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Region Pattensen Nachrichten Drei Vorschläge für bessere Straßen
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00:42 27.05.2018
Der Neue Weg in Pattensen-Mitte soll eines der ersten Sanierungsprojekte sein. Quelle: Torsten Lippelt
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Pattensen

Das wird teuer: Zwar belegt ein von der Stadt erstmals erstelltes Kataster, dass die städtischen Straßen und Gehwege in Pattensen überwiegend in einem guten Zustand sind. Doch die bisher jährlich für Reparaturen investierten rund 250.000 Euro werden nicht reichen, um dies auch dauerhaft zu garantieren. Dafür sind laut Verwaltung künftig mindestens 750.000 Euro pro Jahr für die notwendigen Reparaturen und Ausbesserungen notwendig.

Die Stadt hatte das Kataster im Frühjahr 2017 in Auftrag gegeben. Ziel sollte sein, den Zustand der Straßen objektiv zu erfassen. Die beauftragte Firma ließ einen Wagen mit Kameras durch die Straßen fahren. Anschließend wurden die Schäden und der Zustand der Straßen bewertet. Diese wurden in acht Klassen eingeteilt, wobei die Klassen eins bis fünf als unkritisch anzusehen sind und im schlechtesten Fall die Planung einer mittelfristigen Sanierung erfordern. In Pattensen fallen 93,4 Prozent der Straßen in diese Klasse. Die Klassen sechs und sieben stellen einen Grenzwert dar, der die kurzfristige Planung und Sanierung notwendig macht. Darunter fallen 6,6 Prozent der Straßen. Die Zustandsklasse acht, welche einen sehr schlechten Zustand bezeichnet, kommt in Pattensen nicht vor.

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Die Verwaltung weist in einer Ratsvorlage zu dem Thema allerdings daraufhin, dass etwa ein Viertel der Straßen in den Klassen vier und fünf eingestuft sind. Es sei davon auszugehen, dass diese in die nächsten Jahren einen kritischen Zustand haben werden. Die Politik muss jetzt entscheiden, wie mit diesen Ergebnissen umgegangen wird. Die Verwaltung schlägt drei Alternativen vor:

„Nichts tun“: Das bisherige Budget für die Straßensanierungen wird nicht erhöht. In diesem Fall würden in zehn Jahren die Schäden auf den Straßen durchschnittlich mit der Zustandsklasse 6 bewertet werden, was eine erhebliche Verschlechterung wäre.

„Unbegrenzte Finanzmittel“: Um eine signifikante Verbesserung zu erreichen, müssten 18,5 Millionen Euro investiert werden.

„Bauprogramm mit begrenztem Budget“: Bei einer jährlichen Investition zur Straßenerhaltung von 500.000 Euro würde der durchschnittliche Zustand von aktuell Klasse drei auf Klasse fünf sinken. Etwa 42 Prozent der Straßen würden dann in den Zustandsklassen sechs bis acht liegen.

In jedem Fall ist laut Verwaltung eine deutliche Erhöhung des Budgets für die Straßenunterhaltung erforderlich. Selbst eine Verdoppelung der bisherigen Summe auf rund 500.000 Euro reiche nicht aus, „um den derzeitigen Zustand nur ansatzweise zu erhalten“. Allein dafür seien mindestens 750.000 Euro notwendig, teilt der Erste Stadtrat Axel Müller auf Nachfrage mit. „Das ist für die Stadt allerdings eine sportliche Investition, die auch in der Praxis erstmal umgesetzt werden muss. Viele Tiefbaufirmen sind mit Aufträgen im Moment ausgebucht“, sagt er.

Die Verwaltung schlägt als hauptsächliche Sanierungstechnik den sogenannten Teiltiefausbau vor. Dabei werden die Tragschichten mit Asphalt bis zu einer Tiefe von 30 Zentimeter erneuert. Damit werde die Qualität der Fahrbahn erheblich verbessert. Bei den Sanierungen müssten die Anlieger an den Kosten beteiligt werden. Müller weist allerdings daraufhin, dass es vor jedem Projekt Bohrungen geben werde, um den tatsächlichen Sanierungsbedarf zu ermitteln. „Sollte bei einer Straße lediglich eine Erneuerung der Oberfläche notwendig sein, werden dafür keine Ausbaubeiträge erhoben“, sagt er.

Eine Prioritätenliste der zu sanierenden Straßen hat die Verwaltung bereits erstellt. Darüber soll nach der Sommerpause beraten werden. Sollte der Rat zustimmen, könne das Projekt im nächsten Jahr beginnen. Die Verwaltung schlägt zunächst die Sanierung des Gehweges am Pattenser Bad vor sowie der Fahrbahn der Neuen Straße in Pattensen-Mitte, der Ostlandstraße in Jeinsen und der Straße Grünes Tal in Schulenburg. Die Kosten betragen insgesamt rund 500.000 Euro.

Von Tobias Lehmann