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Nachrichten Schlicker will kommunalen Ordnungsdienst
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Schlicker will kommunalen Ordnungsdienst
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16:17 18.03.2019
Christina Schlicker und Sabine Langer vom SPD-Ortsverbandsvorstand stellen im Ratskeller die Positionen vor. Quelle: Kathrin Götze
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Neustadt

Dieser Vorschlag dürfte für Diskussionen sorgen: Mit einem städtischen Ordnungs- und Sicherheitsdienst will SPD-Bürgermeisterkandidatin Christina Schlicker das Sicherheitsempfinden der Bürger in der Stadt stärken. Das hat die Eilveserin am Montag in einem Pressegespräch gesagt. Ein ähnliches Projekt läuft in Hannover seit Sommer 2018, in Lehrte ist es noch in Vorbereitung.

In Hannover arbeiten beispielsweise Marco Brinkmann (links, 48) und Lars Anfang (40) für den städtischen Ordnungsdienst. Quelle: Tim Schaarschmidt

Kommunaler Ordnungsdienst soll professionell arbeiten

Mit einer ehrenamtlichen Bürgerstreife, wie sie in Neustadt im Mai 2010 an mangelndem Interesse gescheitert ist, oder schlichten Müllsammlern habe das nichts zu tun, versichert die Sozialdemokratin. Es gehe ihr um professionelle und gut geschulte Mitarbeiter der Stadt, die vor allem in Parks wie am Erichsberg und dem Amtsgarten sowie in Bahnhofsnähe präventiv tätig werden. „Mögliche Aufgaben sind Kontrollen in Fußgängerzonen, Grünanlagen und auf Spielplätzen, aber auch in Gaststätten, wo die Mitarbeiter auf Sperrzeiten oder Nichtraucherschutz achten sollten“, sagt Schlicker. Wo Probleme und Einsatzschwerpunkte für Neustadt liegen, müsse mit der Polizei oder dem Präventionsrat geklärt werden. Schlicker schweben zwei städtische Angestellte vor, die auch außerhalb der normalen Dienstzeiten tätig werden, etwa am Abend.

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Bessere Rahmenbedingungen für die Feuerwehr

Auch für die Ehrenamtlichen in der Feuerwehr sollen die Arbeitsbedingungen noch besser werden, sagt Schlicker. Einen mächtigen Investitionsschub haben SPD und CDU im Rat bereits auf den Weg gebracht: Parallel zu den 17 Millionen Euro, die das Feuerwehrzentrum in der Kernstadt kosten wird, sollen ebenfalls 17 Millionen über die nächsten zehn Jahre für die Gerätehäuser in den Dörfern bereitgestellt werden. Zur besseren Ausstattung gehöre aber auch mehr Einsatzkleidung, sagt Schlicker: Im neuen Feuerwehrzentrum kann die Einsatzkleidung gereinigt werden. „Am besten wäre es, wenn nach Einsätzen die Kleidung zum Reinigen gebracht wird und gleich neue mitgenommen werden kann, damit die jeweilige Ortsfeuerwehr wieder einsatzbereit ist“, sagt Schlicker.

Fonds für Betreuer des Feuerwehrnachwuchses

In Sachen Nachwuchsarbeit sind Neustadts Feuerwehren regionsweit Spitze. Damit das so bleibt, will Schlicker möglichst auch für die ehrenamtlichen Betreuer die Bedingungen verbessern. Für die beliebten Zeltlager etwa müssen die ehrenamtlichen Betreuer jeweils das Essensgeld selber tragen. Der Bürgerverein Eilvese bereitet aktuell einen Spendenfonds vor, der zumindest solche Ausgaben übernehmen soll. „Das wäre ja vielleicht auch ein Beispiel für die gesamte Stadt“, sagt sie.

Sozialer Wohnungsbau soll vorangetrieben werden

Als weiteres großes Thema ihres Wahlkampfs nennt Schlicker den sozialen Wohnungsbau. dazu hat sie mit ihrer Partei einen Dreiklang erarbeitet: Mit weiteren Programmen des Landes soll der soziale und barrierearme Wohnungsbau in der Stadt vorangetrieben werden. Wie in der Stadt kürzlich begonnen, sollen weiter mit jedem neuen Baugebiet auch bezahlbare Mietwohnungen entstehen. „Eine Möglichkeit wäre auch, kommunale Flächen nach Konzeptqualität an Investoren zu vergeben“, sagt sie. Weiter schwebt ihr eine Imagekampagne für den sozialen Wohnungsbau vor. Dessen Zielgruppe seien keinesfalls nur problembelastete Arbeitslose, sondern zunehmend auch Geringverdiener, Alleinerziehende oder Rentner mit eigentliche geregeltem Einkommen.

Infrastruktur und Bildung sind nächste Themen

Mit Finanzierungsvorschlägen sind die Ideen noch nicht hinterlegt, die bleiben auch die anderen Kandidaten bei ihren Wahlversprechen vielfach schuldig. In einem weiteren Pressegespräch will Schlicker demnächst weitere Positionen kundtun, dann zu den Themen Infrastruktur und Bildung.

Von Kathrin Götze