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Nachrichten 2019: 20 Jahre Mehrgenerationenhaus
Region Pattensen Nachrichten 2019: 20 Jahre Mehrgenerationenhaus
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15:37 21.09.2018
Bereiten das 20-Jährige vor: Annette Köppel (von links), Martina Wolters, Regina Liedtke, Elke Eicke und Maren Taube. Quelle: Kim Gallop
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Pattensen-Mitte

Aus Pattensen und Umgebung ist diese Institution nicht mehr weg zu denken: das Mehrgenerationenhaus (MGH) an der Göttinger Straße 25a. Im kommenden Jahr jährt sich die Eröffnung zum 20. Mal. Bereits seit einigen Wochen werden die Feierlichkeiten vom Trägerverein Mobile geplant. Jetzt hatte der Vorbereitungskreis mit MGH-Geschäftsführerin Annette Köppel, Martina Wolters, der Leiterin des Familienservicebüros im MGH, Regina Liedtke, der Leiterin der Mobile-Kindertagesstätte im MGH, Elke Eicke, Mobile-Vorstandsmitglied und Programmverantwortliche des MGH, sowie Maren Taube, Leiterin der Mobile-Kita an der Ruther Straße, zum Pressegespräch eingeladen.

Alle Freunde des MGH sollen sich angesprochen fühlen und sich schon jetzt Sonnabend, 22. Juni 2019, als Termin vormerken: Dann wird ein großes Fest gefeiert – natürlich für alle Generationen.

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Es waren zwei junge Mütter auf dem Land, Annette Köppel und Anette Wetzel-Hesselbarth, die in Pattensen Angebote zur Familienbildung vermissten und schließlich selbst tätig wurden. Sie gründeten mit Gleichgesinnten den Verein Mobile - Elke Eicke kam als eine der Ersten dazu. Der Vereom organisierte Kurse – damals noch in Räumen der Kirche in Bennigsen. „Wir wollten aber auch einen Treffpunkt schaffen“, berichtet Köppel, „für Menschen, die Kurse besuchen oder ihr Kind zur Betreuung bringen.“ Das Mütterzentrum wurde gegründet, die Räume an der Göttinger Straße wurden gefunden, die Organisation wuchs, und am 1. Februar 1999 konnte das MGH eröffnet werden. Dort spielt sich seitdem alles ab, und das Café Mobile mit Kaffee und Kuchen im Angebot, aber auch einem täglichen Mittagstisch, ist ein echter Ort der Begegnung geworden.

Das Mehrgenerationenhaus in Pattensen hat seinen Sitz an der Göttinger Straße. Quelle: Kim Gallop

Wenn Köppel und die anderen Frauen der ersten Jahre vom Aufbau des MGH berichten, klingt alles so leicht und logisch. Aber Köppel räumt auch ein: „Wir hatten kein Geld, wir haben einfach angefangen.“ So lief es und so läuft es bis heute: Mobile erkennt einen Bedarf, entwickelt ein Konzept und sucht dann nach Geldquellen. Die Finanzierung besteht inzwischen aus den selbst erwirtschafteten Mitteln – etwa aus Kursen oder Spenden – und öffentlichen Zuschüssen von Stadt, Land und Bund. Diese müssen immer wieder neu beantragt und erkämpft werden.

Dazu kommt als wichtige und erwünschte Säule die Ehrenamtlichkeit. Viele Angebote – vom Wunschgroßelterndienst bis zur EDV-Beratung von Senioren durch Jugendliche –sind nur dank der ehrenamtlichen Helfer jeden Alters möglich, um die 70 sind derzeit aktiv. Ein großer Bereich ist die Kinderbetreuung mit professionellen Kräften, die Jahr für Jahr ausgeweitet wurde. Vom sogenannten Minikindergarten für unter Dreijährige an zwei Vormittagen in der Woche bis zu zwei Kitas sowie der Ganztags- und Hortbetreuung von Grundschülern mit insgesamt mehr als 300 Kindern aktuell. Und alle Bereiche greifen ineinander, wie das Beispiel von Maren Taube zeigt: „Ich wollte hier nur einen Kaffee trinken“, erinnert sie sich lachend. Sie kam im Café Mobile ins Gespräch, es sprach sich herum, dass sie vom Fach ist – und heute ist sie Leiterin der Mobile-Kita Ruther Straße. „Reinkommen, mitmachen, selber machen“, das sei das Motto, bestätigt Köppel. Das hat auch Martina Wolters erlebt, die ursprünglich eine Betreuung für ihr Kind suchte und nun seit 2007 das Familienservicebüro im MGH leitet.

