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Region Pattensen Nachrichten Ausnahmeläufer aus Eritrea feiert zweimal Ostern
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00:35 02.04.2018
Pattensens aus Eritrea stammender Ausnahmeläufer Haftom Weldaj feiert gleich zweimal das christliche Osterfest: Am Sonntag, 1. April, mit seinem Mentor und TSV-Trainer Friedrich Weber (rechts) sowie dessen Familie und eine Woche später dann in seiner christlich-orthodoxen Kirchengemeinde.
Pattensens aus Eritrea stammender Ausnahmeläufer Haftom Weldaj feiert gleich zweimal das christliche Osterfest: Am Sonntag, 1. April, mit seinem Mentor und TSV-Trainer Friedrich Weber (rechts) sowie dessen Familie und eine Woche später dann in seiner christlich-orthodoxen Kirchengemeinde. Quelle: Torsten Lippelt
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Pattensen

 Ostern wird in Mitteleuropa traditionell immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling gefeiert. Doch wer, wie der aus Eritrea stammende und seit mehr als drei Jahren in Pattensen lebende Sportler Haftom Weldaj einer christlich-orthodoxen Kirche angehört, kann auch zweimal in den Genuss des Feiertages kommen. 

Denn bei den orthodoxen Christen fällt der Festtag durch den für sie gültigen Kirchenkalender auf ein anderes Wochenende. Und so feiert der 28-jährige Ausnahmeläufer an diesem Wochenende zunächst mit seinem Mentor und TSV-Trainer Friedrich Weber und dessen Familie in Pattensen das abendländische Osterfest. Süßigkeiten oder der Osterbraten sind für Haftom Weldaj dabei aber noch tabu, denn für den talentierten und gläubigen Langstreckler gilt noch bis zum orthodoxen Osterfest am darauffolgenden Wochenende eine strenge Fastenzeit. 

„In Eritrea gehen am nächsten Freitag alle Gemeindemitglieder den ganzen Tag über zum Beten in die Kirche – und dann auch wieder am Samstagabend“, erzählt Weldaj: „Bis dahin wird gefastet und sich nur vegan ernährt.“ 

Das ändert sich erst am Ostersonntag, wenn der zuvor an die Leidenszeit Christi erinnernde Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte, wie Milch und Eier, endet. 

Osterhasen sowie bunt bemalte und versteckte Eier gehören nicht zur ostafrikanisch-christlichen Festkultur, vielmehr Lammfleisch und Hühnchen mit verschiedenen Saucen. Gegessen wird dies traditionell nur mit den Fingern und mithilfe des Injera genannten Fladenbrot. Aus ihm werden einzelnen Stückchen herausgerissen und diese wie ein Löffel genutzt.

Er sei überrascht gewesen, wie Haftom trotz der veganene Lebensweise so gute Laufleistungen beim Training erziele, sagte sein Trainer Weber erstaunt.

Von Torsten Lippelt

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