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Nachrichten Grüne wollen Bienensterben stoppen
Region Ronnenberg Nachrichten Grüne wollen Bienensterben stoppen
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00:25 27.04.2018
Exminister Chritian Meyer referiert über das Insektensterben.
Exminister Chritian Meyer referiert über das Insektensterben. Quelle: Uwe Kranz
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Empelde

 Die annähernd 30 Zuhörer machten einen alamierten Eindruck: Die Ronnenberger Grünen hatten in den Roten Faden nach Empelde geladen und mit Christian Meyer den ehemaligen Landwirtschaftsminister als Referenten für ein ernstes Thema gewonnen. „Was ist, wenn es die Bienen nicht mehr gibt?“ war der Abend aus aktuellem Anlass überschrieben. 

Meyer listete in seinem Vortrag eine Reihe von Zahlen zum langsamen verschwinden der Insekten auf, die er in den vergangenen acht bis neun Jahren zusammengetragen hatte. Demnach sind 80 Prozent der Wild- und Nutzpflanzen auf Bestäuber angewiesen. „Die Biene ist das wichtigste Nutztier in Deutschland“, resümierte er.

Als Ursache nannte der Grünen-Politiker unter anderem Neonikotinoide, die in der modernen Landwirtschaft eingesetzt werden. Sie beeinträchtigten das Landschaftsgedächtnis der Bienen, sozusagen ihr Navigationssystem. Wer nicht in den Bau zurückfindet, stirbt allerdings und kann auch keine Informationen über sprudelnde Nahrungsquellen weitergeben. Joe Altvater aus Weetzen und andere Imker erzählten im weiteren Verlauf von ihren Erfahrungen und Verlusten in den vergangenen Jahren. Hannelore Plaumann betonte, dass aber auch die vielen Wildbienenarten betroffen seien. Dreiviertel von diesen nisten im Boden. Für sie müssten in Gärten und auf anderen Flächen Nistmöglichkeiten geschaffen werden.

„Jede kleine Maßnahme hilft“, sagte Meyer, man müsse aber auch das große Ganze im Blick behalten. Damit meinte er die Agrarpolitk der Bundesregierung und der EU, die die Anwendung der Neonikotinoide bislang nicht verhindere. Jens Williges, Vorsitzender der Ratsfraktion, forderte mehr Druck aus der Bevölkerung, damit Maßnahmen wie Blühstreifen an Feldern politisch durchgesetzt werden könnten. 

Für die Interessen der Imker will sich Ratsherr Uwe Buntrock einsetzen. Er plant einen Gesprächskreis, an dem sich später auch Landwirte, Poltiker und Vertreter der Verwaltung beteiligen sollen. Unterdessen wollen die Grünen ein Angebot von Gisela Wicke, Vorsitzende des Naturschutzbundes Gehrden-Benthe, annehmen: Sie will bei einem Stadtrundgang das Potenzial sogenannter „Schmuddelecken“ als blühende Inseln aufdecken. 

Von Uwe Kranz