Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Naturschutzbeauftragter stellt Baumschutzsatzung infrage
Region Ronnenberg Nachrichten Naturschutzbeauftragter stellt Baumschutzsatzung infrage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 23.06.2018
Nicht mehr viel Platz für eine Neuanpflanzung, findet der Naturschutz beauftragte Rainer Tubbe. Quelle: Uwe Kranz
Ihme-Roloven

Man muss schon genau wissen, um welche Stelle es sich handelt. Die Straße Kapellenfeld in Ihme-Roloven ist eine Sackgasse von nur wenigen Metern Länge. Auf dem dortigen Wendehammer stand bis vor Kurzem noch eine gesunde, 30 Jahre alte Linde. Ihre Fällung erzürnt den Naturschutzbeauftragten der Stadt, Rainer Tubbe. „Ich brauche keine Baumschutzsatzung, wenn immer zu Ungunsten der Bäume entschieden wird“, wetterte er.

Die Diskussion um die Linde beschäftigt den Ortsrat in dem Doppeldorf bereits einige Jahre. Das Wurzelwerk des Baumes hatte bereits den Straßenasphalt angehoben. Jetzt drohte auch die Kanalisation in Mitleidenschaft gezogen zu werden, wie der zuständige Fachbereichsleiter der Stadt Wolfgang Zehler erklärt. „Dort waren Schäden zu befürchten.“ Während der Ortsbegehung mit dem Ortsrat im Mai dieses Jahres hatten sich auch die Anlieger für eine Fällung der Linde stark gemacht und boten sogar eine Kostenbeteiligung für die Maßnahme an.

Trotz dieser Einigkeit über das Schicksal der Linde stört Tubbe das schnelle Vorgehen der Verwaltung. Der Fachausschuss sei zu diesem Thema nicht gehört worden, beklagt der Vorsitzende des Nabu-Ortsverbandes. „Ohne Not macht man so etwas eigentlich nicht.“ Die Baumschutzsatzung sei an dieser Stelle völlig eindeutig, meint Zehler. Es gebe aber die Möglichkeit von Ausnahmen. Mit der Gewährung dieser Ausnahmen gehe die Verwaltung auch nicht fahrlässig um, sei es im privaten wie im öffentlichen Raum. „Ein vermehrter Laubanfall kann kein Argument für eine Ausnahme sein“, nennt der Fachbereichsleiter als Beispiel. Zur Fällung des Baumes habe es jedoch einen Beschluss des Ortsrates am Tag der Ortsbegehung gegeben. Die Baumschutzsatzung sei also durch den Fall der Linde nicht untergraben worden.

Das schützt die Baumschutzsatzung

Die Baumschutzsatzung der Stadt Ronnenberg umfasst alle Laubbäume mit einem Stammumfang von mindestens 80 Zentimeter, gemessen in einer Höhe von 100 Zentimeter über dem Erdboden. Zudem sind Nadelbäume der Arten Lärche, Schwarzkiefer, Gemeine Kiefer, Gingko dieser Größe sowie die weiteren Baumarten Eibe, Rotdorn, Weißdorn, Stechpalme, Kugelahorn, Mehlbeere und Kugelrobinie bei einem Mindestumfang von 30 Zentimetern besonders geschützt. Dazu kommen Großsträucher und freiwachsenden Hecken. Als Hecken gelten dabei überwiegend in Zeilenform gewachsene Gehölzstreifen mit einer Mindesthöhe von 3 Metern und einer Mindestlänge von 5 Metern. Verboten ist, laut Satzung, geschützte Bäume, Sträucher und Hecken zu entfernen, zu zerstören, zu schädigen oder ihre Gestalt wesentlich zu verändern. Wer geschützte Bäume, Hecken oder Großsträucher trotzdem fällen möchte, kann dies formlos beim Team Ökologie der Stadt Ronnenberg unter Telefon (0511) 4600352 beantragen. Im Antrag sind Standort, Gehölzart, geschätzter Stammumfang sowie die geschätzte Höhe und der Grund für die Beseitigung anzugeben. Bei Hecken ist zusätzlich die Länge anzugeben. uwe

Ohnehin sei der Verwaltung die Beseitigung des Baumes nicht leicht gefallen. „Es tut uns Leid für den Baum. In diesem Fall war es aber auch eine Lösung für die Zukunft“, sagt Zehler. Die schnelle Umsetzung sei indes auf Asphaltierungsarbeiten im Kapellenfeld zurückzuführen, die ohnehin gerade geplant waren. Beides wurde nun in einem Zuge erledigt. Auf dem Wendehammer soll bald ein Ersatz gepflanzt werden. „Ein Baum, der dorthin passt“, sagt Zehler. Aufgrund der aus seiner Sicht sehr kleinen Baumscheibe, die nach der Asphaltierung frei geblieben ist, kann dort „nur etwas Dürftiges hinkommen“, wie Tubbe vermutet. „Die ganze Sache ist sehr traurig.“

Von Uwe Kranz

Mit 30 Teilnehmern fährt der Ortsverband Deister am Wochenende zur „Olympiade des Rettens“ nach Otterndorf. Seit Wochen bereiten sich die Kinder und Jugendlichen darauf vor.

20.06.2018

Die Kita An der Halde in Empelde hat vom Energie-Lab der IGS Mühlenberg ein Solar-Experimentierset bekommen. Die Kinder können mit diesem vieles über Sonnenstrom lernen und selbst ausprobieren.

19.06.2018

Wo etwas abgerissen wird, soll etwas neues entstehen. Nach diesem Motto wurde der Grundstein für die neue Kita in Ronnenberg ausgesucht. Er stammt aus dem Altar der abgerissenen Kirche in Empelde.

22.06.2018