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Region Pattensen Nachrichten Ab 2020 werden die Kita-Plätze knapp
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18:02 24.04.2019
In den Räumen der Grundschule Hüpede wird eine neue Hortgruppe eröffnet.
In den Räumen der Grundschule Hüpede wird eine neue Hortgruppe eröffnet. Quelle: Kim Gallop
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Pattensen

Die Stadt Pattensen hat in diesem Monat die Plätze für Kindergarten- und Krippenplätze vergeben und kann bis Ende des Jahres alle Kinder unterbringen. „Doch ab 2020 wird es mit den Plätzen knapp“, teilt Fachbereichsleiter Jörg Laszinski mit. Zurzeit werden im Stadtgebiet 528 Jungen und Mädchen in Kindergartengruppen sowie 155 Kinder in Krippen betreut.

Nach Auskunft des Ersten Stadtrats Axel Müller, der auch den Fachbereich Bau leitet, diskutiert die nicht öffentlich tagende Arbeitsgruppe Stadtentwicklung mit Vertretern aus Politik und Verwaltung über das Thema. Im vergangenen Jahr hatte die SPD-Ratsfraktion bereits den Bau einer neuen Kindertagesstätte für fünf Gruppen in Pattensen-Mitte beantragt. Die Fraktion zog den Antrag jedoch wieder zurück, nachdem die Verwaltung darauf hingewiesen hatte, dass ein Bedarf an Kindergartenplätze zurzeit eher in Jeinsen und Schulenburg bestehe. „Die Diskussionen sind komplett ergebnisoffen“, sagt Müller. So schließt er auch nicht aus, dass die eigentliche geplante Erweiterung der Kindertagesstätte Hüpede gekippt wird und die dort benötigten Plätze in einer neuen Kindertagesstätte geschaffen werden.

Jörg Laszinski sagte, er sei sich bewusst, dass selbst bei einer baldigen Entscheidung der Politik bis 2020 kein neuer Kindergarten gebaut werden könne. „Wir müssen uns dann für die Übergangszeit nach Alternativen umsehen“, sagt er. In Pattensen-Mitte gibt es zurzeit fünf Kindertagesstätten, von denen jeweils zwei vom DRK und vom Verein Mobile getragen werden und einer von der Kirche. In Hüpede und Schulenburg befindet sich jeweils eine vom DRK betreute Kindertagesstätte. In Jeinsen gibt es lediglich einen DRK-Kindergarten ohne Krippe. Eine kirchliche Kindertagesstätte gibt es zusätzlich in Reden.

In Hüpede wird eine neue Hortgruppe eingerichtet

Die Hortplätze reichen bereits in diesem Jahr nicht mehr aus. In Hüpede liegen für die zweite Hälfte dieses Jahres sechs Anmeldungen mehr vor als Plätze vorhanden sind. Die Stadt wird deshalb zusätzlich zu der bestehenden Hortgruppe für 20 Kinder noch eine weitere Hortgruppe für zehn Kinder in den Räumen der Grundschule eröffnen. „Das nötige Verfahren läuft bereits“, sagt Lazinski.

In Pattensen-Mitte werden voraussichtlich nicht alle Hortwünsche berücksichtigt werden können. „Dort haben wir zurzeit 26 Anmeldungen mehr als wir Plätze haben“, sagt Laszinki. Die Erfahrung der vergangenen Jahre habe gezeigt, dass einige Anmeldungen zurückgenommen werden. Dennoch werde etliche Eltern voraussichtlich das Ganztagsangebot der Grundschule Pattensen nutzen müssen. „Das lässt sich leider nicht ändern. Rechtlich besteht auf Hortplätze anders als bei Kindertagesstätten und Krippen kein Anspruch“, sagt der Fachbereichsleiter.

Von den vier Grundschulen im Stadtgebiet bieten diejenigen in Jeinsen, Pattensen-Mitte und Schulenburg eine Ganztagsbetreuung. Nur in Hüpede gibt es das Angebot noch nicht. „Da wir dort jetzt noch eine Hortgruppe einrichten, wird das in naher Zukunft auch noch nicht notwendig sein“, sagt Laszinski.

Tagespflege und Waldkindergarten als weitere Angebote

Im aktuellen Kita-Bedarfsplan wird auch auf einen möglichen Ausbau der Tagespflege hingewiesen. Zurzeit sind im Stadtgebiet fünf Tagespfleger tätig, die 23 Kinder betreuen. „Sollten sich weitere Tagespfleger bei uns melden, nehmen wir das Angebot gerne an. Priorität hat der Ausbau dieses Bereichs für uns zurzeit allerdings nicht“, sagt Laszinki.

Eine Erweiterung des Betreuungsangebots könnte auch der von den Bündnisgrünen beantragte Waldkindergarten mit rund 20 Plätzen sein. Der Rat hatte sich einstimmig dafür ausgesprochen, dass die Verwaltung diese Möglichkeit prüfen soll. „Wir sind zurzeit noch dabei“, sagt Laszinski. Ein Problem besteht darin, dass es in Pattensen keinen städtischen Wald gibt. Für den Fachbereichsleiter ist das allerdings noch kein Ausschlusskriterium. „Aus meiner Sicht muss ein Waldkindergarten nicht zwingend in einem Wald stehen. Wichtig ist, dass die Einrichtung an einem Ort mit direktem Zugang zur freien Natur sein wird“, sagt er.

Von Tobias Lehmann