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Region Ronnenberg Nachrichten Kalihalde: Initiative plant neue Aktionen
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00:19 25.01.2019
Nicht nur die unmittelbaren Anwohner der Kalihalde in Ronnenberg lehnen eine Rekultivierung mithilfe von Bauschutt wegen einer drohenden Lärmbelästigung und möglicher Schadstoffbelastungen ab.
Nicht nur die unmittelbaren Anwohner der Kalihalde in Ronnenberg lehnen eine Rekultivierung mithilfe von Bauschutt wegen einer drohenden Lärmbelästigung und möglicher Schadstoffbelastungen ab. Quelle: Ingo Rodriguez
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Ronnenberg

Der Widerstand gegen die Pläne der Firma Menke Umwelt Service Ronnenberg zur Rekultivierung der Kalihalde in Ronnenberg soll in dieser Woche fortgesetzt werden. Am Donnerstag, 24. Januar, um 18.30 Uhr treffen sich die Mitglieder und Unterstützer der Bürgerinitiative (BI) „Bauschuttdeponie – Nein Danke!“ im Gemeinschaftshaus, Weetzer Kirchweg 3, in Ronnenberg.

Noch ist der Antrag an das Landesbergbaumt zur Ummantellung der Halde mit Bauschutt als Grundlage zur späteren Begrünung nicht gestellt. Während einer Informationsveranstaltung der Firma am 29. November 2018 hatten 400 Anwohner und Mitglieder der BI allerdings bereits verdeutlicht, dass das Vorhaben, das nach aktuellen Angaben der Gegner 15 bis 25 Jahre dauern soll, aus verschiedenen Gründen ablehnen. Nach dieser Veranstaltung äußerste Stefan Entrup, Geschäftsführer der Menke Umwelt Service Ronnenberg, die Einschätzung, dass es schwer sei, „auf eine sachliche Ebene“ mit den Gegnern des Vorhabens zurückzukommen. Er habe sich an dem Info-Abend nicht gehört gefühlt.

Entrup teilt die Beurteilungen der BI nicht. Das beginne bei der Laufzeit der Arbeiten, die er aufgrund der geringeren Größe der Halde in Ronnenberg im Vergleich zu der in Empelde und den dort gemachten Erfahrungen auf maximal 15 Jahre schätzt. Im Bereich der Wohnbebauung würde die Belastung auf etwa drei Jahre begrenzt, verspricht er. „30 Jahre mit Staub und Dreck würden wir niemandem zumuten“, sagte Entrup. „Dann würden wir es auch nicht machen.“

Der Unternehmer wehrt sich ebenfalls gegen den Vorwurf, die Firma Menke wolle auf der Halde „Sondermüll verklappen“. Der Betrieb als Deponie sei rechtlich gar nicht möglich, auch wenn es vielfach so genannt würde. Vielmehr handele es sich um „Baumaßnahmen der Rekultivierung“. Der Inhalt der aufgetragenen Baustoffe würde indes durch einen Planfeststellungsbeschluss individuell für Ronnenberg geregelt. Dazu werde im entsprechenden Verfahren auch die Öffentlichkeit gehört. „Schreiben Sie an das Bergamt, dass nur Stoffe der Klasse Z 1.1 eingebracht werden dürfen“, riet er den Gegnern seines Vorhabens. Das sei eine Möglichkeit, auf die Belastung der Baustoffe Einfluss zu nehmen, meinte er und untermauerte seine Bereitschaft, mit der Bevölkerung zusammen zu arbeiten: „Wir sind zu mehr bereit, als vermutet wird.“

Auch Ulrich Schmersow, Grünenpolitiker in der Region und Mitglied im „Arbeitskreis Kali und Salz“, bestätigte die Möglichkeit der Einflussnahme über den Planfeststellungsbeschluss. Er stellte aber auch fest, dass ein solcher nicht in Stein gemeißelt ist, sondern im Nachhinein mithilfe einer Planänderung auch korrigiert werden können. Auch sei es richtig, dass die Menge des aus der Halde ausgewaschenen Salzes mithilfe einer Ummantellung reduziert werden könne. Der Vorgang werde aber nur Verlangsamt, argumentierte Schmersow. Die Menge des Salzes bleibe dieselbe. Der Vorgang des Auswaschens dauere durch die Ummantellung eben nur länger.

Was Menke vor allem fehlt, ist das Vertrauen der Ronnenberger, das die vollmundigen Versprechungen der Unternehmensführung Bestand haben werden. Diesen Umstand haben Gegner des Projektes mit einer Lichterkette zwischen den betroffenen Ortsteilen Ronnenberg und Weetzen am 16. Dezember untermauert. Auch eine Resolution aller im Rat der Stadt vertretenen Parteien sprach sich deutlich gegen die Pläne der Firma Menke aus.

Die Mitglieder der BI wollen sich deshalb während ihres Treffens am Donnerstag mit der Planung weiterer Protestaktionen beschäftigen. Außerdem steht ein Informationsaustausch mit Vertretern der örtlichen Parteien, Umweltorganisationen und anderen Institutionen auf dem Programm. Dazu will die BI ihre neue Internetseite vorstellen und einen möglichen Übergang der Initiative in einen Verein diskutieren. Die Veranstaltung steht, wie die vorausgegangenen, jedermann offen.

Von Uwe Kranz