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Nachrichten Tonnenschwerer Backofen schwebt per Kran ein
Region Pattensen Nachrichten Tonnenschwerer Backofen schwebt per Kran ein
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00:44 10.05.2018
Kai Oppenborn (hinten von rechts) und Axel Oppenborn  beobachten die Anlieferung eines Backofens. Quelle: Kim Gallop
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Pattensen/Schulenburg

 Wo sich der neue Standort des Unternehmens „Calenberger Backstube“ künftig befindet, war am Montag nicht zu übersehen. Ein großer Kran war auf dem Außengelände an der Ludwig-Erhard-Straße 19 im Gewerbegebiet in Pattensen-Mitte aufgebaut worden. Mit Hilfe des Krans sind bereits einige massive Kühlgeräte angeliefert worden. Am Montag wurden die neuen Backöfen aufgestellt. Das sind fünf jeweils etwa zwei Tonnen schwere Geräte sowie ein sieben Tonnen schwerer Steinbackofen.

Die Geräte bilden das Herzstück der neuen handwerklichen Brotmanufaktur, wie es die Unternehmerfamilie Oppenborn selbst nennt. Der Umzug ist eine Zäsur in der mehr als 260-jährigen Geschichte des Familienunternehmens, das 1756 in Schulenburg gegründet wurde und bis jetzt dort auch seinen Sitz hat. Außerdem gibt es einen Standort in Gestorf, von wo aus die inzwischen 18 Bäckereicafés und Bäckereifachgeschäfte in der Region Hannover und in Hildesheim beliefert werden. Um die Wege kürzer und die Arbeitsabläufe effizienter zu machen, hat das Unternehmen – das derzeit in achter Generation von den Bäckermeistern und Brüdern Axel und Kai Oppenborn geleitet wird – eine Fabrikhalle im Gewerbegebiet gekauft. Sie wurde in den vergangenen Monaten umgebaut: unter anderem wurde die Halle gefliest, es wurden einige Trennwände entfernt und Lichtbänder eingesetzt. Auch die Verwaltung wird von Schulenburg an die Ludwig-Erhard-Straße ziehen.

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Es ist ein erstaunlich ruhiger Vorgang, wenn der mächtige Kran einen der gewaltigen Öfen anhebt und an die richtige Stelle manövriert, um ihn dort abzusetzen. Auf dem Boden überwachen Maik Wollschläger von der Hildesheimer Spedition Bartkowiak und Stefan Utzenrath von der Michael-Wenz GmbH, einem Spezialisten für Bäckereitechnik, die Anlieferung. Obwohl sie alle für unterschiedliche Firmen arbeiten, kommunizieren sie problemlos per Handzeichen mit dem Kranführer. Der setzt das tonnenschwere Stück exakt auf die Holzleisten auf, so dass es vom Radlader aufgeladen und durch das große Tor in die Werkshalle gefahren werden kann.

Mit den Kran werden die Backöfen an den neuen Standort der Calenberger Backstube an der Ludwig-Erhard-Straße inPattensen geliefert. Quelle: Kim Gallop

Aus der Halle heraus verfolgen Axel und Kai Oppenborn den Vorgang. Für sie und für ihr Unternehmen bedeute der Umzug und die Investition in neue Geräte mehr als nur die Modernisierung ihres Gerätebestandes, versichern sie. Für die Geschäftsführer und Bäckermeister sind die neuen  Maschinen auch eine Möglichkeit, die Qualität ihrer handwerklichen Arbeit und der Produkte zu steigern. 

Axel Oppenborn verdeutlicht das an dem Beispiel des Gersterbrotes – eine Spezialität, die es nur im hannoverschen Raum gibt und die bei den Kunden äußerst  beliebt ist. Dieser Bestseller wird bei den Oppenborns künftig in dem größten Steinofen gebacken. „Das macht die Kruste, die ja der Geschmacksträger ist, noch besser und das Gersterbrot bleibt noch länger frisch“, bekräftigt Kai Oppenborn. Auch die neuen Kühlgeräte, die mehr Platz bieten, eröffnen die Möglichkeit, für andere Back- oder Konditoreiwaren mit dem sogenannten Vorteig, der vor dem Backen eine Weile gelagert werden muss, zu arbeiten. 

Während bisher an zwei Standorten gebacken wird, soll die Produktion künftig ausschließlich in Pattensen laufen. Wenn alles nach Plan läuft, kommen die ersten Brote, Brötchen, Teilchen und Torten Mitte Juni vom Blech.

Von Kim Gallop

10.05.2018
10.05.2018