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Nachrichten Surfstrand am Steinhuder Meer wird saniert
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Surfstrand am Steinhuder Meer wird saniert
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00:32 27.05.2018
"Baggerkünstler" Manfred Scharnhorst verteilt den Sand am Strand. Quelle: Kathrin Götze
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Mardorf

Bei Sonnenschein am Nordufer des Steinhuder Meeres bläst ein frischer Wind – beste Bedingungen für Surfer und Kitesurfer. Schon am Donnerstagvormittag herrscht reger Betrieb am Surfstrand am Nordufer des Steinhuder Meeres. Zwischen Kite- und Windsurfern, die ihre Sportgeräte ins Wasser bringen, arbeitet Manfred Scharnhorst mit seinem Bagger. Mit ruhiger Hand schaufelt der Profi von der Eilveser Firma Duensing portionsweise den Sand aus einem kleinen Wall, der am Ufer aufgeschüttet ist, verteilt ihn mit einer gekonnten Drehung auf dem Boden vor sich und glättet den neuen Strand mit der Schaufel.

„Der Mann ist ein wahrer Baggerkünstler“, sagt Thomas Iseke anerkennend. Der Surfer und Ratspolitiker begleitet die Sanierung des Strandes, hat dabei eine besondere Aufgabe übernommen. „Die Umweltauflagen sind schärfer geworden“, berichtet er. Während der Baggerarbeiten lässt er immer wieder einen Rechen durch den Sand gleiten. Denn dort könnten sich Tiere wie Steinbeißer oder Muscheln versteckt halten, die dann unter den Sandmassen erdrückt werden könnten. „Ich glaube zwar nicht, dass nach diesem Pfingstwochenende noch irgendein Tier hier geblieben ist, aber Auflage ist Auflage“, sagt Iseke achselzuckend und holt zum nächsten Strich mit dem Rechen aus.

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Auflage ist Auflage: Thomas Iseke arbeitet den Sand mit einem Rechen durch, um Fische zu vergrämen, die sich dort eingegraben haben könnten. Quelle: Kathrin Götze

Alle paar Jahre muss der Strand aufgearbeitet werden, denn insbesondere Eisgang und stürme im Winter tragen große Mengen Sand weg. Der Stadtmarketing-Verein, der den Strand vor Jahren hat aufschütten lassen, beteiligt sich organisatorisch und finanziell an den Sanierungen, wie Andreas Brinkmann vom Vereinsvorstand berichtet. Früher hatte auch die Stadt einmal eine solche Aktion finanziert, inzwischen hat sie es in die Hände des Vereins zurück gelegt. „Stadt und Region unterstützen uns aber bestens bei den erforderlichen Genehmigungen“, betont Brinkmann. Auch die Firma Duensing sei als Sponsor dabei, stelle Bagger und Fahrer zur Verfügung.

Die aktuelle Baggeraktion helfe auch, die Spuren einer missglückten Sanierung zu bedecken, sagt Wassersportler Iseke. Im Winter sei Sandboden von der Dünensanierung aufgebracht worden, an der die Region Hannover aktuell ganz in der Nähe arbeitet. Die ortstypischen hellen Sanddünen sollen wieder sichtbar gemacht werden, daher ließ die Region in dem Bereich Bäume fällen, Unterholz entfernen und die obere, verunreinigte Sandschicht abtragen – diese eigne sich doch bestens als Füllmaterial für den Strand, dachten die Surfer. „Das Problem ist, dass da nicht nur Pflanzenreste drin stecken, sondern auch allerhand Müll, Tonscherben, Metallteile und anderes“, sagt Iseke. Da hat seine Arbeit mit dem Rechen gleich doppelten Nutzen, und er kann unerwünschte Rückstände aus dem Sand sammeln.

Von Kathrin Götze