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Nachrichten Erzieherinnen in den Krippen sind oft krank
Region Ronnenberg Nachrichten Erzieherinnen in den Krippen sind oft krank
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19:31 15.05.2014
Von Kerstin Siegmund
Die Erzieherinnen in den städtischen Krippen und Kindergärten sind oft krank.
Die Erzieherinnen in den städtischen Krippen und Kindergärten sind oft krank. Quelle: Waltraud Grubitzsch
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Ronnenberg

Die Erzieherinnen in den städtischen Krippen und Kindergärten, insbesondere die Springkräfte, sind oft krank. Das hat eine Erhebung der Verwaltung ergeben, die am Mittwochabend im Bildungsausschuss vorgestellt wurde. Demnach ist der Krankenstand bei den rund 120 zumeist weiblichen Mitarbeitern drastisch gestiegen. 2011 zählte die Verwaltung 1401 Krankentage, aktuell sind es 2374. Bis März dieses Jahres hat sich jeder Erzieher durchschnittlich 18,7 Tage krank gemeldet.

Durchschnittlich acht Arbeitswochen pro Jahr müssen von Springkräften aufgefangen werden. Bei diesen elf Erziehern sind die Krankheitstage von 230 auf 278 angestiegen. Die Ursache sieht Teamleiter Christian Diedrich in der Ausweitung des Krippenangebots. „Das ist der arbeitsintensivste Bereich.“

Die Verwaltung als Arbeitgeber will die Situation verbessern. „Wir sorgen uns um die Gesunderhaltung der Mitarbeiter“, sagte der Erste Stadtrat Torsten Kölle. Abhilfe könnte die Beschäftigung weiterer Erzieher sein. Die Verwaltung hat einen Bedarf von vier zusätzlichen Vollzeitstellen ausgerechnet. Das würde die Stadt rund 183 000 Euro im Jahr kosten.

In der Ausschusssitzung ist deutlich geworden, wie vielschichtig sich das Problem darstellt. „Wir haben eine hohe Fluktuation in den Kindergärten“, sagte die Stadtmitarbeiterin Manuela Altendorf. Immer häufiger könne keine Vertretung gestellt werden. Eine ständig wechselnde Betreuungsperson sei schlecht für die Kinder, sagte die Elternvertreterin Gaby Hesse. „Die Beschäftigung einer Drittkraft kann das Problem lösen helfen.“ Das ist ab 1. August dieses Jahres vorgesehen.

Die Stadtverwaltung sieht aber Probleme, neues Personal einzustellen. „Wir finden derzeit niemand auf dem Arbeitsmarkt für eine kurzfristige Vertretung“, sagte Torsten Kölle. Die Ratspolitiker wollen sich jetzt in ihren Fraktionen mit dem Problem, insbesondere mit den Ursachen, beschäftigen. „Der Krankenstand ist exorbitant hoch. Deshalb muss mit anderen Kommunen verglichen werden“, forderte Lutz Hillienhoff (Freie Wähler).

Kerstin Siegmund 14.05.2014
Kerstin Siegmund 13.05.2014