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Region Pattensen Nachrichten Nach Feuer Wohnung im Nobis Hof gefunden
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17:02 11.02.2019
Mit Maik Köcke und Janine Weißkrab (3. und 4. von links) freuen sich Lisa Struß (von links), Manja Richter sowie Elke und Peer Maßmann über die passenden Wohnungen. Quelle: Kim Gallop
Pattensen-Mitte

Eine im Wortsinne naheliegende und auch glückliche Lösung hat sich jetzt für drei Bewohner der Ende November durch ein Feuer zerstörten Villa Mitmensch in Pattensen-Mitte gefunden. Sie haben im Nobis Hof an der Koldinger Straße in Höhe Lange Heese neuen Wohnraum gefunden.

Ende November war aufgrund eines technischen Defekts in dem Behindertenwohnprojekt Villa Mitmensch ein Feuer ausgebrochen. Dabei war keiner der sechs Bewohner verletzt worden, aber das Haus ist seitdem unbewohnbar. Es ist winterfest gemacht worden und soll vom Trägerverein BSK – Bereich Selbsthilfe Körperbehinderter Hannover und Umgebung – sobald wie möglich wieder aufgebaut werden. Die Bewohner waren zunächst in Hotels und im Annastift in Hannover untergebracht worden. Doch im Annastift konnten drei Bewohner nicht langfristig bleiben, berichtete jetzt bei einem Pressegespräch im Nobis Hof BSK-Vorsitzender Peer Maßmann. Er hatte sich gemeinsam mit seiner Frau Elke Maßmann, der Behindertenbeauftragten für Pattensen, um die Unterbringung gekümmert.

Eine Musterwohnung ist im Nobis-Hof eingerichtet. Quelle: Kim Gallop

Das Annastift habe den quasi Obdachlosen Mitte Januar sogar nur eine Woche Frist zum Auszug gesetzt, berichtet Peer Maßmann kopfschüttelnd. Da traf es sich gut, dass das Angebot von der Nobis Hof-Hausverwaltung von Lisa Struß und Manja Richter vorlag, obwohl das Objekt bereit zu knapp 80 Prozent vermietet oder reserviert ist. „Die drei Interessenten wollten zusammen bleiben, und wir konnten ihnen benachbarte Wohnungen mit einer gemeinsamen Terrasse anbieten“, berichtet Richter. Einer der Interessenten habe erst Bedenken gehabt, ob auch genügend Platz ist, um sich in der Wohnung gut mit einem Rollstuhl zu bewegen, ergänzt Struß. Doch nach einer Besichtigung war schnell alles klar, und eine Woche später konnten die neuen Mieter einziehen.

Nobis Hof hat bewegte Geschichte

Die Gewerbefläche an der Koldinger Straße zwischen Lange Heese und Johann-Egestorff-Straße hat eine bewegte Geschichte. Als auf der benachbarten Fläche Wal Mart gebaut werden sollte, plante ein Projektentwickler auf der kleineren Fläche ein Fachmarktzentrum. Dort siedelten sich schließlich der Discounter Aldi, ein Takko-Bekleidungsmarkt und der Tierfachmarkt Fressnapf an.

Das Wal Mart-Supercenter war nur zwischen 2001 und 2007 in Pattensen aktiv, dann wurden bundesweit Wal Mart-Standorte geschlossen. Nach kurzfristigen Nutzern der großen Räume (wie der Billigmarkt Joker) wurden die Gebäude abgerissen, das heutige Calenberg Center gebaut und im August 2012 eröffnet. Aldi, Takko und Fressnapf wurden dort neue Mieter. Vorübergehend zog ein sehr beliebter Baumarkt an die Koldinger Straße, später wurden Grundstück und Gebäude verkauft.

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 wollte Projektentwickler Eckhard Struß, Geschäftsführer des Hemminger Unternehmens Nobis-Living, dort Wohnungen für Flüchtlinge bauen. Er schloss dafür Mietverträge mit der Stadt, die Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen hätte die Region Hannover getragen. Bis die Wohnungen fertig waren, wurden sie für Flüchtlinge nicht mehr benötigt. Die Pattensen zugewiesenen Flüchtlinge waren in anderen Wohnungen und Häusern untergekommen.

Da erwies es sich als günstig, dass die neuerbauten Wohnungen von vornherein für die Bedürfnisse von Senioren geplant waren. Service-Wohnen für Senioren sollte der Nobis Hof bieten, nachdem die Flüchtlinge ausgezogen wären. Nun konnten die barrierefreien Appartements gleich Senioren zur Miete angeboten werden.

Die 56 Wohnungen im Nobis Hof mit einer Größe von 41 bis 55 Quadratmetern sind eigentlich als Senioren-Wohnungen eingerichtet. In der Warmmiete sind nicht nur Strom, Miete, Wasser, TV-Anschluss und Müllentsorgung enthalten, sondern auch Hausmeisterdienste und andere Service-Leistungen sowie ein Fahrstuhl, der in jede Ebene führt. Der Vorteile für die neuen jungen Mieter ist die Barrierefreiheit. „Und das vertraute Umfeld“, sagt Peer Maßmann. So können sie weiter im Calenberg Center einkaufen gehen und die gewohnten Busverbindungen nutzen.

Da es sich nicht um öffentlich geförderten Wohnraum handelt, liege die Miete im Nobis Hof über der Sozialmiete, erläutert Peer Maßmann. Doch die Miete werde aus der Hausratsversicherung der Villa bezahlt, bis die wieder hergerichtet ist. Der Nobis Hof bietet nach Ansicht von Maßmann durch seine behindertengerechte Bauweise gute Voraussetzungen für eine weitere Kooperation mit der BSK. Wenn da nicht die Diskrepanz zwischen der Sozialmiete, auf die viele Behinderte angewiesen sind, und der Miete auf dem freien Markt wäre. Er könne sich da durchaus andere Fördermöglichkeiten vorstellen, um auch bereits fertig gebauten und barrierefreien Wohnraum bezahlbar zu machen.

Von Kim Gallop

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