäßiges Training wichtig. Dafür sorgt die DLRG in ihren Ortsgruppen in den Hallenbädern und Freibädern. Während der Hospitationen an der Ostsee sind die Einsätze realistischer. Dort wird die gesamte Ausrüstung genutzt, kommen allradgetriebene Strandfahrzeuge und seetüchtige Schlauchboote zum Einsatz. 2018 haben die Lebensretter mit ihrem humanitären Einsatz insgesamt 974 Menschen vor dem Tod gerettet, rechnet Winzek vor.

In der Freizeit besteht die Gelegenheit zu einem Besuch im Sea Life. Quelle: privat

Auch nach dem gemeinsamen Abendessen ist der Dienst noch nicht vorbei. Die Ausrüstung muss noch gesäubert und verstaut werden. Für den abendlichen Ausklang und die dienstfreie Zeit ergeben sich allerdings vielfältige Möglichkeiten. „Dafür wurde in Eigenregie eine Strandidylle mit Strandkörben, eine Feuerstelle für Lagerfeuer, eine Freiluft-Bar eingerichtet“, schwärmt Winzek. Abends wird gemeinsam gespielt und neue Kontakte mit Gleichaltrigen aus dem gesamten Bundesgebiet geknüpft. „Für die acht Betreuer, die eine Woche ihres Jahresurlaub dafür einsetzen, um die Jugendlichen zu betreuen, sind das dennoch sehr angenehme Tage“, resümiert Winzek.

Spielerische Einsatzübungen à la Baywatch 

Einmal in der Woche steht die Fitness-Übung „Run-Swim-Run“ auf dem Programm – ein Hauch von Baywatch: Alle Rettungsschwimmer müssen auf Zeit mit dem Gurtretter unterm Arm eine Strecke am Strand entlangrennen, ins Wasser rennen und bis zu einer Markierungsboje und wieder zurückschwimmen. So wird auch am Strand immer wieder spielerisch der Einsatz geübt.

Für das Jugendeinsatz-Team aus Empelde und Gehrden war der Einsatz in Scharbeutz unvergesslich: Ab jetzt fiebern die meisten von ihnen ihrem 16. Geburtstag – dem Erreichen des Mindestalters – entgegen. Sie wollen dann auch an die Ostsee zurückkehren und dort ihren freiwilligen Dienst absolvieren.

Weiterlesen

Schüler feiern Sportfest im Freibad

DLRG-Bezirkstag ehrt Karl-Heinz Wittkopp

Alle aktuellen Themen aus Ronnenberg finden Sie unter haz.de/ronnenberg.

Von Uwe Kranz

Die Weetzener feiern vom 6. bis 8. September in einem 700 Quadratmeter großen Zelt. Das Organisationsteam stellt das Programm für drei völlig unterschiedliche Tage vor – und sucht noch freiwillige Helfer für die nötigen Umbauten.

20.08.2019

Polizei gibt nach Feuer an der Emil-von-Behring-Straße Entwarnung für verunsicherte Anwohner. Weiterhin Klagen über Beeinträchtigungen durch Gestank an der Brandstelle.

20.08.2019

Ein Mann fährt mit seinem Auto ungebremst auf ein Stauende auf und wird bei dem Unfall schwer am Kopf verletzt. Offenbar war er nicht angeschnallt. Die B65 bei Benthe musste vorübergehend gesperrt werden.

20.08.2019