Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Aktive Begrünung der Halde nähert sich dem Ende
Region Ronnenberg Nachrichten Aktive Begrünung der Halde nähert sich dem Ende
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:12 17.05.2019
Frank Nickel ist stolz auf sein Projekt: An den salzhaltigen Aushub der früheren Kaliabraumhalde erinnert auf dem Gipfel des Waldbergs genau 33 Jahre nach dem Pflanzen der ersten Böschung kaum noch etwas. Quelle: Ingo Rodriguez
Empelde

Wenn auf dem etwa 130 Meter hohen Plateau des Haldengipfels Besucher bei Veranstaltungen oder kulturellen Aktionen in die Ferne schauen, ist bei günstiger Witterung im Osten die Skyline Hannovers zu sehen. Im Süden der Kalihalde scheint von den neuen Boules-Bahnen aus das Rathaus in Empelde zum Greifen nahe. Ringsum blühen auf dem Gipfel Grünpflanzen. An den salzhaltigen Erdaushub der früheren Abraumhalde erinnert 45 Jahre nach dem Ende des Kalibergbaus in Empelde auf dem Gipfel nur noch wenig. Das erfolgreiche Langzeitprojekt dienst als Vorlage für ein Projekt der Firma Menke Umwelt Service Ronnenberg aus dem Areal der dortigen Halde. Dort befürchten die Anwohner angesichts erheblich sehr dichter Wohnbebauung unzumutbare Belastungen während der Bauphase.

Bepflanzung geht in die Endphase

Auf einem Luftbild aus dem Jahr 2017 ist deutlich zu sehen, dass nur entlang der Westseite kahle Stellen übrig geblieben sind. Auch dort sind inzwischen aber nur noch wenige unbegrünte Flächen verblieben. Quelle: Ingo Rodriguez

Wenn Frank Nickel auf der inzwischen weitgehend begrünten Empelder Halde spaziert, ist ihm als Inhaber tiefe Zufriedenheit anzumerken. Etwa 33 Jahre nach dem Pflanzen der ersten Böschung rückt für ihn der jetzt Abschluss der aktiven Begrünung des einstigen Erdhaufens näher: „Auf der Westseite werden in ein oder zwei Jahren die vorerst letzten Setzlinge gepflanzt, dann muss in den nächsten 15 bis 20 Jahren alles noch richtig festwachsen und so verwurzeln, dass die Hänge bei starkem Regen nicht abrutschen können“, sagt Nickel und betont: „Erst dann ist die Rekultivierung abgeschlossen.“ Zwar seien auch die verbliebenen kahlen Deponieabschnitte im Westen bereits eingesät, „aber erst, wenn überall feste Böschungen stehen und aus den Setzlingen standsichere Bäume geworden sind, ist die Rekultivierung gemäß der Genehmigungsunterlagen fertiggestellt“. Diese Pläne habe einst der inzwischen emeritierte Forstwissenschaftler Rolf Zundel an der Universität Göttingen für die Empelder Anlage aufgestellt.

Angenommen wird nur noch wenig Bauschutt

Beispielhafte Stellen: In 15 bis 20 Jahren gilt die frühere Abraumhalde erst dann endgültig als kultiviert, wenn die Anpflanzungen fest verwurzelt sind und die einzelnen Hänge nicht mehr durch starken Niederschlag abrutschen können. Quelle: Ingo Rodriguez

Eingeleitet hat das immer noch einzigartige Projekt Nickels Vater Herbert. „Er hat die Kalihalde 1976 erworben und hatte die Idee, erstmals weltweit eine Abraumhalde zu rekultivieren“, sagt Sohn Frank. Der inzwischen 63-Jährige erinnert sich gut an die erste Genehmigung für eine Ummantelung der Halde im Jahr 1981. Seitdem konnten Firmen dort tonnenweise ihren Bauschutt und Erde abliefern und mussten dafür Entsorgungsgebühren entrichten. Die von Nickels Vater gegründete Gesellschaft Erd- und Bauschutt (E. u. B.) entsorgte Beton und andere Stoffe in zerkleinerter und gesiebter Form auf der Kalihalde, um den Berg vor der Begrünung zu stabilisieren – so wie es auch die Firma Menke für die Halde in Ronnenberg plant. „Jetzt brauchen wir nur noch kleine Mengen für die Halde“, sagt Nickel über sein Erfolgsprojekt in Empelde.

Transportwege für Baufahrzeuge werden zurückgebaut

Beispielhafte Stellen: In 15 bis 20 Jahren gilt die frühere Abraumhalde erst dann endgültig als kultiviert, wenn die Anpflanzungen fest verwurzelt sind und die einzelnen Hänge nicht mehr durch starken Niederschlag abrutschen können. Quelle: Ingo Rodriguez

Gleichwohl soll auf dem sogenannten Recyclingplatz am Fuß der Halde nahe der Bundesstraße auch künftig der Betrieb weiterlaufen. „Die Firma nimmt weiter kleine Mengen von Bauschutt an, um die Stoffe aufzubereiten und als Material für den Straßenbau zu verkaufen“, sagt Nickel. Für den Berg werde davon wenig benötigt: „Wir wollen aber die breiten Wege zurückbauen. Dafür wird noch Mineral und Splitt gebraucht“, sagt der Haldenbesitzer. Die Transportwege für große Fahrzeuge mit Bauschutt hätten aber jetzt ausgedient, sagt Nickel. Künftig müsse nur noch genug Platz bleiben, um für Veranstaltungen einen Toilettenwagen auf den Gipfel zu transportieren. Dass Nickel an den Rändern der später zurückgebauten Wege noch Obstbäume pflanzen will, hält der 63-Jährige angesichts seines Alters für eine geeignete Ruhestandsaufgabe.

Areal der Bergbühne ist erneuert

Im Frühjahr ist auf der begrünten Kalihalde in Empelde der Bereich der Bergbühne erneuert worden. „Wir haben gerade die Rasenflächen frisch eingesät“, sagt Haldenbesitzer Frank Nickel. Schon in Kürze sollen dort wieder Veranstaltung angeboten werden. Erster Ausrichter ist am Donnerstag, 20. Juni, die Leibniz Universität Hannover. Eingeladen wird zum sogenannten Techniksalon – das ist ein Kulturpodium für Technik an der Universität. Ab 19 Uhr steht in Empelde auf der Bergbühne das Thema „Salzvorkommen: Von Kalibergen und Kavernenspeichern“ auf dem Programm. Zu Gast sind als Gesprächspartner Gastgeber Nickel sowie Jakob Hering vom Niedersächsisches Museum für Kali- und Salzbergbau und Dirk Zapf von der Abteilung für Unterirdisches Bauen an der Leibniz Universität. Tickets kosten an der Abendkasse 5 Euro pro Person. Für Besucher unter 25 Jahren ist der Eintritt kostenlos.

Alle aktuellen Themen finden Sie unter haz.de/ronnenberg.

Von Ingo Rodriguez

Der Widerstand der Stadt Ronnenberg hat sich offenbar gelohnt: Nach Informationen der SPD-Landtagsabgeordneten Kerstin Liebelt bleibt der Bahnübergang in Vörie erhalten. Die Deutsche Bahn hat andere Pläne.

17.05.2019

Eine Untersuchung ergibt eine begrenzte Tragfähigkeit des Bauwerks über die Ihme. Radfahrer müssen vorerst zur Sicherheit beim Überqueren absteigen.

16.05.2019

Gleisbauarbeiten zwischen Egestorf und Weetzen behindern den Personentransport auf diesem Abschnitt. Es werden Busse als Ersatzverkehr bereitgestellt.

15.05.2019