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Region Ronnenberg Nachrichten Beim Unihockey gibt es keine Sprachbarrieren
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00:34 27.04.2018
Die frühere Nationalspielerin Heike Otremba begrüßt beim Unihockey regelmäßig bis zu 20 Kinder in der Turnhalle der KGS in Ronnenberg. Im Vordergrund stehen bei den fünf bis 13 Jahre alten Kindern der Spaß und die Bewegung.
Die frühere Nationalspielerin Heike Otremba begrüßt beim Unihockey regelmäßig bis zu 20 Kinder in der Turnhalle der KGS in Ronnenberg. Im Vordergrund stehen bei den fünf bis 13 Jahre alten Kindern der Spaß und die Bewegung. Quelle: Ingo Rodriguez
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Ronnenberg

 Der zwölfjährige Niklas hat den besten Start erwischt. Er prescht mit einem Kunststoffschläger in der Hand los und steuert direkt auf einen kleinen weißen Plastikball zu – dicht gefolgt von einer sprintenden Gruppe vergnügt hechelnder Kinder. Die rund 15 Jungen und Mädchen sind am frühen Nachmittag in die Turnhalle der Marie Curie Schule in Ronnenberg gekommen, um gemeinsam Unihockey zu spielen. Dass im Freien bestes T-Shirt-Wetter und Sonnenschein herrschen, hält sie nicht von ihrem neuen Hallenvergnügen ab. „Es heißt Universalhockey und wird international Floorball genannt“, sagt die 43-jährige Übungsleiterin Heike Otremba. „Universal, weil man weder Eis noch Schlittschuhe oder Inliner benötigt“, erläutert die Grundschulehrerin aus Ronnenberg den Hintergrund. Sie kennt sich mit der Randsportart bestens aus: Anfang der Neunzigerjahre war Otremba während ihres Studiums Nationalspielerin.

Die frühere Nationalspielerin Heike Otremba begrüßt beim Unihockey regelmäßig bis zu 20 Kinder in der Turnhalle der KGS in Ronnenberg. Im Vordergrund stehen der Spaß und die Bewegung. Quelle: Ingo Rodriguez

Dass sie Unihockey seit vergangenem Oktober als ehrenamtliche Übungsleiterin der SG 05 Ronnenberg für Kinder von fünf bis 13 Jahre anbietet, hat jedoch einen anderen Hintergrund: „Ich bin in der Grundschule Weetzen auch Sportlehrerin und weiß, dass sich Kinder heutzutage viel zu wenig bewegen, weil sie ständig mit Tablets rumdaddeln“, sagt Otremba. Sie sei deshalb an den Vereinsvorstand herangetreten, um zu fragen, ob sie ein neues Angebot einführen könne. „In der Turnsparte war gerade erst das Erlebnisturnen gestrichen worden, weil sich keine Übungsleiterin gefunden hat“, sagt Otremba.

Bei der SG 05 Ronnenberg hat die Pädagogin mit ihrem Angebot offene Türen eingerannt. Eine neue Sportart für Kinder, angeboten von einer Pädagogin, die Nationalspielerin war – und das alles ehrenamtlich? Vorstand und Turnsparte ließen sich nicht lange bitten. „Für mich wurde sogar gleich das notwendige Material angeschafft: Kunststoffschläger, Bälle und Tore“, sagt Otremba. Mehr werde nicht benötigt. Auch die Regeln sind einfach: „Ähnlich wie Hockey und Eishockey, aber mit weniger Härte und Verletzungsgefahr“, sagt die 43-Jährige. Besonders wichtig: Die Schläger dürfen im Spiel nicht die Kniehöhe überschreiten. „Kaum Verletzungsgefahr, aber Koordinationsfähigkeit und Teamgeist werden gefördert“, sagt Otremba.

Die frühere Nationalspielerin Heike Otremba begrüßt beim Unihockey regelmäßig bis zu 20 Kinder in der Turnhalle der KGS in Ronnenberg. Im Vordergrund stehen bei den fünf bis 13 Jahre alten Kindern der Spaß und die Bewegung. Quelle: Ingo Rodriguez

Einen guten Einfluss hat Unihockey auch auf die Mitgliederentwicklung des Vereins. Die frühere Nationalspielerin hat einen kleinen Boom ausgelöst. Zu den eineinhalbstündigen Einheiten begrüßt sie an jedem Montag um 15.30 Uhr bis zu 20 Kinder. „Das lag anfangs an guter Mund-zu-Mund-Propaganda“, sagt Otremba. Sie hat großen Anteil am großen Zulauf. Die Pädagogin hat auch im Willkommenskreis von ihrem neuen Angebot berichtet. Seitdem kommen regelmäßig auch einige Flüchtlingskinder zum Unihockey.  Das Angebot habe sich als integrationsfördernd entpuppt. „Die Kinder spielen miteinander, bewegen sich und Einwandererkinder verbessern ihre Deutschkenntnisse“, sagt Otremba. Sie hat sogar eine ehrenamtliche Betreuerin finden können.

Der zwölfjährige Reda gehört seit dem Auftakt im Oktober zur Trainingsgruppe. „Das ist viel besser als Fußball“, sagt er beim Abschlusskreis. Die achtjährige Annalena will nach ihrem dritten Training auch weiterhin dabei bleiben. „Macht viel Spaß“, sagt sie. Otremba berücksichtigt auch Wünsche: „Beim nächsten Mal üben wir noch einmal das Passen und Schlenzen“, verspricht sie.

Von Ingo Rodriguez