Mobile bietet Hilfe und ein Netzwerk

Auf der Homepage mobile-pattensen.de ist die Entstehungsgeschichte von Mobile und dem Mehrgenerationenhaus (MGH) Pattensen zusammengefasst. Sie wird hier in Auszügen wiedergegeben: „MOBILE – Verein für Gesundheits- und Familienbildung e. V.“ wurde 1994 mit dem Ziel gegründet, Kursangebote für Familien im ländlichen Raum anzubieten. Es gab vor Ort kaum Angebote der Familienbildung, außerdem fehlte ausreichend Kinderbetreuung. 1996 griff Mobile diese Lücken auf und gründete eine Initiative zum Aufbau eines Mütter- und Familienzentrums. „Begegnung, Bildung, Betreuung und Beratung unter einem Dach“ war die Leitidee. Ihr lag der Gedanke zu Grunde, dass Familien Angebote brauchen, die miteinander vernetzt sind, damit sie einen effektiven Nutzen haben. Es sollte ein Netzwerk bestehend aus Dienstleistungen, Begleitung und Möglichkeiten zur Selbsthilfe geschaffen werden. Dieser Gedanke wurde im Laufe der Jahre weiterentwickelt und im Rahmen der generationenübergreifenden Arbeit fortgeführt.

1999 bauten 10 Familien das ehemaliges Tischlereigebäude der Firma Wackerhagen an der Göttinger Straße 25a gemeinsam mit örtlichen Handwerksfirmen zum Mütter- und Familienzentrum Pattensen mit Kursangeboten, offenem Frühstücks- und Nachmittagstreff für Eltern, Großeltern und Kinder und einem Hort für 20 Grundschulkinder aus. In den nächsten Jahren wurden kamen ein Minikindergarten für 2- bis 3-Jährige , einer Kindertagestätte für 3- bis 6-Jährige und ein Hort für Grundschüler dazu. Dazu kamen Angebote von Ehrenamtlichen wie Wunschgroßelterndienst, Schulfrühstück für die KGS sowie Selbsthilfegruppen, Hobbygruppen und Gesprächskreise.

2003 wurde das Zentrum als erstes gefördertes Niedersächsisches Mehrgenerationenhaus von der damaligen Niedersächsischen Sozialministerin Ursula von der Leyen eröffnet. Es folgte ein Ausbau der Kindertagesstätte (70 Kinder) sowie die Weiterentwicklung der generationenübergreifenden Angebote. 2006 wurde die Kindertagesstätte im MGH auf 90 Plätze erweitert. Es erfolgte die Aufnahme des Hauses in das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

2007 eröffnete Mobile in Kooperation mit der Stadt Pattensen ein Familienservicebüro. Zu den Aufgaben gehören die Beratung, Vermittlung und Begleitung von Tagespflegepersonen, die Vermittlung von spontan benötigten Betreuungsangeboten, Babysittern und Wunschgroßeltern. Die Kindertagesstätte erweiterte ihr Angebot um eine Krippengruppe für Ein- bis Dreijährige. Seit 2010 organisiert Mobilie die Betreuung in den verlässlichen Grundschulen der Stadt und die Ganztagsschulbetreuung der Grundschule Pattensen 2016 wird eine weitere Kindertagesstätte unter der Trägerschaft von Mobile in einem Neubau an der Ruther Straße eröffnet. gal

Gefeiert werden soll das 20-jährige Bestehen des MGH im kommenden Jahr an zwei Tagen. Für Freitag, 14. Juni 2019, ist ein Empfang mit geladenen Gästen im Rathaus Pattensen geplant. Dann gibt es am Sonnabend, 22. Juni 2019, ein großes Fest im Fuchsbachpark. An diesem Fest wirken neben Mobile noch um die 20 weitere Vereine, Institutionen und Privatleute mit, berichtet Köppel erfreut. Es soll einen Zauberer, Musik und viele Mitmach-Aktionen für Kinder und Erwachsene geben. Eingeladen sind alle, die sich dem MGH verbunden fühlen.

Von Kim Gallop