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Region Pattensen Nachrichten So laufen die Dreharbeiten für den Horrorfilm von Julia Dordel
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18:03 21.08.2019
Julia Dordel und Nicolo Pasetti drehen im Restaurant Zauberkessel in Walsrode. Quelle: Dorcon Film Productions
Pattensen

 Drehbuch und Wirklichkeit klaffen oft weit auseinander. Gleich in der ersten Szene des zurzeit in Hannover und Umgebung gedrehten Horrorfilms „The Bitter Taste“ regnet es. So sieht es das von der Hauptdarstellerin und Produzentin Julia Dordel aus Pattensen sowie von Regisseur und Kameramann Guido Tölke gemeinsam geschriebene Drehbuch vor. Doch leider war an dem Tag, an dem die Szene in Wietze (Landkreis Celle) gedreht wurde, keine einzige Wolke am Himmel.

„Unser Drehplan ist terminlich aber so eng, dass wir nicht darauf warten können, bis es irgendwann einmal regnet“, sagt Tölke im gemeinsamen Interview mit Dordel. Beide sind im letzten noch stehenden Gebäude des ehemaligen Kniggeschen Gutes an der Dammstraße in Pattensen-Mitte, dem Sitz der Produktionsfirma Dorcon Film Productions. Dordel, die auch schon in internationalen Filmproduktionen zu sehen war, ist Gründerin und Geschäftsführerin des Unternehmens.

So wurde kurzerhand die Feuerwehr Wietze um Hilfe gebeten. „Die Einsatzkräfte ließen es für uns aus den Wasserschläuchen regnen, sodass auch die Fahrbahn authentisch nass aussah“, sagt Tölke. Der Film wird überwiegend aus eigenen Mitteln finanziert. „Wir haben aber den Anspruch, dass er am Ende hochwertig aussieht“, sagt Dordel. Das erfordert von den beiden Hauptverantwortlichen und ihrem kleinen Team Engagement und Improvisationstalent. Denn ruhig und beschaulich wird der Film nicht.

Horrorfilm mit internationalen Schauspielern

Erzählt wird die lose an eine ungarische Sage angelehnte Geschichte der ehemaligen Fünfkämpferin Marcia, die in die Fänge einer untoten Gräfin gerät und eine mörderische Menschenjagd überleben muss. Dordel spielt Marcia. Die männliche Hauptrolle des internationalen Casts übernimmt der deutsch-italienische Schauspieler Nicolo Pasetti. Konkret auf das Genre Horror wollen sich Dordel und Tölke nicht festlegen. „Es ist eher eine Art Horror-Mystery-Abenteuer-Film“, sagt Tölke. Beim jüngsten Filmfestival in Cannes gab es bereits Lob für das Drehbuch und den Teaser. „Das hat uns sehr gefreut und motiviert natürlich“, sagt Dordel.

Das gesamte Catering für die Produktion wird von einem veganen Unternehmen gestellt. „Das heißt, dass auch alle Beteiligten vor und hinter der Kamera an den Drehtagen in den Pausen veganes Essen bekommen. Zu Beginn stieß das bei einigen auf Skepsis, aber jetzt sind doch alle zufrieden“, sagt Dordel. Weitere Unterstützung bekommt sie unter anderem von dem Pattenser Fuhrunternehmer Ingmar Binnewies. Dieser hatte sich aufgrund eines Artikels in der HAZ bei ihr gemeldet. „Er übernimmt verschiedene Fahrten für uns, holt unter anderem Schauspieler vom Bahnhof ab“, sagt Dordel.

Sechs Monate Drehzeit sind geplant

Geplant sind insgesamt sechs Monate Drehzeit, noch bis Ende September an verschiedenen Orten in Niedersachsen. „Meist drehen wir an einem Ort zwei bis vier Tage am Stück“, sagt Tölke. Diese Tage sind für alle Beteiligten anstrengend. Bis zu 15 Mitarbeiter und Helfer seien dann vor und hinter der Kamera im Einsatz. Die Mitarbeiter der Produktionsfirma bereiten schon in der Nacht Schnittchen für die Pausen vor.

Der Dreh beginnt meist in den frühen Morgenstunden und endet spät in der Nacht. Regisseur und Kameramann Tölke kommt dabei nicht zur Ruhe. „Er sitzt nicht, und er isst nicht. Hin und wieder nehmen wir seinen Kopf und gießen etwas Flüssigkeit hinein“, sagt Dordel augenzwinkernd. Gedreht wird immer aus mehreren Perspektiven, sodass für den späteren Schnitt genug Auswahl da ist.

Doch auch für die Schauspieler sind die Tage arbeitsreich. Da wie bei Filmproduktionen üblich nicht chronologisch gedreht wird, müssen sie zuweilen von Szene zu Szene unterschiedliche Stimmungen verkörpern. „Wenn man sich gut vorbereitet hat, ist das in der Regel aber innerhalb von Minuten möglich“, sagt Dordel. Manche Schauspieler hörten kurz vor der Szene Musik, um sich in die richtige Stimmung zu bringen. Dordel nutzt dafür meistens Fotos.

Deutsche Meisterin im Fünfkampf

Auf die gesamte Produktion hat sich die Pattenserin mit Hilfe ihres Schauspielcoaches aus Kanada vorbereitet. Dordel lebte und studierte mehrere Jahre in Kanada, promovierte dort im Bereich der Forstwissenschaft. Zudem trainierte sie Fünfkampf mit der kanadischen Olympiamannschaft. 2016 wurde sie Deutsche Meisterin im Modernen Fünfkampf und 2017 und 2018 Vize-Meisterin. So kann Dordel die Choreographien für die Kampfszenen in dem Film selbst entwickeln und darstellen.

Dordel und Tölke rechnen damit, dass der Film im Sommer 2020 endgültig fertig sein wird. Wenn die Dreharbeiten im September abgeschlossen sind, beginnt der Schnitt und die digitale Nachbearbeitung. Dazu gehören unter anderem das Einfügen von Effekten wie auch das Retuschieren. Schließlich soll im Bild nichts zu sehen sein, was nicht in die Szene des Films passt. Sollte doch einmal etwa ein vergessener Kaffee-Mitnahme-Becher ungewollt an einem Drehort mitgefilmt werden, kann dieser anschließend digital entfernt werden.

Weiterhin werden noch deutsche Untertitel für den in englischer Sprache gedrehten Film erstellt und eingefügt. „Als letztes kommt in der Regel die Musik“, sagt Tölke. Wann und wo der Film das erste Mal öffentlich gezeigt wird, stehe noch nicht fest. „Wir suchen einen Verleiher, der zu unserem Produkt passt“, sagt Dordel. Am liebsten sei es Filmemachern immer, wenn ein Film ins Kino kommt. So werde er öffentlich am ehesten wahrgenommen, sagt die Pattenserin. Es sei aber auch nicht ausgeschlossen, dass der Film direkt im Fernsehen oder auf einem Streamingdienst gezeigt wird.

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