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Nachrichten Stadt sieht sich nicht als Verlierer bei Absage von Regiobus
Region Ronnenberg Nachrichten Stadt sieht sich nicht als Verlierer bei Absage von Regiobus
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11:38 12.08.2019
Das Verkehrsschild direkt am Gewerbegebiet Gehrden Ost weist es aus: Ronnenberg und Weetzen sind nicht weit. Quelle: Uwe Kranz
Ronnenberg/Gehrden

Die Firma Regiobus hat sich entschieden: Unter vier möglichen Flächen – davon drei in Ronnenberg – fiel die Wahl des Unternehmens für den Bau eines neuen Betriebshofes auf das Gewerbegebiet Gehrden-Ost. Eine Pleite für Ronnenberg, so scheint es auf den ersten Blick, für die die Verwaltung unter anderem in den sozialen Netzwerken Kritik einstecken musste. Vielleicht wird die Stadt aber eine Art heimlicher Gewinner der Standortentscheidung.

In Ronnenberg war laut Wolfgang Zehler der „Wille groß“, den Regiobus-Betriebshof auf einer von zwei möglichen Flächen in Weetzen anzusiedeln. Das von dem Unternehmen vorgegebene Zeitfenster bis 2021 hätte die Stadt aber bei der Entwicklung der Flächen nicht einhalten können, stellt der zuständige Fachbereichsleiter fest. Allerdings sieht er aufgrund der Erfahrungen mit der Ansiedlung der regionseigenen Großküche in Empelde vor einigen Jahren außer Prestige nur wenige Vorteile. Als Zugpferd für die Vermarktung eines größeren Gewerbegebietes wie jetzt in Gehrden sei sie aber durchaus geeignet.

„Wir brauchen dringend Gewerbesteuerzahler“

Die Bürgermeisterin verweist dagegen vor allem auf das Thema Gewerbesteuer. „Wir brauchen dringend Gewerbesteuerzahler“, sagt Stephanie Harms mit Blick auf die hohen alten Jahresfehlbeträge ihrer Kommune. In dieser Hinsicht fällt Regiobus aber aufgrund seiner Struktur fast vollständig aus. Ein solches Unternehmen auf der Fläche Ronnenberg-Nordost an der Empelder Straße, die derzeit mit „höchster Priorität“ vorangetrieben wird, anzusiedeln, kam von vornherein nicht infrage. Zu sehr hatten sich Politiker aller Parteien im Rat der Stadt neue Einnahmen durch eine entsprechende Vermarktung herbeigesehnt. Die leere Stadtkasse würde Regiobus nicht füllen.

Und auch die beiden noch nicht erschlossenen Flächen in Weetzen sollen möglichst Gewerbesteuer zahlenden Firmen vorbehalten bleiben. Zudem befinden sich die beiden Flächen noch im Flurbereinigungsverfahren. „Da war Gehrden mit dem Gewerbegebiet zeitlich im Vorteil“, räumt Harms ein.

Dort sind nach der ersten Euphorie von Bürgermeister Cord Mittendorf auch mahnende Stimmen laut geworden. CDU-Fraktionschef Thomas Spieker hatte vor allem eine vernünftige Verkehrsanbindung der Neubaugebiete an die Kreisstraße 231 gefordert, schließlich sollen 140 Busse und 250 Mitarbeiter – viele mit dem eigenen Auto – den neuen Betriebshof anfahren. Das bedeutet eine deutliche Erhöhung der Verkehrsbelastung in diesem Bereich. Zum Vergleich: In Ronnenberg wehren sich die Bürger gerade gegen 30 bis 40 Lastwagen täglich, die die Kalihalde ansteuern sollen. Aufgrund der günstigen Lage von Gehrden-Ost zu den Bundesstraßen 65 und 217 dürfte aber nur ein Bruchteil des zusätzlichen Verkehrs durch Ronnenberg fließen.

Synergieeffekte wirken auch in Ronnenberg

Anders sieht es bei den Synergieeffekten aus, die sich Mittendorf aufgrund der Neuansiedlung für Gehrden erhofft. Die räumliche Nähe zu Weetzen und Ronnenberg könnte Mitarbeiter von Regiobus dazu verleiten, dort anstatt in Gehrden zu wohnen oder zu bauen. Gerade das Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in Weetzen dürfte in dieser Hinsicht seinen Reiz entwickeln. Auch ist der Einzelhandel in Ronnenberg nicht aus der Welt, und Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten in dem neuen Betriebshof könnten gleichermaßen Ronnenberger wie Gehrdener Bürgern zugute kommen. Einen Überblick über diese Effekte werde man wohl erst in ein paar Jahren bekommen, meinte Zehler.

Beim näheren Hinsehen sei der gewählte Standort für Ronnenberg genauso attraktiv wie für Gehrden, fasst Harms zusammen. „Die Entscheidung ist für uns also nicht so dramatisch.“

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Von Uwe Kranz

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