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Nachrichten Bahnübergänge: Es wird eher schlimmer
Region Ronnenberg Nachrichten Bahnübergänge: Es wird eher schlimmer
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00:16 16.02.2017
Von Uwe Kranz
Cay Lienau (links) hört sich die Frage von Thomas Bensch (rechts) an. Auch Rüdiger Wilke (Zweiter von links) und Wolfgang Zehler lauschen. Quelle: Uwe Kranz
Ronnenberg

Rund 70 Besucher aus verschiedenen Stadtteilen hatten den Weg in die Aula der Regenbogenschule gefunden. Sie erhielten zunächst von Lars Lücking, dem Leiter Planung und Steuerung der Deutschen Bahn in Hannover, eine kurze technische Einführung in Schrankentechnik.
Im Anschluss beantwortete Referent Cay Lienau Fragen der Bürger und Lokalpolitiker. Er erklärte, dass der Bahnübergang an der Ronnenberger Straße in Empelde, der vielen Bewohnern der verschiedenen Stadtteile als gutes Beispiel für kurze Schließzeiten gilt, in seiner Technik nicht übertragbar auf andere im Stadtgebiet sei. Mehr noch: Er würde seiner Aussage nach auch heutzutage wohl so nicht mehr gebaut. Dieser Übergang ist der einzige im Stadtgebiet, der nicht durch seine Nähe zu einem Bahnhof oder einer Weichenanlage spezielle Anforderungen an die Signaltechnik mitbringt. Die Signale an der Ronnenberger Straße würden deshalb automatisch geschaltet, so Lienau, bei allen anderen Übergängen übernehme das ein Fahrdienstleiter. Dort sind die Schranken täglich bis zu neun Stunden geschlossen. Dabei sei nach oben alles offen“, erklärte der Bahnmitarbeiter. „Wir haben bei den Schließzeiten keine Bemessungsgrenze.“

Viele Politiker der örtlichen Parteien, aber auch zahlreiche Bürger stellten teilweise detaillierte Fragen zu einzelnen Anlagen. Die Antworten Lienaus hatten alle das gleiche Fazit: Eine andere Schaltung ist aus diversen Sicherheitsaspekten nicht möglich. Außerdem liege es der Bahn fern, in funktionierende Anlagen zu investieren. Nur wenn Anlagen erneuert werden müssten, könne es Veränderungen geben. „Die Anlagen sind sicher und zugelassen“, stellte er fest.

Nach langen Erklärungen an Streckenplänen meldete sich Karin Reinelt, Vorsitzende des Rates der Stadt Ronnenberg, zu Wort. „Ich habe heute Abend gelernt, dass es viel komplizierter ist, als ich dachte“, sagte sie. „Gibt es den für uns überhaupt eine Hoffnung?“ Wenn sich überhaupt für Autofahrer etwas ändere, dann werde es langsamer, antwortete Lienau. „Der Bund fordert die Bahn auf, Bahnübergänge zu beseitigen“, nannte er als Hintergrund für diese Aussage. Das würde bedeuten, das anstelle der Übergänge Über- oder Unterführungen für den Autoverkehr geschaffen werden müssten. Die dafür zu erwartenden Kosten von viele Millionen Euro müssten in drei Teilen die Deutsche Bahn, der Bund und der Baulastenträger (Stadt, Region oder Land) tragen.
Beruhigende Neuigkeiten hatte Lienau indes für alle parat, die in Notsituationen Feuerwehr oder Rettungswagen vor geschlossenen Schranken wichtige Minuten verlieren sehen. In Fällen großer Gefahr könne der Fahrdienstleiter die Schranken für einen Rettungswagen oder einen Löschzug kurzzeitig öffnen, erklärt der Referent. Dazu muss die Bahn auf den gesetzlichen Vorrang des Bahnverkehrs vor dem Straßenverkehr verzichten – und natürlich die nahenden Züge bremsen oder anhalten. Das ginge zu Lasten des Fahrplanes, sei aber in besonderen Fällen möglich. Die manuelle Öffnung der Schranken durch den Fahrdienstleiter ermögliche es auch, dass dieser zwischen zwei Zügen den Übergang kurzzeitig für den Autoverkehr freigibt. Dafür gebe es aber Mindestöffnungszeiten.

