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Nachrichten Mühlenfeld: Erst prüfen, dann umsetzen
Region Pattensen Nachrichten Mühlenfeld: Erst prüfen, dann umsetzen
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15:19 31.08.2018
Das Baugebiet soll auf einen Acker am Ortsausgang Richtung Arnum entstehen. Quelle: Kim Gallop
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Pattensen-Mitte

Der Vorschlag der SPD-Ratsfraktion auf die Ausweisung eines Neubaugebiets Mühlenfeld am nördlichen Ortsausgang von Pattensen-Mitte hatte es zunächst schwer. Im Ortsrat und im Bauausschuss sprachen sich nur die SPD-Mitglieder dafür aus. Die CDU-Mitglieder enthielten sich, die weiteren Parteien stimmten dagegen. Doch die Stimmung scheint sich langsam zu wandeln.

Die Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen, Sandra Stets, stört sich vor allem an dem einleitenden Satz des SPD-Antrags, sagte sie in der Sitzung des Finanzausschusses am Donnerstagabend. Dieser lautet: „Ausweisung eines Baugebiets Mühlenfeld“. In der Begründung des Antrags erläutert die SPD, dass zunächst die Folgekosten ermittelt werden sollen, bevor das Gebiet erschlossen wird. „Den Teil der Prüfung tragen wir Grünen mit. Doch wenn wir dem Antrag in dieser Form zustimmen, haben wir gleich ein Baugebiet“, sagte Stets. Ähnlich äußerte sich Hans-Friedrich Wulkopf für die Freien Wähler.

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Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Ernst sagte, dass seine Partei für eine andere Formulierung sicherlich offen sei. „Die SPD hält das Mühlenfeld für den besten Ort, um ein Neubaugebiet in Pattensen-Mitte zu entwickeln. Doch auch wir wollen die möglichen Folgekosten erst wissen, bevor das Projekt entwickelt wird“, sagte Ernst. Er wies darauf hin, dass das Baugebiet auch in kleinen Abschnitten erschlossen werden könne. „Doch zunächst würden wir gerne einen Gesamtüberblick haben“, sagte er.

Auch der Erste Stadtrat Axel Müller relativierte die Befürchtungen: „Wenn die Politik dem Antrag zustimmt, heißt das nicht, dass wir gleich am nächsten Tag ein neues Baugebiet haben. Der Prozess wird mit den geforderten Prüfungen der Folgekosten beginnen und sich über Jahre hinziehen“, sagte Müller. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Horst Bötger sagte, dass seine Fraktion keinen abschließenden Beschluss zu dem Thema getroffen habe. „Ich finde den Antrag allerdings gut und werde zustimmen“, sagte er. Der Finanzausschuss sprach sich dann dafür aus, das Thema als beraten anzusehen. Die SPD will jetzt noch einmal über eine andere Formulierung des Eingangssatzes nachdenken. Endgültig abgestimmt wird in der Ratssitzung am Donnerstag, 6. September, ab 19 Uhr im Mehrzweckraum des Rathauses.

Ein Zuhörer im Ausschuss regte an, dass die Verwaltung auch die künftigen Verkehrsströme prüfen sollte, bevor das Baugebiet entwickelt wird. „Wenn dort Mehrfamilienhäuser entstehen, wird der Verkehr vermutlich erheblich zunehmen“, sagte er.  

Von Tobias Lehmann