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Nachrichten Asbest in der Grundschule: Warum war die Belastung vorher nicht bekannt?
Region Pattensen Nachrichten Asbest in der Grundschule: Warum war die Belastung vorher nicht bekannt?
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11:26 12.09.2019
Das Dach der Sporthalle ist durchlöchert: Die Grundschule an der Marienstraße in Pattensen-Mitte ist teilweise eine Baustelle. Quelle: Kim Gallop
Pattensen

Bei den Abbrucharbeiten an der Grundschule Pattensen sind Schadstoffe wie Asbest und PCB entdeckt worden. Der Rat der Stadt Pattensen hat bei der jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, dass überplanmäßig 395.000 Euro zusätzlich für die fachgerechte Entsorgung bereitgestellt werden. Es gab aber Fragen, warum die Belastung durch Schadstoffe nicht vorher bekannt gewesen ist.

Die Grundschule an der Marienstraße wird saniert und teilweise neu gebaut. Unter anderem wird die Sporthalle abgerissen und neu errichtet. Bei den Abrissarbeiten wurde zunächst entdeckt, dass in Wand-, Decken- und Fußboden Asbest enthalten ist. Eine Gefährdung der Kinder, die in der Nähe der Baustelle unterrichtet werden, sowie der Lehrer und anderer Personen, ist laut Stadt nicht gegeben. Doch Bauschutt und Bauteile müssen mit besonderer Vorsicht behandelt und entsorgt werden.

Dafür hatte die Verwaltung Anfang August dem Rat zunächst vorgeschlagen, 175.000 Euro zusätzlich zu bewilligen. In den folgenden Wochen hatte sich die Belastung als schwerer heraus gestellt als angenommen. Deshalb lag dem Rat nun der Antrag über eine Mehrausgabe von insgesamt 395.000 Euro vor.

Schadstoffbelastung wurde vorher untersucht

Günter Bötger, Ratsmitglied (CDU) und Ortsbürgermeister von Pattensen, zeigte sich verärgert über diese Entwicklung. „Das darf doch nicht passieren, wenn eine Firma das Gebäude vorher auf Schadstoffbelastung untersucht“, sagte er. „Dafür habe ich kein Verständnis.“

Axel Müller, Erster Stadtrat von Pattensen und verantwortlich für den Baubereich, gab Bötger Recht. Die Stadt habe vor Beginn der Arbeiten ein Schadstoffgutachten anfertigen lassen. An einzelne Bauteile seien die Bauarbeiter aber erst im Laufe der Abrissarbeiten an der Turnhalle herangekommen, „als die Deckenverkleidung entfernt war“. Zudem sei die Kommunikation mit dem Bauträger „holprig“ gewesen, ergänzte Müller.

Matthias Friedrich, Ratsmitglied (SPD) und Vorsitzender des Schulausschusses, sagte, es sei „absehbar“ gewesen, dass ein Gebäude, das zum Teil aus den 1970-er Jahren stammt, mit Schadstoffen belastet ist. Der Schulausschuss habe darauf auch nach einer Begehung ausdrücklich hingewiesen, sagte er.

Zusatzkosten hätten niedriger ausfallen können

Müller sagte, die Kosten wären sowieso angefallen, auch, wenn das Ausmaß der Belastung vorher bekannt gewesen wäre. In die Kalkulation des Totalunternehmers, der das gesamte Projekt abwickelt, sei bereits ein Pauschbetrag in Höhe von 100.000 Euro einkalkuliert worden. Allerdings habe sich inzwischen herausgestellt, dass diese Summe bei weitem nicht reicht, so dass nachgesteuert werden muss.

Dirk Meyer (Sprecher der Ratsfraktion von UWG/UWJ) wies allerdings darauf hin, dass es vermutlich günstiger geworden wäre, wenn das Ausmaß der Belastung mit Asbest und PCB vorher bekannt gewesen wäre. „Wir hätten den Preis für die Entsorgung einem Wettbewerb unterstellt“, sagte er. Müller bestätigte, dass die Stadt dann vermutlich einen niedrigeren Betrag hätte zahlen müssen.

Müller weist darauf hin, dass möglicher Weise noch weitere belastete Bereiche in dem Schulgebäude entdeckt werden, etwa in dem ebenfalls in den 1970-er Jahren erbauten Klassentrakt. Der Generalunternehmer sei bemüht, trotz der Zusatzarbeiten den Zeitplan für die Bauarbeiten einzuhalten, versicherte er.

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Von Kim Gallop

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