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Region Ronnenberg Nachrichten Bis zu 100 Güterzüge mehr rollen pro Tag durch Ronnenberg
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00:20 09.06.2019
Weetzen sorgt sich wegen der zusätzlichen Güterzüge um die Durchlässigkeit der Verbindung nach Gehrden. Quelle: dpa
Ronnenberg

„Ich weiß gar nicht, ob unsere Schranken dann überhaupt noch aufgehen.“ Rüdiger Wilke, Ortsbürgermeister von Weetzen, sorgt sich um die Durchlässigkeit der Verbindung seiner Ortschaft nach Gehrden. 80 bis 100 zusätzliche Güterzüge täglich sollen ab Dienstag, 11. Juni, durch das Stadtgebiet rollen. Zu normalen Zeiten sind es 40. Die ohnehin ausgedehnten Schließzeiten der Bahnübergänge in Weetzen, Ronnenberg und Empelde dürften sich damit noch deutlich verlängern. Auslöser ist die Sanierung der ICE-Strecke zwischen Hannover und Göttingen, die bis zum 14. Dezember dauern soll.

Tagsüber schon jetzt lange Wartezeiten für Güterzüge

Für die Anrainer der Bahnstrecke ist das keine gute Nachricht. „Schon wieder“, stöhnt ein Ronnenberger, dessen Wohnhaus direkt an der Bahnlinie liegt. Die Lärmbelastung durch die langen Güterzüge sei deutlich höher als durch die S-Bahnen. Zumal die Mehrheit der zusätzlichen Fahrten in der Nacht erwartet wird. Das bestätigt auch eine Passantin auf der Ronnenberger Bahnbrücke. Ihr Schwager sei Zugführer, erzählt sie. Und schon jetzt müsse dieser tagsüber bis zu einer Stunde bei Hameln auf eine Weiterfahrt mit einem Güterzug warten. Dass zusätzlich noch 80 bis 100 Bahnen pro Tag in diesen Plan eingearbeitet werden können, erscheint wie eine Sisyphosarbeit.

Entlastungszüge entfallen bis auf wenige Ausnahmen

Da hilft es auch nicht viel, dass die Bahn die Sprinter-S-Bahnen S21 nach Barsinghausen und S51 nach Hameln für die Bauzeit bis auf wenige Ausnahmen aussetzen will, um zumindest ein bisschen Luft im Gesamtfahrplan auf der Strecke zu schaffen. Für Pendler bedeutet diese Einsparung aber eine weitere schlechte Nachricht: Denn in den S-Bahnen dürfte es zu den Stoßzeiten deutlich voller werden, wenn diese Entlastungszüge nicht eingesetzt werden.

Außer der engen S-Bahn-Taktung kommen nun auch noch bis zu 100 zusätzliche Güterzüge pro Tag auf die Bahnanrainer zu. Quelle: Uwe Kranz

Dass die Strecke durch Ronnenberg häufig für Umleitungen genutzt wird, weiß auch Weetzens Ortsbürgermeister, der mit seinen Ortsratskollegen seit Jahren für eine Veränderung an den örtlichen Übergängen kämpft. Im vergangenen Herbst hatte die Bahn die Leinetal-Strecke saniert, die jetzt die umgeleiteten ICE-Züge aufnehmen muss. Damals durchquerten ebenfalls bis zu 80 Güterzüge mehr am Tag das Stadtgebiet. „Während der Ortsbegehung vor gut zwei Wochen fuhr überraschend ein ICE durch Weetzen“, erzählt Rüdiger Wilke. „Und der hält hier doch eher selten.“ Er sorgt sich vor allem um die Rettungswege für Feuerwehr und Rettungskräfte aus und in Richtung Gehrden. Gespräche mit der Deutschen Bahn im Jahr 2017 erbrachten keine Lösung. Eine seinerzeit von dem Unternehmen empfohlene Über- oder Unterführung der Gleise ist für die Stadt kaum zu finanzieren.

S-Bahnanbindung „enormer Vorteil“ für Weetzen

Verteufeln will Wilke die Bahn indes jedoch nicht. Er wisse die gute Anbindung Weetzens an die S-Bahnlinien in Richtung Hannover und Hameln durchaus zu schätzen. „Der Vorteil für den Ort ist enorm“, stellt er fest. Durch die zusätzlichen Güterzüge sei die zu erwartende Lärmbelastung für die Anwohner jedoch „unerträglich“.

Fahrgäste müssen sich überdies auf weitere Behinderungen bei den S-Bahnen einstellen. Vom 23. bis zum 29. Juli wird die Brücke über die Königstraße in Hannover erneut teilweise für den Bahnverkehr gesperrt wird. Die Sperrung hat vor allem Auswirkungen auf den Nahverkehr.

Alle aktuellen Themen aus Ronnenberg finden Sie unter haz.de/ronnenberg.

Von Uwe Kranz

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