Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Region Ortspreis für Brigitte Wübbeke-Pflüger
Region Ortspreis für Brigitte Wübbeke-Pflüger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:45 06.12.2013
Von Albert Tugendheim
Freitag um 20.30 Uhr ist es soweit: Brigitte Wübbeke-Pflüger erhält von Ortsbürgermeister Thomas Silbermann den Ortspreis, Laudator ist Klaus Fesche (links).
Um 20.30 Uhr ist es soweit. Brigitte Wübbeke-Pflüger erhält von Ortsbürgermeister Thomas Silbermann den Ortspreis, Laudator ist Klaus Fesche (links). Quelle: Tugendheim
Anzeige
Wunstorf

In seiner Laudatio lobte Stadtarchivar Klaus Fesche, dass Wübbeke-Pflüger - unter anderem als Vorsitzende des Heimatvereins - Wunstorf nicht nur nach außen als eine Art Botschafterin vertrete, sondern auch den Wunstorfern selber neue Sichtweisen auf ihre Stadt eröffne.Das hänge sicherlich damit zusammen, dass die Preisträgerin vor gut zwei Jahrzehnten von außen gekommen ist. Wübbeke-Pflüger stammt vom Niederrhein, studierte in Bonn und schrieb ihre Doktorarbeit über das Militärwesen der Stadt Köln im 15. Jahrhundert.

Vom Rhein an die Aue, das müsse wie ein Kulturschock gewesen sein, vermutete Fesche in seiner charmant vorgetragenen Würdigung bei der Ortspreisverleihung an Brigitte Wübbeke-Pflüger. Die Heirat mit Henning Pflüger führte sie in die Stadt. Als sie eines Tages erfuhr, dass die Stadtführerinnen noch kompetente Verstärkung gebrauchen könnten, war sie dabei und begann 2004 anderen Menschen die Stadt zu zeigen und zu erläutern. So konnte sie Wunstorf nicht nur auswärtigen Besuchern vorstellen, sondern auch Alteingesessenen mit neuen Augen sehen lehren, ihnen helfen, die Stadt neu kennen zu lernen.

Die Funktion als Stadtführerin ist nur eine aus einer ganzen Reihe von Tätigkeiten, Bemühungen und Einsätzen. Auch im Heimatverein engagiert sich die Geehrte seit zehn Jahren für lokale Geschichtskultur, Stadtbildpflege und Gegenwartsfragen. Seit 2010 ist sie Vorsitzende des Heimatvereins.

Als Historikern gehe sie dabei einen anderen Weg als einstmals Armin Mandel. Zwar erzähle Wübbeke-Pflüger auch gern Anekdoten, pflege aber nicht die „aufhübschende und anekdotische Art“ der Traditionspflege wie Mandel. „Harmonisierend und imagepflegekompatibel ist ihr Bild der Stadtgeschichte nicht. Dass man dem Ansehen einer Stadt nicht hilft, indem man Unangenehmes verharmlost oder verschweigt, ist für sie ganz klar und einer der Leitsätze ihrer Arbeit als Stadtführerin und Lokalhistorikerin. Dass man umgekehrt aber auch positive Seiten der Stadtgeschichte hervorheben und herausstellen darf, ebenso“, fasste Fesche zusammen.

Er arbeitet oft mit der Heimatvereinsvorsitzende zusammen. Ihr sei es zu verdanken, dass das Verhältnis Verein und Verwaltung inzwischen ein konstruktives sei. Nur eines, so sagte Fesche, könne sie nicht: Kaffee kochen. Die Feierstunde wurde musikalisch begleitet vom Akkordeon Ensemble der Musikschule.

Johannes Dorndorf 06.12.2013
Frank Walter 05.12.2013
Eike Brunhöber 05.12.2013