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Nachrichten Elterntaxis: Ratsgruppe will Barbarastraße sperren lassen
Region Ronnenberg Nachrichten Elterntaxis: Ratsgruppe will Barbarastraße sperren lassen
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00:16 31.05.2019
Auch rund um den Fußgängerüberweg vor der Theodor-Heuss-Schule ist morgens viel los.
Auch rund um den Fußgängerüberweg vor der Theodor-Heuss-Schule ist morgens viel los. Quelle: Heidi Rabenhorst
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Empelde

Es ist immer wieder diese eine halbe Stunde. Die Situation auf den Zufahrten zu den vier Grundschulen im Stadtgebiet wird kurz vor dem morgendlichen Schulbeginn immer wieder mit dem Wort „Chaos“ beschrieben. Und obwohl die entsprechenden Berichte von allen vier Standorten erzählen, steht die Theodor-Heuss-Schule (THS) in Empelde besonders im Fokus. Die Stadtverwaltung ist hier bereits mit mehreren Anläufen gescheitert, die Lage mithilfe der Unterstützung der Elternschaft zu entschärfen. Ein Antrag der Ratsgruppe 2 setzt in einem neuen Antrag jetzt darauf, mit einer temporären Straßensperrung zum Erfolg zu kommen.

„Maßnahmen einer sinnvollen Verkehrsberuhigung“

CDU, Freie Wähler und FDP wollen jetzt am Liebsten eine umfassende Lösung erreichen. Für den Zeitraum von 7.30 bis 13.30 Uhr – die aktuelle Dauer des Unterrichts mit einem entsprechenden zeitlichen Vor- und Nachlauf – soll die Barbarastraße, an der die THS gelegen ist, von der Kreuzung mit der Hirtenstraße und der Härkenstraße aus montags bis freitags für die Durchfahrt gesperrt werden. Alternativ soll die Barbarastraße in die entgegengesetzte Fahrtrichtung vom Übergang der alten Schachtbahn aus im selben Zeitraum als Einbahnstraße ausgewiesen werden. Wenn beides aus Gründen der Befristung nicht möglich ist, schlägt die Gruppe eine unbefristete Lösung vor.

In ihrer Begründung erklärt die Ratsgruppe ihre Vorschläge zu „Maßnahmen einer sinnvollen Verkehrsberuhigung“ in der Barbarastraße. Nach vielen Gesprächen und Versuchen sei es „offensichtlich nicht möglich“, anderweitig geordnete Verhältnisse zu schaffen.

Lösungsversuche scheitern am fehlenden Elternwillen

Die Stadtverwaltung hatte in der Vergangenheit in Zusammenarbeit mit der Schulleitung, Elternvertretung und der Polizei mehrfach versucht, eine sogenannte Bannmeile einzurichten. Die Resonanz bei Informationsveranstaltungen für Eltern war niederschmetternd gering, genau wie das Interesse an einer Umsetzung im Interesse der Sicherheit der eigenen Kinder. Der zweite Vorstoß, mithilfe sogenannter Laufbusse die Kinder geordnet in Gruppen und damit sicherer zu Fuß zur Schule zu geleiten, fand ebenfalls keine Unterstützung in der Elternschaft. Und selbst Kontrollen der Polizei bewirkten keine wirkliche Besserung. Nun sehen sich die Politiker offenbar genötigt, rigoroser gegen das Verkehrschaos vorzugehen.

Nicht erklärt hat sich die Ratsgruppe 2 bislang allerdings zum weiteren Vorgehen in Bezug auf die anderen Grundschulen im Stadtgebiet, falls der Antrag im Rat eine Mehrheit finden sollte. In Benthe war eine Bannmeile trotzt großen Einsatzes des Ortsrates ebenfalls am fehlenden Elternwillen gescheitert, und in Weetzen hatte ein solcher freiwilliger Verzicht der Eltern darauf, die Kinder mit dem Auto bis direkt an die Schule zu bringen, ebenfalls keinen dauerhaften Bestand gehabt. Im Zusammenhang mit der Ortskerngestaltung wurde auch aus Ronnenberg immer wieder vom Elterntaxi-Problem berichtet.

Kontrolle des Verbots könnte schwierig werden

Der zuständige Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung, Wolfgang Zehler, bewertet den Vorstoß der Ratsgruppe 2 eher zurückhaltend. Er sieht „Probleme in der Umsetzung“. Fraglich ist aus seiner Sicht, wer die neuen Vorschriften kontrollieren soll und wie Verstöße sanktioniert werden sollen. Beraten wird das Papier in den Ausschüssen wohl erst nach der Sommerpause.

Alle aktuellen Themen aus Ronnenberg finden sie unter haz.de/ronnenberg.

Von Uwe Kranz