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Nachrichten 40 Jahre Freude am Plattdeutschen: Die Runne feiert
Region Pattensen Nachrichten 40 Jahre Freude am Plattdeutschen: Die Runne feiert
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14:43 15.03.2019
Hermann Schuhrk hält ,,De Plattduitsche Baibel" in Händen. Quelle: Kim Gallop
Jeinsen/Pattensen

„Platt ist kein Dialekt, sondern die hiesige echte Heimatsprache“, sagt Hermann Schuhrk. „Platt ist eine Muttersprache.“ Schuhrk ist seit Jahrzehnten darum bemüht, das Plattdeutsche zu fördern. Jetzt kann der Mitbegründer der Plattduitschen Runne Calenbarg das 40-jährige Bestehen dieser Runde für Freunde der niederdeutschen Sprache feiern. Dazu bittet Schuhrk für Mittwoch, 20. März, ab 19 Uhr in die Gaststätte Os Amigos in den Burg-Terrassen, Auf der Burg 6.

Das feine Gehör für die plattdeutsche Sprache in vielerlei Varianten konnte Schuhrk, der 1937 in Berlin geboren wurde, von Kindesbeinen an entwickeln. Seine Mutter war Berlinerin, doch sein Vater kam aus Altentreptow (heute: Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) und sprach platt – mit seiner Familie ebenso wie mit Freunden und Arbeitskollegen. Als im Zweiten Weltkrieg die Bomben auf Berlin fielen, schickte Vater Schuhrk seine Familie zur Sicherheit nach Altentreptow. Dort wurde der kleine Hermann eingeschult. In der Schule wurde hochdeutsch gesprochen, aber zu Hause sprachen Oma und Tante platt. „Das ist das Platt, das man von Fritz Reuter kennt“, sagt Schuhrk.

1949 zog die ganze Familie nach Bremen, wo Schuhrk sein Abitur ablegte. In Bremen lernte er eine andere Variante des Plattdeutschen kennen. „Das wurde auch von den Kaufleuten der Hanse gesprochen“, erläutert der geschichtsinteressierte Schuhrk. Er zog schließlich weg, erst nach Hemmingen, dann 1968 nach Pattensen und lebt seit 1994 in Jeinsen.

Die Stellvertretende Regionspräsidentin Angelika Walther übergibt Hermann Schuhrk das Verdienstkreuz am Bande. Quelle: Michael Mommertz (Archiv)

Der umtriebige Schuhrk – der für sein Engagement 2016 das Bundesverdienstkreuz erhielt – war in seiner neuen Heimat nicht untätig, er gründete in Pattensen unter anderem den Heimatbund und den Förderverein Hallen- und Freibad mit. Auf das Plattdeutsche kam er aber durch Zufall: Er belegte einen Kurs der Leine-Volkshochschule bei Heinz E.A. Koch. Das Besondere: Der Dozent lud plattdeutsche Dichter und Schriftsteller ein, die aus ihren Werken vortrugen. Als der Kurs vorbei war, gründeten Schuhrk und andere begeisterte Plattfreunde den plattdeutschen Arbeitskreis: am 13. März 1979 im Calenberger Hof. „Das Ehepaar Sommer war dabei“ erinnert sich Schuhrk, „Frau Dora Sommer schlug den Namen Plattduitsche Runne Calenbarg vor.“

Runne erarbeitet plattdeutsches Wörterbuch

Auch Karl Lyke aus Koldingen sei dabei gewesen. „Das war ein klassischer plattdeutscher Muttersprachler“, sagt Schuhrk mit leuchtenden Augen. Lyke sprach Calenberger Platt. Das ist das ostfälische Platt, erläutert Schuhrk, das im Raum Hannover bis nach Göttingen sowie im Ostharz und Sachsen-Anhalt bis nach Magdeburg verbreitet war. Lykes tiefe Verbundenheit mit seiner Heimatsprache sei unbezahlbar gewesen, als die Runne sich an die Arbeit machte, ein plattdeutsches Wörterbuch und eine plattdeutsche Grammatik zu erstellen.

Die Entscheidung für das richtige Wort, die richtige Wendung sei oft nicht einfach gewesen, erinnert sich Schuhrk lächelnd an viele Diskussionen, denn der sprachliche Hintergrund der Mitstreiter war sehr unterschiedlich. „Das kenne ich als Altentreptow, dass man sogar von Dorf zu Dorf unterschiedlich spricht.“ Aber die „Runne“ habe sich letztlich immer auf eine Variante geeinigt – „mit Hilfe von Karl Lyke“, sagt Schuhrk. Die Runne hat auch einmal ein modernes Comic ins Plattdeutsche übersetzt oder ein Kinderbuch der Autorin Cornelia Funke.

40-Jahr-Feier: Alle Plattdeutsch-Freunde willkommen

Inzwischen kommen regelmäßig bis zu einem Dutzend Interessierter zu den Treffen der Runne, die immer am dritten Mittwoch im Monat ab 19 Uhr in den Pattenser Burg-Terrassen stattfinden. Bei den Treffen werden plattdeutsche Texte gelesen. Willkommen ist jeder, der das Plattdeutsch gerne spricht und gerne hört. „Wer möchte, kann auch Hochdeutsch sprechen“, versichert Schuhrk. Er wird bei der 40-Jahr-Feier am 20. März einen kurzen Überblick über die Geschichte des Plattdeutschen allgemein und der Runne im Besonderen geben. Außerdem werden Texte von Wilhelm Henze, Heinz E.A. Koch, Gerda Bartels und Greta Schoon zu hören sein. Alle Freunde der Runne und der plattdeutschen Sprache sind willkommen.

Von Kim Gallop

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