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Region Ronnenberg Nachrichten Der Lieblingsplatz am Empelder Wegkreuz
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00:16 25.08.2018
Michael Sennholz weist auf den Bereich, wo das Empelder Holz dem heutigen Waldberg weichen musste. Quelle: Uwe Kranz
Empelde

Ein weit schweifender Ausblick über das Calenberger Land und eine einladende Bank zum Verweilen: Für Michael Sennholz macht das seinen Lieblingsplatz aus – vor allem in den Abendstunden, wenn die Sonne hinter dem Benther Berg versinkt. „Das hat was“, sagt der 59-Jährige am Empelder Wegkreuz.

Die Aussicht verdankt er an dieser Stelle dem Holzeinschlag der vergangenen Jahrhunderte. Das Empelder Holz breitete sich hier nämlich früher viel weiter in dem zurückgebliebenen abwechslungsreichen Mosaik aus Baumgruppen, Wiesen und Kleingewässern aus, welches der Pflanzen- und Tierwelt aber dennoch einen nicht zu unterschätzenden Lebensraum bietet, wie Sennholz meint.

Zwischen Benther Berg und Waldberg Empelde treffen Industriekultur und Natur aufeinander. Sennholz ist Ingenieur des Geoinformationswesens im öffentlichen Dienst und verfügt über historisches Kartenmaterial, mit dessen Hilfe er die Entwicklung in diesem Abschnitt des Stadtgebietes zurückverfolgt hat. Einst lief eine Bahnlinie von Empelde hier herauf, entlang des ehemaligen Kalihalde und knickte dann an dieser Weggkreuzung scharf links ab, um direkt auf den Ronnenberger Bahnhof zuzulaufen. Davon ist nichts mehr zu finden, außer einem Einschnitt im Boden am Haldenzaun entlang, der früher einen Hohlweg bildete.

Der Blick den Benther Berg entlang bis zum Deister ist etwas ganz besonderes für Michael Sennholz. Quelle: Uwe Kranz

Auf dem neu an gelegten Wander weg führt der Landschaftskunstpfad hier vorbei. Die „Steinerne Stele“, die ebenfalls zum Verweilen einladen soll findet Sennholz allerdings „gewöhnungsbedürftig“. Und auch der Grüne Ring für Radfahrer zieht sich aus dem Empelder Zentrum am Rathaus und dem Freibad entlang, den Schachtweg hinauf zum Benther Berg. Viele Freitzeitradler und Radsportler passieren Sennholz bei seinen Besuchen. Er selbst nutzt als Mitglied im Sportverein TuS Empelde die umliegenden Wege allerdings mehr als Laufstrecke.

Vom ehemals größten Wirtschaftszweig in Ronnenbergs ist hier aber nichts mehr zu erahnen. Von zuvor ausgiebigen Waldflächen ebenfalls nicht. „Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts lagen in der Gemarkung Empelde bedeutende Waldgebiete mit einem hohen Wildbestand“, erklärt Sennholz. Der „Bussestein“, ein Gedenkstein, erinnert an diesen Wild- und Waldreichtum. Der königliche Hofjäger Busse lauerte damaligen Wilddieben auf. Nachdem er diese gestellt hatte, wurde er von diesen kaltblütig erschossen. Dieses geschah 1842. Bis 1936 war der Gedenkstein im Empelder Holz zu finden. Durch die Anlage der neuen Kalihalde musste der vorhandene Wald im Jahr 1937 gerodet werden. Das Denkmal befindet sich jetzt auf dem rekultivierten Kaliberg, dem Waldberg genannt.

Wir suchen Ihren Lieblingsplatz

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Zeigen Sie uns Ihre Lieblingsorte und erzählen Sie uns die Geschichte dazu. Wo lohnt es sich in Benthe, Empelde, Ihme-Roloven, Ronnenberg, Vörie und Linderte genau hinzuschauen? Wir möchten herausfinden, warum Menschen sich in dieser Stadt zu Hause fühlen. Schicken Sie uns einfach eine Mail an ronnenberg@haz.de, schreiben Sie uns bei Facebook auf der Seite HAZ Ronnenberg an oder rufen Sie unter der Telefonnummer (0 51 08) 64 21 12 bei unserem Redakteur Uwe Kranz an. Wir freuen uns, Ihre ganz persönlichen Lieblingsorte mit Ihnen zu besuchen.

An der Wegkreuzung vernimmt Sennholz zuweilen auch Melodien von der in unmittelbarer Nähe gelegenen Bergbühne. Diese im Waldberg gelegene Anlage bietet eine zauberhafte Kulisse, ebenfalls der hier am Südhang des künstlichen Hügels befindliche Weinberg. Der Berg selbst versperrt etwas den Blick auf das Stadtgebiet von Hannover und bei ungünstiger Windrichtung stören die Fahrgeräusche der nahen Bundesstraße etwas den Genuss. Ansonsten ist der Eindruck der freien Natur, nur wenige Schritte entfernt vom Empelder Zentrum perfekt.

Auf der Sitzbank am Rande des Wanderwegs zum Benther Berg befindet man sich oberhalb des Benther Salzstocks. Die wirtschaftliche Kalisalzförderung begann hier 1905. Am 24. Juli 1975 kam das jähe Ende des Kalbergbaus. Nach einem extremen Wassereinbruch ging der „Schacht Albert“ in wenigen Tagen unter. Umso beeindruckender findet Sennholz die vielseitige Nachnutzung der Flächen für Gewerbe und Wohnen auf diesem ehemaligen Industrieareal. Im Empelder Holz sind noch weitere Relikte dieser industriellen Geschichte auszumachen.

Von Uwe Kranz

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