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Nachrichten Regions-CDU besucht Ronnenberger Kalihalde
Region Ronnenberg Nachrichten Regions-CDU besucht Ronnenberger Kalihalde
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14:56 12.03.2019
"Sehr eindrucksvoll": Bernward Schlossarek (Zweiter von rechts) und Stephanie Harms blicken vom Rand des Wohngebietes auf die Halde. Quelle: Uwe Kranz
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Ronnenberg

Der Widerstand der Ronnenberger Bürger gegen die Abdeckung der Kalirückstandshalde in ihrem Stadtteil mit Bauschutt zieht auch regionsweit immer weitere Kreise. Nachdem sich der Grüne-Regionspolitiker Ulrich Schmersow und die SPD-Landstagsabgeordnete Kerstin Liebelt in der Sachse engagiert hatten, besuchte am Montag auch eine Gruppe der CDU-Regionsfraktion die Stadt, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Dem Quartett um Bernward Schlossarek kam die Erkenntnis auf den ersten Blick auf den Abstand der Halde zur Wohnbebauung. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so dicht ist“, räumte der Fraktionsvorsitzende ein.

Direkt hinter der Wohnbebauung beginnt die Halde. Quelle: Uwe Kranz

Die Firma Menke Umwelt Service Ronnenberg plant, die Halde mit Bauschutt abzudecken und den Berg anschließend zu renaturieren. Als unzumutbare Nachteile sehen die Bürger die Belastungen durch Schmutz und Lärm der Arbeiten und des Transports über einen geschätzten Zeitraum von 20 Jahren. Dazu soll der Berg deutlich höher werden. Viele befürchten außerdem Belastungen durch Schadstoffe, die aus dem Bauschutt ausgewaschen werden könnten.

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Was ist die Alternative?

Gemeinsam mit Bürgermeisterin Stephanie Harms, dem Vorsitzenden der Stadt-CDU, Jörg Garbe und weiteren Fraktionsmitgliedern des Ronnenberger Rates spazierten die Gäste bei Wind und Regen vom Gemeinschaftshaus aus durch das angrenzende Wohngebiet zur Halde. Unterwegs gab es für die Politiker, aber auch für Mitglieder der örtlichen Bürgerinitiative (BI) „Bauschuttdeponie – Nein danke!“ Gelegenheit, die Umstände des Bürgerprotestes zu besprechen. Dabei stießen sie bei Schlossarek, Manfred Wenzel, Katrin Göllinger und Roland Zieseniß auf viel Verständnis. „Das ist schon sehr eindrucksvoll“, stellte der Fraktionsvorsitzende fest. Der Abstand der Häuser zur Halde sei noch geringer als auf den Fotos, die er zuvor gesehen habe.

Marc Bierhancé (rechts) übergibt Bernward Schlossarek einen Brief der Bürgerinitiative. Quelle: Uwe Kranz

Umweltexperte Wenzel wollte sich allerdings vor einem abschließenden Urteil die Unterlagen genau ansehen, schließlich könne ein grüner Berg auch etwas schönes haben, erklärte er. Außerdem stelle sich die Frage nach einer Alternative. Allerdings, und an diesem Punkt waren sich die Gäste wiederum einig, sei die Situation in Ronnenberg mit der an anderen Halden nicht vergleichbar. Fast alle Regionspolitiker konnten diesbezüglich von Erfahrungen aus ihren Heimatkommunen Lehrte und Wunstorf berichten.

Menke antwortet nicht auf Resolution

Marc Bierhancé, Vorsitzender der BI, die für den April weitere Aktionen geplant hat, nutzte die Gelegenheit und übergab der Regions-CDU einen Brief, in dem die Situation der Anwohner und die Standpunkte der BI geschildert werden. Wie auch die Bürgermeisterin beklagte Bierhancé, dass der Vorhabensträger, die Firma Menke, nicht auf die gemeinsame Resolution aller Ratsfraktionen vom Dezember 2018 reagiert habe. Darin forderte der Rat der Stadt die Firma einstimmig auf, das Projekt aufzugeben.

Schlossarek nahm die vor Ort gewonnenen Eindrücke mit zur Beratung in der Fraktion. Nach allem, was er vor Ort gesehen hatte, schätzte er die Chancen als gut ein, dass sich die CDU in der Region der Ronnenberger Resolution anschließen werde.

Von Uwe Kranz