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Nachrichten Bauern rechnen mit schlechtem Ertrag bei Winterweizen
Region Pattensen Nachrichten Bauern rechnen mit schlechtem Ertrag bei Winterweizen
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06:00 30.07.2019
Das Getreide ist wegen der extremen Hitze schnell reif geworden. Quelle: Kim Gallop
Jeinsen/Schliekum

Derzeit geht es ganz schnell: An einem Morgen wogen die vollen Ähren auf den Feldern bei Pattensen-Jeinsen noch im leichten Sommerwind, am nächsten Morgen sind auf dem Acker nur noch kahle Stoppeln zu sehen. In den vergangenen Tage war es auf vielen Feldern zwischen Jeinsen und Schliekum das gleiche Bild: Von 10 Uhr bis nach 22 Uhr waren die Erntemaschinen im Einsatz. Die Landwirte ernten den Winterweizen. Weil die Körner wegen der extremen Hitze schon reif sind, aber auch in Erwartung des Regens, der seit Tagen angekündigt wird.

Die Ernte und die Lagerung sind leichter, wenn die Körner trocken sind. „Der Winterweizen ist zu 65 Prozent eingeholt“, bestätigte am Montag Günter Kleuker aus Jeinsen. Der Landwirt ist einer der Gesellschafter der Jeinsen KG, von der insgesamt 480 Hektar in Jeinsen und Schliekum (Landkreis Hildesheim) gemeinsam bewirtschaftet werden.

Zweites schlechtes Jahr in Folge

„Wir erwarten einen schlechten Ertrag“, ergänzte Kleuker. Wegen der extremen Hitze in diesem Sommer habe jede Ähre nicht nur weniger Körner ausgebildet, sondern auch kleinere Körner. Und mit dem geringeren Gewicht sei auch der Erlös beim Verkauf der Ernte geringer.

Auch der Erntezeitpunkt sei wegen der schnelleren Reife deutlich nach vorn verlegt worden. „Das ist genau so früh, wie im letzten Jahr“, sagt der Landwirt rückblickend auf den Sommer 2018, der ebenfalls extrem heiß war – mit den gleichen negativen Folgen bei der Weizenernte.

Ist der Weizen abgeerntet, kommt auf den Feldern bei Jeinsen und Schliekum der Raps dran. „Der Raps geht über den Handel in die Ölmühlen“, berichtet Kleuker. Nicht nur die Rapssamen werden verwertet: Der Rest der Pflanze wird zu Viehfutter verarbeitet.

Das ganze Getreide ist eingeholt, auf den Feld bei Jeinsen bleiben nur noch Stoppeln. Quelle: Kim Gallop

Ernte ist landesweit enttäuschend

Nach Informationen des Landvolks Niedersachsen mussten die Ertragserwartungen beim Winterweizen, der wichtigsten Getreideart landesweit, deutlich korrigiert werden. „Die Hitzewelle im Juli hat die Ertragsspitzen gekappt“, sagt Landvolkvizepräsident Ulrich Löhr. Diese Einschätzung wird durch Zahlen des Landesamts für Statistik untermauert. Wie der Pressedienst des Landvolks meldet, wird die gesamte Getreideernte auf knapp sechs Millionen Tonnen geschätzt. Damit würde das langjährige Mittel von 2012 bis 2017 verfehlt.

Löhr sieht erhebliche Engpässe bei Betrieben, die auch in den Vorjahren Einschnitte bei den Erträgen verkraften mussten. „Die Reserven auf den Höfen waren schon im vergangenen Jahr aufgezehrt“, sagt er. Die Landwirte hofften daher umso mehr, den Verlust durch höhere Preise ausgleichen zu können.

Günter Kleuker aus Jeinsen ist da skeptisch. Er verweist auf Berichte, dass in diesem Sommer die Weizenernte im Süden Deutschlands und auch in Frankreich sehr gut war. Das werde zu niedrigeren Preisen auf dem gemeinsamen Markt führen, befürchtet er.

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Von Kim Gallop

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