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Nachrichten Kleingärtner sammeln 300 Unterschriften gegen Baumfällung
Region Pattensen Nachrichten Kleingärtner sammeln 300 Unterschriften gegen Baumfällung
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17:29 25.01.2019
300 Unterschriften zum Erhalt der Bäume auf Pachtgelände: Klaus Kühnast (von links), Rolf Stuckenberg und Lars Olesch übergeben die Unterschriftenliste an Bürgermeisterin Ramona Schumann (Zweite von links).
300 Unterschriften zum Erhalt der Bäume auf Pachtgelände: Klaus Kühnast (von links), Rolf Stuckenberg und Lars Olesch übergeben die Unterschriftenliste an Bürgermeisterin Ramona Schumann (Zweite von links). Quelle: Torsten Lippelt
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Pattensen-Mitte

Eine Liste mit 300 Unterschriften gegen die seitens der Stadt Pattensen angeordnete Baumfällung auf dem Kleingartengelände Schasses’sches Land haben die Kleingärtner Rolf Stuckenberg, Klaus Kühnast und Lars Olesch am Donnerstag an Bürgermeisterin Ramona Schumann übergeben.

Insgesamt rund 120 Pächter der Kleingärten im sogenannte Schasses’sches Land zwischen dem Lüderser Weg nahe dem Wasserwerk und der Straße Auf dem Horne hatten vergangenes Jahr überraschend Post von der Stadt Pattensen erhalten, die das Land an sie verpachtet. In dem Schreiben ordnete die Verwaltung an, dass aus Sicherheitsgründen alle Bäume bis Ende des Jahres 2018 komplett entfernt werden sollen. Ausgenommen wurden in der Anordnung nur die Obstbäume. Diese wiederum sollten auf maximal acht Meter Höhe gekappt werden.

„Jahrzehntelang wurden diese Flächen nicht beachtet – und jetzt das“, beklagte Rolf Stuckenberg am Donnerstag beim Gespräch mit Schumann im Rathaus. Neben den Pächtern wüssten auch viele Freizeitsportler, Spaziergänger und Naturfreunde – darunter auch örtliche Nabu – das grüne und naturnahe Areal zu schätzen. „Viele von ihnen haben auch auf der Liste unterschrieben“, so Klaus Kühnast.

Schumann verwies auf die Rechtslage. Die Stadt, die die Fläche selbst gepachtet und an die Kleingärtner unterverpachtet hat, sei für die Wegesicherheit zuständig. Angesichts der von Totholz und abbrechenden Ästen ausgehenden Gefahr könne die Stadt keine Kompromisse eingehen. Im Übrigen sei die Fläche als Grabeland verpachtete und Koniferen seien dort fehl am Platz sein. Mehrjährige Pflanzen, die Früchte tragen, seien jedoch seitens der Stadt erlaubt. Nach dem Krieg hatte die Eigentümerin die Fläche bewusst Menschen zur Verfügung für die Selbstversorgung zur Verfügung gestellt.

Die Bürgermeisterin versprach den Kleingärtnern am Donnerstag, die Anordnung zur Baumfällung zu überdenken, allerdings nur dann, wenn die Untere Naturschutzbehörde auf dem Schasses’schen Land erhaltenswerte Bäume und Pflanzen feststellt. Die Pächter forderte sie auf, bis zum Ende der kommenden Woche eine entsprechende Rückmeldung der Region Hannover im Pattenser Rathaus vorzulegen.

Von Torsten Lippelt