Bürgermeisterin Stephanie Harms meinte abschließend: „Wir haben heute eine Menge dazugelernt, Es sind aber such viele Fragen entstanden.“

Sicherheit kann alle zwei Jahre überprüft werden

Trotz eines Diskussionsmarathons mit komplizierten Streckenplänen und teilweise zähen Erklärungen der technischen Zusammenhänge hatte Weetzens Bürgermeister Rüdiger Wilke den Sicherheitsaspekt am schlecht ausgebauten Übergang an der Bröhnstraße nicht vergessen. Mit der letzten Frage des Abends hoffte er Möglichkeiten für eine bessere Sicherung der Kreuzung zu erfahren. Doch auch er wurde zunächst enttäuscht. Auch in Sachen Sicherheit investiert die Bahn nicht mehr aus eigenem Antrieb in Bahnübergänge, so Referent Cay Lienau. Es gebe aber alle zwei Jahre die Möglichkeit des Bauträgers gemeinsam mit der Deutschen Bahn eine Verkehrsschau vor Ort durchzuführen. Dabei könnten nötige Maßnahmen ermittelt werden. In diesem Fall wäre ein abgesetzter Geh- und Radweg und eine neue Schrankenanlage möglich, die die gesamte Straßenbreite abdeckt. Für den „Neubau des Bahnübergangs“ schätzte er grob Kosten in Höhe von 750 000 Euro ab, von denen der Bauträger, also die Stadt ein Drittel übernehmen müsse. Außerdem, so Lienau, könne die neue Technik „auch zu längeren Schließzeiten führen“.

Interview mit Wolfgang Zehler, Fachbereichsleiter der Stadt Ronnenberg:

Herr Zehler, was nehmen Sie an neuen Informationen mit aus der Veranstaltung?

Einige Detailinformationen und Einzelheiten zur Sicherheitstechnik waren neu. Interessant war auch, dass seitens der Bahnvertreter der große Zusammenhang mit Aspekten wie Sicherheit und Kundenzufriedenheit klar in den Vordergrund gestellt und die Vorgabe des Gesetzgebers aufgezeigt wurde, dem Schienenverkehr Vorrang vor dem Straßenverkehr einzuräumen. Diese Querbeziehungen zu verstehen, war für die Anwesenden sicherlich ganz hilfreich.

Enstehen daraus Folgen für die Stadt?

Unmittelbar würde ich das zunächst nicht sehen. Das müsste vielleicht auch an anderer Stelle entschieden werden. Ratsmitglieder waren bei der Veranstaltung ja zahlreich vertreten. Wenn es um bauliche Veränderungen geht, sind wir selber dran, das Prozedere in Gang zu setzen. Dabei müssen wir uns im Klaren sein, dass nicht alle Übergänge gleich zu betrachten sind und entschieden werden müsste, nach welchen Kriterien beispielsweise ein Umbau infrage kommt.

Und wie geht es in Sachen der mangelnden Sicherheit an der Bröhnstraße weiter?

In diesem Zusammenhang hat uns der Referent, Herr Lienau, die Möglichkeit aufgezeigt, in einer Verkehrsschau mit der Deutschen Bahn zu betrachten, welche Verbesserungsnotwendigkeiten es gibt. Das werden wir in Angriff nehmen. Dabei muss man auch hier die Frage stellen, ob zum Beispiel durch eine aufwändige Maßnahme die Sicherheit tatsächlich erhöht wird, und wer die Kosten dann zu tragen hat.

Die Nachricht, das der Rat der Stadt die Einrichtung eines Quartiersplatzes in Empelde zugestimmt hat, hat in bei den Bewohnern der Kernstadt zum Teil für Unmut gesorgt. Einmal mehr äußerten Bürger die Meinung, der Stadtteil Empelde würde bei Projekten und Zuwendungen bevorzugt.

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