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Nachrichten „Chaos ohne Ende“: Anwohner beklagen Baustelle in Vörie
Region Ronnenberg Nachrichten „Chaos ohne Ende“: Anwohner beklagen Baustelle in Vörie
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19:08 04.08.2019
Ernst-Dieter Reinecke (rechts) und Eckehardt Baumgarte kritisieren die Ausführungen der Bauarbeiten in ihrer Straße. Quelle: Uwe Kranz
Vörie

Ernst-Dieter Reinecke und Eckehardt Baumgarte stehen an einer Baugrube in Vörie und schütteln ihre Köpfe. In der Dorfstraße saniert die Stadt Ronnenberg gerade die Abwasserkanäle. Mit dem Vorgehen der ausführenden Firma sind die beiden Anwohner aber überhaupt nicht einverstanden. „Hier herrscht Chaos ohne Ende“, sagt Reinecke.

Kritikpunkte gibt es aus Sicht des Tiefbauingenieurs genug. Die meisten drehen sich um mangelhafte Absperrungen und die Sicherung der Baustelle. Aber auch die Ausführungen der Arbeiten seien „eine Katastrophe“, sagt er. Auch das Vorgehen der Stadt Ronnenberg bemängeln die Anwohner. Es fehle an Vorabinformationen für die Anwohner und einem Parkverbot entlang der Dorfstraße, monieren die beiden. Außerdem komme die Verwaltung der Bauaufsicht nur unzureichend nach, meint Reinecke. Das sei eine „Nullnummer“. Deshalb habe er sich mit einer Beschwerde auch lediglich an die Berufsgenossenschaft gewandt.

Berufsgenossenschaft bemängelt nur Kleinigkeiten

Im Rathaus in Empelde ist die Kritik dennoch bekannt. Mitarbeiter der Berufsgenossenschaft hatten sich die Baustelle am vergangenen Donnerstag angesehen, sagt Thorsten Arndt, bei der Stadt zuständig für Kanalsanierungen. Diese hätten bei ihrem Besuch in Vörie aber nur Kleinigkeiten zu bemängeln gehabt. Die Bauaufsicht würde die Stadt indes vor Ort gewissenhaft wahrnehmen.

Das sieht auch Baumgarte anders. Der Landwirt hatte in den vergangenen Wochen vor allem Schwierigkeiten, mit seinen großen Geräten die Dorfstraße zu befahren, die teilweise an beiden Enden unpassierbar gewesen sei. Letztlich habe er sich behelfen müssen, indem er seine Maschinen bei einem Bekannten in Lemmie abgestellt habe. Auch Rettungsdienst und Feuerwehr hätten es nach der Einschätzung der beiden Männer in diesem Zeitraum in einem Notfall schwer gehabt, die Häuser im mittleren Teil der Dorfstraße zu erreichen. Dass kein Parkverbot im Baustellenbereich eingerichtet ist, mache die Durchfahrt bei laufendem Baustellenbetrieb auch jetzt noch schwierig, finden beide.

Im zweiten Bauloch, das bis an die Grundstücksmauer herangetrieben wurde, fehlt ein Verbau zur Sicherheit. Quelle: Uwe Kranz

Nach jahrzehntelanger Erfahrung im Tiefbau ist die Liste der Mängel lang, die Reinecke am Rand der Baugruben aufzählt. Sie reicht von Versäumnissen bei der Absperrung und fehlender oder nicht funktionierender Baustellenbeleuchtung bis hin zu austretendem Öl am Bagger der Baufirma. Die Baugruben seien eher unkontrolliert ausgehoben worden. „Die haben hier einen Krater aufgerissen“, beschreibt er beispielsweise das Bauloch an der Kreuzung Dorfstraße/Landwehrstraße.

Verbau zum Schutz der Arbeiter fehlt in der Baugrube

Der darin befindliche Verbau gegen nachrutschendes Erdreich sei zu klein dimensioniert und erst nach seinen ersten Beschwerden eingebaut worden. In der Grube ist zudem ein Schaden an einem Kabel offensichtlich. Einige Meter weiter wurde eine weitere Baugrube bis an eine Grundstücksmauer herangetrieben. An diesem Arbeitsplatz fehlt nicht nur eine Sicherung dieses Backsteinbauwerkes, sondern auch der vorgeschriebene Verbau zur Sicherung der Arbeiter vor Einsturz der Grubenwände. „Dafür gibt es Regelpläne“, sagt Reinecke, „die werden hier nicht eingehalten.“ Er befürchtet, dass alles nachrutscht, spätestens dann, wenn starker Regen eintreten sollte.

Die Bordsteine sind an vielen Stellen zerstört. Quelle: Uwe Kranz

Außerhalb der Löcher sind Schäden, die mutmaßlich von Baumaschinen stammen könnten, an Bordsteinen und Oberflächen erkennbar. „Die Baufirma hat hier randaliert, könnte man sagen“, meint Baumgarte. Die beiden Anwohner haben die Hoffnung, dass diese Schäden nach Abschluss der Arbeiten wieder behoben werden. Aber zumindest dahingehend gibt es längst eine öffentliche Information der Stadtverwaltung. Laut aktuellem Straßensanierungsprogramm soll der Gehweg an der Dorfstraße noch in diesem Jahr saniert werden – im Anschluss an die Kanalarbeiten, in Pflasterbauweise.

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Von Uwe Kranz

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